Thomas Hirschhorn (*1957)
Das Modell eines verwüsteten Doppelhauses gehört zu den neueren skulpturalen Formen des Schweizer Bildhauers Thomas Hirschhorn, der mit raumgreifenden Installationen bekannt geworden ist. Das für zwei unter einem Dach wohnende Familien konzipierte Haus steht exemplarisch für die bisweilen unfreiwillige Nachbarschaft gegensätzlicher Positionen. Neben der dramatischen Verwüstung und Zerstörung der Wohnräume signalisieren Kriegsfotos an den Wänden, dass die Verherrlichung von Gewalt einen ersten Schritt zur Ausübung von Gewalt darstellt. „Two Families“ bezieht sich nicht auf konkrete, miteinander im Krieg liegende Gegner, sondern stellt ein Panoptikum aktueller Gewalt am Beginn des dritten Jahrtausends dar. Die unterschiedlichen Dimensionen in dem Miniaturhaus fordern dazu auf, einen jeweils eigenen Maßstab bei der Sicht auf die Dinge zu entwickeln. ___