Alberto Burri

Alberto Burri, Rosso plastica (Rotes Plastik), 1962, Plastik (PVC), Acryl und Verbrennungen auf schwarzem Stoff, 65 x 100 cm, Privatsammlung, © Fondazione Palazzo Albizzini Collezione Burri, Città di Castello/ VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Katalog zur Ausstellung

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog in englischer Sprache erschienen: Alberto Burri. The Trauma of Painting, hg. von der Solomon R. Guggenheim Foundation, New York, Thames & Hudson, Ltd. 2015.

Der Katalog kann über den Webshop der Kunstsammlung bestellt oder an den Kassen erworben werden. Preis: 49,- Euro


Öffentliche Führungen
dienstags, 16.30 - 17.30 Uhr

sonn- und feiertags, 15.00 - 16.00 Uhr

Begrenzte Teilnehmerzahl. Zur Teilnahme an öffentlichen Führungen ist eine Anmeldung beim Besucherservice erforderlich. Annahme von Anmeldungen während der Bürozeiten:
Mo-Do 10.00 – 17.00 Uhr sowie Fr. 10.00 – 13.00 Uhr

Besucherservice

Tel. 0211.83 81-204
service(at)kunstsammlung.de

Gebuchte Führungen

Führungen in deutscher Sprache sowie fremdsprachige Führungen können im Besucherservice reserviert werden.

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Begleitprogramm zur Ausstellung und Studiolo Burri

Ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung mit Führungen, Gesprächen und Vorträgen wird angeboten. Angeregt durch die Werke der Ausstellung können die Besucher Burris Materialien und Bildsprache erforschen und selbst kreativ werden. Das Studiolo Burri finden Sie in der Ausstellung und kann innerhalb der Öffnungszeiten jederzeit besucht werden. Der Besuch ist im Ausstellungsticket inbegriffen.

Kalender

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Sparpreis Kultur der Deutschen Bahn

Mit dem Sparpreis Kultur innerhalb von 3 Tagen zum Museum und zurück. Ab 39 EUR. Bis zu vier Mitfahrer sparen jeweils 10 EUR.

www.bahn.de/kultur

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Alberto Burri. Das Trauma der Malerei

05.03. - 03.07.2016
K21 Ständehaus

Der italienische Künstler Alberto Burri (1915 1995) zählt mit seinen Arbeiten aus industriellen Materialien wie Eisen, Jute oder Plastik zu den einflussreichsten, in Deutschland jedoch weniger bekannten Positionen der Nachkriegszeit. Die Retrospektive Alberto Burri. Das Trauma der Malerei entstand in Kooperation mit der Solomon R. Guggenheim Foundation in New York anlässlich des 100. Geburtstags des Künstlers.

1966 erwarb die Kunstsammlung Nordrhein- Westfalen bereits ein Sacco von Burri. Sie zählt damit zu den wenigen Sammlungen in Deutschland im Besitz seiner Werke ein Grund mehr, Alberto Burri nun umfassend zu würdigen. Als erste Museumsausstellung in Deutschland nach fast 20 Jahren, lädt die Präsentation zur Neuentdeckung seines Werks ein. Geboren im umbrischen Città di Castello, studiert Alberto Burri Medizin und praktiziert anschließend als Militärarzt im Zweiten Weltkrieg. 1943 wird seine Einheit in Tunesien gefangen genommen und Burri kommt in ein Gefangenenlager in Hereford, Texas, wo er mit der Malerei beginnt. Nach seiner Rückkehr nach Italien 1946 gibt Alberto Burri die Medizin auf, um ausschließlich als Künstler tätig zu sein  eine Entscheidung, die maßgeblich von seinen unmittelbaren Eindrücken im Krieg und der Niederlage Italiens beeinflusst ist.

Burri übersetzt seine Erfahrungen in eine kraftvolle Bildsprache, die die Substanz des traditionellen Tafelbildes zerstört und grundlegend neu definiert. Er tauscht Ölfarbe und Leinwand gegen unorthodoxe Materialien und künstlerische Techniken, mit denen er die Bildoberfläche in den Raum hinein erweitert. In Serien, die er nach den jeweiligen Materialien oder Verfahren benennt, untersucht Alberto Burri die Möglichkeiten dieser neuen Malerei. Er montiert seine Gemälde aus altem Sackleinen zusammen (Sacchi), schafft Reliefs aus angebranntem Holzfurnier (Legni) und geschweißten Stahlplatten (Ferri) oder lässt Plastikfolie durch Einsatz des Bunsenbrenners schmelzen (Combustioni plastiche). Zu erleben ist das Werk eines hochgradig individualistischen Künstlers, der bereits früh große Erfolge im internationalen Kunstgeschehen feierte, aber seine eigene Stiftung bewusst abseits der Kunstzentren in seiner Heimatstadt Città di Castello gründete. Während man sonst regelrecht zu Burris Arbeiten pilgern muss, bietet sich nun in Düsseldorf die Gelegenheit, Alberto Burris Œuvre in seiner ganzen Breite zu erfahren.

Neben der retrospektiven Einzelausstellung mit etwa 70 Leihgaben aus europäischen und amerikanischen Museen und Privatsammlungen werden in einer ergänzenden Präsentation innerhalb des Museums Werke der Materialkunst aus den Beständen der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gezeigt. Im Dialog mit Arbeiten von Lucio Fontana, Robert Rauschenberg oder Jannis Kounellis manifestiert sich Alberto Burris zentrale Position für die abstrakte Kunst der Nachkriegszeit und sein nachhaltiger Einfluss auf folgende Kunstströmungen. Auch vor dem Hintergrund des verstärkten Interesses an Materialfragen in der zeitgenössischen Kunst erfährt Burris Werk eine erstaunliche Aktualität. Dieser lässt sich in einigen Künstlerräumen im K21 nachspüren.


Kuratorinnen für die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen:
Valerie Hortolani und Nóra Lukács


Die Ausstellung ist organisiert von der Solomon R. Guggenheim Foundation, New York.

Die Kunstsammlung NRW dankt der Fondazione Palazzo Albizzini Collezione Burri, Città di Castello, für die Unterstützung.