12. Mai 2007 – 5. Oktober 2008

Mit Joe Scanlan (geb. 1961 in Circleville, Ohio) hat ein weiterer Künstler für den großen, spektakulären Raum unter der Glaskuppel von K21 ein Langzeitprojekt entworfen, das auf die spezifischen Bedingungen dieses Raumes eingeht und sie auf seine Weise nutzt.

 

 



Joe Scanlan, Things That Fall Pavilion, 2007, Kerto-Holz, Stahl, Filz, Gummi, Plexiglas, Farbe, Höhe 300 cm, Installation variabel, Aktuelle Ansicht im August/September 2008 in K21


Passing Through besteht aus zwei Teilen. Ein von Scanlan mit Hilfe zweier Architekten entwickelter Pavillon in Leichtbauweise wird ausgewählte Arbeiten von ihm, aber auch solche von anderen Künstlern präsentieren. Mit wenigen Handgriffen kann der Pavillon verändert werden, sodass immer wieder andere Raumgefüge entstehen. Im Laufe der Zeit wird er so durch regelmäßigen, partiellen Umbau langsam über die vier Flügel des Kuppelraums „wandern“.

 

 



Joe Scanlan, Things That Fall Pavilion, 2007, Kerto-Holz, Stahl, Filz, Gummi, Plexiglas, Farbe, Höhe 300 cm, Installation variabel, Aktuelle Ansicht im August/September 2008 in K21



Der Pavillon ist gleichzeitig Skulptur und funktionales Gehäuse, er kann ebenso für Kunst wie in Zukunft auch für andere Zwecke genutzt werden. Er nimmt die flanierende Bewegung des Besuchers im Kuppelraum auf, unterwandert so beiläufig seine eigene statische Natur und gibt den gezeigten Kunstwerken dennoch einen flexiblen Rahmen. Bewusst verschiebt er dabei den musealen Charakter in Richtung auf Präsentationsformen, wie man sie aus Messe- oder anderen Konsumarchitekturen kennt. Die Wahl bescheidener, aber klarer und eleganter Formen und Materialien gibt dem Pavillon eine ganz eigene Würde, die auf das scheinbare Paradox einer seriösen Kunst im Kontext der Ökonomie zielt.

 

 



Joe Scanlan, Things That Fall Pavilion, 2007, Kerto-Holz, Stahl, Filz, Gummi, Plexiglas, Farbe, Höhe 300 cm, Installation variabel, Aktuelle Ansicht im August/September 2008 in K21



Für den zweiten Teil des Projektes hat Scanlan eine große, freistehende Wand durch einen riesigen schwarzen Rahmen in die Projektionsfläche eines Tageslichtkinos im wörtlichen Sinne verwandelt. Der „Film“, der hier abläuft, ist das sich ständig verändernde Spiel von Licht und Schatten, in dem die komplexe Stahlkonstruktion der Kuppel das zentrale Motiv ist. Wenn der Pavillon Bewegung und Veränderung in rationaler Weise anschaulich macht, bietet das „Kino“ sie als eher unbewusste Zustände zur Kontemplation an. In beiden Fällen aber sind es einfache architektonische Eingriffe, die als „vorübergehende“ (passing through) Strukturen das Sehen und Erleben beeinflussen.

 

 





Mit dem Projekt Passing Through setzt Joe Scanlan seine in den achtziger Jahren begonnenen, vielgestaltigen Untersuchungen in den Zwischenräumen von Kunst, Design, Architektur sowie Ökonomie und Ökologie fort und schafft ein Instrument, das sowohl sein eigenes Werk als auch den Kuppelraum von K21 in einem neuen Licht erscheinen lässt.

 

 

 

Informationen zum Künstler auf seiner Website www.thingsthatfall.com


Katalog

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit ca. 60 Farbabbildungen sowie einem Interview mit Joe Scanlan von Julian Heynen.
Preis im Museumsshop: 25.00 €.

 

Das Projekt Joe Scanlan – Passing Through entsteht in Kooperation mit
M:AI, Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW.




Begleitprogramm

Informationen zu Führungen, Seminaren, Kursen, Ferienaktionen sowie Informationsveranstaltungen für Multiplikatoren/innen entnehmen Sie bitte der Programmbroschüre, der Website www.kunstsammlung.de/Kalender
oder telefonisch unter 0211.83 81-642 Regula Erpenbach.


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