May Day IV von Andreas Gursky zeichnt sich, wie viele andere Werke des Künstlers, durch eine detailreiche, teilweise stark abstrahierte visuelle Untersuchung der Alltagskultur und des Lebensumfelds des Menschen aus. Die von ihm ausgewählten Bildmotive sprechen von seinem großen Interesse am visuellen Erscheinungsbild von Massenevents der Jugendkultur. Meist von einem distanzierten Punkt fotografiert, der hoch oben oder weit entfernt liegt, konzentriert er sich bei seinen Aufnahmen auf den Überblick und die dem Bild zugrundeliegenden Strukturen. Die Bilder werden zu einem Substitut für zeitgenössisches Lebensgefühl und Wirklichkeit und erscheinen als aktuelle Bildfindungen des täglichen, modernen Lebens. Die detailreichen, groß-formatigen Aufnahmen führen so ein erstaunliches und innovatives Portrait der zeitgenössischen Welt vor. ___
May Day IV 2000, Farbfotografie, Diasec-Face, Holzrahmen, 205 x 505 cm, Courtesy Monika Sprüth Galerie, Köln