Art et Liberté

Mayo, Portrait, 1937, Öl auf Leinwand, 46 × 36 cm, Europäisches Kulturzentrum von Delphi, Griechenland, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Eröffnung der Ausstellung

Freitag, 14. Juli 2017, 19.00 Uhr
Eintritt frei.

Begrüßung/Einführung:
Anette Kruszynski, Künstlerische Direktorin (kommissarisch) der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Im Anschluss:
Gespräch über die Entstehung der Ausstellung mit den Kuratoren Sam Bardaouil und Till Fellrath, moderiert von Doris Krystof


Katalog

Art et Liberté. Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938-1948), Editions Skira, Paris 2016,  224 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Museumsausgabe zum Preis von 35,00 Euro.


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Ausstellungskataloge


Führungen

Öffentliche Führungen
(Anmeldung erforderlich)

donnerstags, 16.30 – 17.30 Uhr
sonn- und feiertags, 15.00 – 16.00 Uhr
Annahme von Anmeldungen während der Bürozeiten:
Mo-Do 10.00 – 17.00 Uhr sowie Fr. 10.00 – 13.00 Uhr

Führungen in deutscher Sprache sowie fremdsprachige Führungen können im Besucherservice reserviert werden:

Besucherservice
Tel. 0211. 83 81-204
service(at)kunstsammlung.de


Begleitprogramm

Zahlreiche Veranstaltungen, Diskussionen und Gespräche finden im Programm des KPMG-Kunstabend sowie bei Futur 3 im Schmela Haus statt. Workshops für Kinder und Jugendliche sowie die Seminarreihe für Erwachsene "Meistersommer" werden angeboten.

KPMG-Kunstabend

Futur 3

Kalender

 

Umbruch, Krieg und Surrealismus
in Ägypten (1938 – 1948)

15.07. 15.10.2017
K20 Grabbeplatz

Mit mehr als 200 Leihgaben aus rund 50 Sammlungen in zwölf Ländern, darunter Gemälde und Grafiken, Fotografien, Filme, Bücher und Dokumente, wird zum ersten Mal überhaupt die Geschichte der heute fast vergessenen ägyptischen Künstlergruppe Art et Liberté ("Kunst und Freiheit", "jama’at al-fann wa al-hurriyyah") präsentiert. Das surrealistische Kollektiv aus Schriftstellern und bildenden Künstlern formierte sich kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im vom britischen Empire kontrollierten Königreich Ägypten im Kampf gegen Faschismus, Nationalismus und Kolonialismus.

Beteiligte Künstler und Künstlerinnen wie Hassan El-Telmisani, Inji Efflatoun, Fouad Kamel, Amy Nimr, Samir Rafi oder Ramses Younane bringen in ihren Werken das politische, ästhetische und soziale Engagement der Gruppe zum Ausdruck. Deren treibende Kraft war der in Kairo lebende Dichter und Literaturkritiker Georges Henein, Diplomatensohn und Kosmopolit, der bereits ab 1933 engen  Anschluss an die Pariser Surrealisten um André Breton hatte. Der oft provokative, immer poetische, subversive und anarchische Surrealismus mit seiner engen Verschmelzung von Dichtung und Malerei trat auch von Kairo aus gegen politische Unterdrückung und für ein freiheitliches Menschenbild ein.

Zur Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen hat die Ausstellung einen direkten Bezug, denn das ägyptische Künstlerkollektiv hat sich ausdrücklich mit vielen heute in der Sammlung zu sehenden Künstlern der Klassischen Moderne, die von Hitler, Mussolini oder Franco verfolgt worden sind, solidarisiert. Mit Blick auf die diffamierende NS-Propagandaschau überschrieb die Art et Liberté-Gruppe ihr Gründungsmanifest vom Dezember 1938 mit "Es lebe die entartete Kunst!" und forderte: "Lasst uns gemeinsam das Mittelalter besiegen, das im Herzen des Okzidents entsteht."

Der Blick auf die vielfältigen Aktivitäten der Gruppe Art et Liberté ist der Prolog zu der für den Herbst  2018 im K20 geplanten umfangreichen Präsentation Die exzentrische Moderne, die im Rahmen des Forschungsprojekts "museum global" (2015–2018) Erscheinungsformen nicht-westlicher moderner Kunst auf verschiedenen Kontinenten untersucht. Als erste Kunstströmung der Moderne hat der Surrealismus eine internationale Wirkung entfaltet. Mit einer neuen Definition von Surrealismus etablierte Art et Liberté in Kairo eine zeitgenössische Bildsprache, die gleichermaßen im Globalen wie im Lokalen wurzelte.


Kuratoren: Sam Bardaouil und Till Fellrath (Art Reoriented, München und New York) in Zusammenarbeit mit Doris Krystof (Ausstellung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen)

Die Ausstellung war zuvor im Centre Pompidou / Paris sowie im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía / Madrid zu sehen. Sie wird nach Düsseldorf in der Tate Liverpool (17.11.17 – 18.03.18) und anschließend im Moderna Museet in Stockholm (21.04. – 19.08.18) gezeigt.

Die Ausstellung wird gefördert durch:
S.E. Sch. Hassan M.A. Al Thani