museum global

Lasar Segall, Encontro, ca. 1924, Acervo Museu Lasar Segall – IBRAM/MinC, © Museu Lasar Segall

Eröffnung der Ausstellung

Freitag, 9. November 2018
19.00 Uhr

Eintritt frei.

Es sprechen:

  • Susanne Gaensheimer, Direktorin
  • Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes
  • Kathrin Beßen, Julia Hagenberg, Doris Krystof, Isabelle Malz und Maria Müller-Schareck (für das Team „museum global“ der Abteilungen Wissenschaft und Bildung)

20.00 Uhr
Musik

Guy Dermosessian – Kalakuta Soul Records


Rahmenprogramm

Zur Ausstellung bietet die Kunstsammlung täglich ein abwechslungsreiches, in weiten Teilen kostenfreies Rahmenprogramm an. In Gesprächen, Vorträgen, Screenings, Workshops und verschiedenen Führungsformaten können die Besucher/innen in Kontakt mit der Kunst, aber auch den Museumsmacher/innen sowie Gästen aus unterschiedlichen Disziplinen treten und dabei Ihre Perspektiven einbringen.

Alle Informationen zum Programm ab November in einer gesonderten Publikation und auf einer eigenen Website zum Projekt.

 

museum global
Mikrogeschichten einer
ex-zentrischen Moderne

10.11.2018 bis 10.03.2019
K20 Grabbeplatz

Seit den späten 1990er Jahren wächst das Interesse an einer globalgeschichtlichen Perspektive auf die Moderne, die lange nur jene avantgardistischen Kunstrichtungen meinte, die sich im 20. Jahrhundert in Wien, Paris, Berlin und später New York entwickelten. Aber auch außerhalb der Grenzen Europas und Nordamerikas existierten Zentren der Kunstproduktion, wo  eigenständige Positionen jenseits von oder in Auseinandersetzung mit der "westlichen Moderne" formuliert wurden. Ausgehend von der 1961 gegründeten Sammlung des Landes  Nordrhein-Westfalen mit ihrem westlichen Fokus lenkt das Forschungs- und Ausstellungsprojekt "museum global" den Blick auf eine "ex-zentrische" Moderne und erzählt in Mikrogeschichten von ausgewählten künstlerischen Manifestationen, die in den Jahren zwischen 1910 und 1960 in Japan, Georgien, Brasilien, Mexiko, Indien, Nigeria oder im Libanon artikuliert wurden.

Die Veröffentlichung eines programmatischen Textes in Tokio 1910, eine wegweisende Ausstellung in Moskau 1913, künstlerische Manifestationen in São Paolo 1922, internationale Begegnungen, Reisen und Dialoge stehen im Zentrum der Mikrogeschichten, die die Ausstellung "museum global. Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne" erzählt. Vorgestellt werden ausgewählte Künstlerinnen und Künstler einer globalen Moderne, die in Deutschland bisher wenig beachtet wurden. In die Räume des K20, die bislang der europäischen Moderne vorbehalten waren, werden nun für einige Monate Werke von Yorozu Tetsugoro, Niko Pirosmani, Lasar Segall, Anita Malfatti, Tarsila do Amaral, Diego Rivera, Frida Kahlo, Amrita Sher-Gil, Saloua Raouda Choucair, Uche Okeke, Colette Omogbai u.v.a. Einzug halten.

Entstanden im Kontext einer ex-zentrischen Moderne, deuten sie die Möglichkeit anderer Perspektiven und Konstellationen an. Und sie provozieren bis heute aktuelle Fragen, die eng mit einem postkolonialen Blick verknüpft sind: Wie entstehen nationale und kulturelle Identitäten? Wie spiegeln sich Flucht und Exil in den Werken einzelner Künstlerinnen und Künstler? Welchen kulturpolitischen Einfluss haben Reisen, Begegnung und Austausch?


Paul Klee:
Eine Sammlung auf Reisen

Vielfältiger künstlerischer Austausch, Reisebegegnungen, Korrespondenzen, Publikationen und Ausstellungsbeteiligungen trugen zu diesen Entwicklungen bei. Den Prolog für das umfassende Ausstellungprojekt bildet die Präsentation "Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen" (ab 13.10.2018). Ein Konvolut von 88 Werken Paul Klees, der von den Nationalsozialisten als "entartet" diffamiert wurde, bildet den Grundstock der Kunstsammlung. Im Zentrum der Schau steht die kulturpolitisch motivierte Reise, die die Klee-Sammlung zwischen 1966 und 1985 an nahezu 40 Orte auf der ganzen Welt führte. Im letzten Raum wird in einem Epilog gezeigt, wie um 1960 durch neue Ausstellungsformate wie die Documenta sowie durch rege Sammlungspolitik der Museen ein Kanon der westlichen Moderne definiert und um zeitgenössische Positionen erweitert wurde.


OPEN SPACE

OPEN SPACE, ein von der Kunstsammlung und raumlabor Berlin eingerichteter offener Raum, wird die Ausstellung "museum global" begleiten und das Museum zur Stadtgesellschaft öffnen: Der Zugang in das K20 wird erstmalig auch vom Grabbeplatz aus möglich sein. Ausgestattet mit einem Café, einer Bühne, einer Siebdruckwerkstatt sowie Angeboten für Information, Lektüre, Unterhaltung und Begegnung, ist OPEN SPACE als kostenfrei zugänglicher Treffpunkt und Verhandlungsraum gedacht. OPEN SPACE lädt zu einem umfangreichen Rahmenprogramm ein, das die aktuellen sozialen und politischen Kontroversen aufgreift und die Rolle des Museums für eine Gesellschaft befragt.


Das Forschungsprojekt wurde initiiert und wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes.

Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundesaußenministers Heiko Maas.

Kulturstiftung des Bundes

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Team des Ausstellungs- und Forschungsprojekts

Kathrin Beßen, Janine Blöß (freie Mitarbeit), Eva Busch (freie Mitarbeit), Susanne Gaensheimer, Julia Hagenberg, Doris Krystof, Nóra Lukács (freie Mitarbeit), Isabelle Malz, Maria Müller-Schareck, Annika Plank, Sarah Schmeller, Peter Schüller, Agnieszka Skolimowska, Melanie Vietmeier (freie Mitarbeit), Linda Walther, Thelma Marimba Williamson


Forschungsprojekt seit 2015

Das Projekt museum global ist ein Forschungsprojekt der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Globale Kunstgeschichte des Heidelberger Centrums für transkulturelle Studien an der Universität Heidelberg, unter wissenschaftlicher Beratung von Prof. Dr. Monica Juneja.

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