Max Beckmann (1884 - 1950)


„Die Nacht“ markiert Max Beckmanns eindrucksvollen Auftritt auf der Bühne der künstlerischen Avantgarde. Durch die Schilderung des brutalen Mordes an einer Familie stellt das Gemälde zugleich ein außergewöhnliches Dokument der gesellschaftlichen Bedingungen der Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg dar. Die drastische Darstellung nimmt den Betrachter so gefangen, dass sich der komplexe Aufbau aus spitzen Winkeln und gliedernden Diagonalen erst bei näherer Betrachtung erschließt. Beckmann nennt seinen künstlerischen Stil „Transzendente Sachlichkeit“. Darin finden sich Über-nahmen aus der spätmittelalterlichen Tafelmalerei sowie Details, die auf die Auseinandersetzung mit der Formensprache der Kubisten zurückgehen. ___



Die Nacht

1918/1919, Öl auf Leinwand, 133x154
© VG Bild- Kunst, Bonn 2005