real sets / fictional sets

Candida Höfer, Schmelahaus Düsseldorf I, 2011, Fotografie, 180 x 226,3 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Schenkung der Künstlerin an die Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen e.V. 2017, Courtesy, © Candida Höfer, Köln / VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Eröffnung der Präsentation

Die Präsentation ist ab dem KPMG-Kunstabend am 2. August 2017 um 18.00 Uhr geöffnet.


Beteiligte Künstler:

Alice Creischer / Andreas Siekmann
Candida Höfer
William Kentridge
Bruce Nauman
Wael Shawky
Rosemarie Trockel
Richard T. Walker
Heimo Zobernig

 

Videos und Fotografien

Sammlungspräsentation

02.08. – 08.10.2017
K21 Ständehaus

Im Untergeschoss von K21 präsentiert real sets / fictional sets Videos und Fotografien aus der Sammlung, in denen das Set als auf unterschiedlichste Weise bühnenhaft arrangierter Raum gestaltet ist und eine Spielfläche für unterschiedlichste Szenen, Handlungen und Geschichten bietet. Es werden Arbeiten von Bruce Nauman, William Kentridge, Rosemarie Trockel, Richard T. Walker, Heimo Zobernig und Wael Shawky gezeigt, die um eine Werksauswahl mit Fotografien von Candida Höfer ergänzt sind.

Erstmals präsentiert wird die jüngste Erwerbung der Sammlung: Höfers eindrucksvolle Fotografie "Schmelahaus Düsseldorf I" (2011), eine Schenkung der Künstlerin an die Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Höfers Ansicht des leeren Raums mit seinen Wänden und der Decke aus Bims-Betonstein sowie dem weißen Marmorfußboden zeigt die nordöstliche Ecke des Ausstellungsraums im Untergeschoss des Gebäudes, das sich der legendäre Düsseldorfer Galerist Alfred Schmela 1971 in der Mutter-Ey-Straße 3 nach Entwürfen des niederländischen Architekten Aldo van Eyck hat bauen lassen. Mit der für Höfer typischen nüchternen Schilderung präsentiert sich die minimalistische, von Neonlicht beleuchtete Architektur als offene Fläche, die auf ihre Bespielung wartet. Tatsächlich wurde das Schmela Haus im Oktober 2013 mit skulpturalen Einbauten einer Bühne und Bar ausgestattet. In Auseinandersetzung mit van Eycks spröder Ästhetik realisierte der Bildhauer Andreas Schmitten sein an Variéte und Zirkus erinnerndes "Set für das Schmela Haus. Saal und Bar", das die bei Höfer gezeigte Ansicht verdeckt.

Die Fotografie "Schmelahaus Düsseldorf I" verweist gleichzeitig auf mehrere Aspekte der jüngeren Düsseldorfer Kunstgeschichte, so auf die mit Schmela verbundene Aufbruchszeit in den 1960er/70er Jahren, auf die lokale Fotografietradition der Becher-Schule an der Kunstakademie, aus der Candida Höfer um 1980 hervorgegangen ist, sowie auf die Geschichte der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die seit 2009 das zwischen K20 und K21 gelegene Schmela Haus als dritte Ausstellungsspielstätte, vor allem aber als Gäste- und Veranstaltungshaus nutzt.