Gerhard Richter (*1932)
1966 machte Gerhard Richter Farbmuster und Farbkarten, wie sie z.B. in Läden für Künstlerbedarf bereitliegen, zu Motiven seiner Malerei. Die ersten Gemälde seines ab 1962 geführten Werkverzeichnisses waren nach Fotos aus Familienalben und Zeitschriften entstanden. Die „Farbtafeln“ beziehen sich ebenso auf vertraute Motive. Hier werden die Werkzeuge und Arbeitsweisen des Malers zum Thema der Malerei. Die Formen und Strukturen des Motivs wurden von Richter der Tradition der geometrischen Abstraktion entgegen-gesetzt und als Flächenstrukturen weiterentwickelt. Bis 1974 setzte Richter die Reihe dieser Werke fort, um die subjektiven Entscheidungen des Künstlers weiter zu reduzieren und gleichzeitig die Wahrnehmungsangebote zu maximieren. ___