Nam June Paik (1932-2006)
120 Fernsehgeräte treiben exotische Blüten inmitten eines Gartens von 600 Pflanzen. Natur, Technik und Kunst gehen eine poetische Liaison ein. Den farbigen Bilderfundus der Mattscheiben bildet die filmische Komposition „Global Groove“. 1973 hatte Paik mit Hilfe des japanischen Physikers Shuya Abe einen Synthesizer zur kreativen Transformation von vorhandenem Filmmaterial entwickelt. Statt banale Alltagsunterhaltung zu liefern, übernimmt das Fernsehen eine gestalterische Rolle und bietet dem Publikum einen begehbaren, natürlichen Erfahrungsraum. In dieser künstlichen Natur dient die Technik dem Menschen zur kreativen Kontemplation. Mit der Erwerbung einer der drei Versionen der bekanntesten Multi-TV-Installation des 1932 in Korea geborenen Pioniers der Videokunst durch die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, ist Paik seinem Wunsch, eine amerikanische, eine asiatische und eine europäische Version zu realisieren, ein Stück näher gekommen. ___