2011

Neue Künstlerinnenräume

Rosemarie Trockel, Lee Bontecou, Nancy Spero, Charlotte Posenenske, Annette Messager, Candida Höfer

05.10.2011 – 29.04.2012
K21 Ständehaus

Die Präsentation der Fotografien von Candida Höfer schließt die Reihe der Künstlerinnenräume im K21 Ständehaus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ab. In insgesamt sechs Räumen, die jeweils einer einzelnen Künstlerin gewidmet sind, werden bis zum 29. April 2012 die Werke von Rosemarie Trockel, Lee Bontecou, Nancy Spero, Charlotte Posenenske, Annette Messager und Candida Höfer vorgestellt. Nach der 2010 gezeigten Ausstellung „Intensif-Station“ baut die Kunstsammlung mit diesem Projekt ihren Sammlungsschwerpunkt der Künstlerräume im K21 weiter aus.

Im vergangenen Oktober hatte Rosemarie Trockel mit keramischen Arbeiten, die Themen wie Verletzlichkeit und Brutalität umkreisen, die Serie der Kabinett-Austellungen eröffnet. Den Schlussakkord setzte nun mit der Eröffnung am 7. März, dem KPMG Kunstabend, die Fotokünstlerin Candida Höfer. Sie hat ihre sachlich-dokumentarischen Fotografien aus den Jahren 1973 bis 2011 im Ständehaus selbst installiert. Seit vielen Jahren konzentriert sich Candida Höfer auf die Fotografie von Innenräumen, meist kulturell geprägten Orten wie das Festspielhaus Recklinghausen (1997) oder das Museum für Völkerkunde, Dresden VI (2000). Frontal oder aus der Diagonale aufgenommen, versucht die Künstlerin, den besonderen Charakter des Raumes mit seinen prägenden Details einzufangen.

Die von Wissenschaft und Raumfahrt inspirierten dreidimensionalen Wandarbeiten der amerikanischen Künstlerin Lee Bontecou, von der die Kunstsammlung ein Hauptwerk besitzt, sind in K21 ebenso zu sehen wie die War Series von Nancy Spero. Diese Gouachen sind eine persönliche und kritische Reflexion des Vietnamkrieges als Ausgeburt männlicher Allmachtsfantasien. Ganz nach dem Willen des „Benutzers“, in diesem Fall der Kunstsammlung, können die Skulpturen aus Wellpappe von Charlotte Posenenske im Ausstellungsraum angeordnet werden. Ihre somit „demokratischen“ Kunstwerke, die mächtigen Vierkantrohre Serie DW, verzichten auf einen persönlichen Stil und betonen ganz den Aspekt industrieller Fertigung.

Die Französin Annette Messager verwendet für ihre Installationen häufig Alltagsmaterialien und  -techniken. So bewegt sich bei Sous vent (2004/2010) im Ständehaus das halbtransparente Seidentuch wie die Oberfläche eines schwarzen Ozeans über einer Landschaft aus aufleuchtenden Lichtinseln. Immer wieder werden damit einzelne Gegenstände wie Puppen, Schuhe oder Masken sichtbar und erinnern an Verdrängtes oder Unterbewusstes, das ab und an schemenhaft an die Oberfläche gelangt.  


Big Picture II (Zeitzonen)

09.12.2011 - 01.04.2012
K21 STÄNDEHAUS

Das Erleben und das Erinnern von Zeit stehen im Mittelpunkt des zweiten Teils der Übersicht ("big picture") über die Sammlung raumgreifender Installationen, die im neu gestalteten Untergeschoss von K21 Ständehaus präsentiert wird.

Zu den 'Zeit-Bildern' in Film- und Videoarbeiten kommen installative Arbeiten, so dass unterschiedlichste Formen der Sichtbarmachung und Erfahrung von Zeit erlebbar werden. Konzepten des vermeintlich schieren Registrierens von Zeit stehen narrative Dispositionen von historischer Zeit entgegen.

Ausgewählte Leihgaben ergänzen den thematischen Parcours der Sammlungspräsentation.

Beteiligte Künstler
Danica Dakić, Hanne Darboven, Lucinda Devlin, Jochem Hendricks, Martin Honert, Nan Hoover, On Kawara, Dieter Kiessling, Korpys/Löffler, Angela Melitopoulos, Jason Rhoades, Hito Steyerl, Ana Torfs und Samuel Beckett


Zvi Goldstein – Haunted by Objects

Weltreisen im Innern meines Kopfes

13.11.2011 - 26.02.2012
K20 GRABBEPLATZ

Die Ausstellung ist das bisher größte Projekt des 1947 geborenen konzeptuellen Bildhauers und Autors, der als einer der ersten seit den späten 1970er Jahren eine künstlerische Position außerhalb, aber in Beziehung zum westlichen Kontext entwickelt und die Herausforderung der globalisierten Welt mit seinem Werk angenommen hat.

Weit über 850 Objekte und Bilder, von der Antike bis zur Gegenwart, aus unterschiedlichen Kulturen rund um den Globus bilden in Haunted by Objects einen dichten, komplexen und hybriden Kosmos. Ausgangspunkte sind 62 Textpassagen aus Room 205, dem neuen Buch des Künstlers. Es schildert in einer mit unterschiedlichen Elementen durchsetzten poetischen Sprache einen einminütigen Flashback in einem Hotelzimmer kurz nach dem Erwachen. Der Text ist Ausdruck eines Bewusstseinszustandes zwischen Tagtraum, Fantasie und Halluzination, in dem Fragmente des eigenen Lebens mit künstlerischen, kulturellen und philosophischen Überlegungen kaleidoskopartig vereint sind.

In einem großen Raum und bei abgedunkelter Beleuchtung erscheint jedes der Textfragmente in einem Cluster von Objekten, die in verschiedener Weise auf deren Inhalt Bezug nehmen und so alle Wände überziehen. Die große Fülle der Gegenstände und die assoziationsreiche Sprache der Texte erlauben unendlich viele Einzelbeobachtungen und Verknüpfungen, ohne dass ein vorgegebenes System festen Halt und eindeutige Bezüge liefert. Manches bietet sich in höchster Klarheit dar, anderes entgleitet an den Rändern dem Zugriff. Gemäß Goldsteins künstlerischer Leitlinie gehen „Phantasie und Theorie, Konzept und Ästhetik, Kontext und Ontologie, Biografie und Ideologie“ eine gleichberechtigte Einheit „zwischen kulturell zentralen und peripheren Existenzen“ ein.

Als Ganzes ist Haunted by Objects der großartige Versuch eines Künstlers, der eigenen Faszination durch kulturelle Objekte und den in ihnen aufgehobenen Geschichten und Weltsichten Ausdruck zu geben. Gleichzeitig stellt die Arbeit die geläufigen museologischen Ordnungen in Frage und es gelingt ihr, das Bild einer multi-dimensionalen Welt in der Epoche der Globalisierung zu zeichnen.

Die Ausstellung wurde organisiert von The Israel Museum, Jerusalem.
Alle in der Installation gezeigten Objekte stammen aus den enzyklopädischen Sammlungen dieses Museums.


Kunstsammlung im Ausland

Wolfgang Tillmans – Zachęta Ermutigung

18.11.2011– bis 29. 01. 2012
Zachęta Nationale Kunstgalerie, Warschau

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen realisiert in Kooperation mit der Zachęta Nationalen Kunstgalerie, Warschau, die erste Einzelausstellung des international renommierten und mehrfach ausgezeichneten Künstlers Wolfgang Tillmans in Polen; ein Projekt im Rahmen der Kultursaison NRW in Polen 2011 / 2012 mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Der in Berlin und London lebende Turner Preisträger (geb. 1968 in Remscheid) wird ein für die traditionsreichen Ausstellungsräume der Nationalgalerie Zachęta komponiertes Ensemble von Fotografien, abstrakten Bildern, Videoarbeiten und Truth Study Centre Tischinstallationen zeigen. Mit seinen Arbeiten hat Tillmans nicht nur eine neue Bildsprache der Fotografie entwickelt und nachhaltig eine ganze Künstlergeneration geprägt, sondern auch eine eigene Präsentationsform geschaffen: Verschiedene Bilder und Inhalte führt er immer wieder in neuen Displays und Ausstellungskontexten zusammen und montiert dabei häufig ungerahmte neben gerahmte   Fotografien. Durch diese besondere Form der Präsentation erhalten Fotografie und Installation skulpturale Qualitäten.


Sammlungsprojekt

Grandes Dames - Zu Gast in der Sammlung

06.10.2011 – 29.01.2012
K20 GRABBEPLATZ

Für das Sammlungsprojekt Grandes Dames haben wir uns kritisch, zugleich auch sehr behutsam gefragt: Welche Künstlerinnen fehlen in der ständigen Sammlung, vor allem im Bereich der Klassischen Moderne? Welche wichtigen Positionen wurden in der im Vergleich sehr jungen Sammlungsgeschichte des Museums nicht berücksichtigt und sind deshalb nicht repräsentiert? Einige der sich so ergebenden Lücken innerhalb der Sammlung werden markiert, indem gezielt ausgewählte Werke von Künstlerinnen als Leihgaben aufgenommen worden sind. Dazu gehören Gemälde und Skulpturen von Natalia Gontscharowa, Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, Gabriele Münter, Meret Oppenheim, Ljubow Popowa und Marianne Werefkin.

Eine verbreitete Strategie ist es, Lücken in Museumssammlungen durch Leihgaben zu schließen. Uns geht es aber letztendlich um die Frage einer langfristig angelegten Überprüfung des über die Sammlung vermittelten Kanons. Nach Möglichkeit sollten Korrekturen über Ankäufe und Schenkungen erfolgen. Aufschlussreich ist auch eine retrospektive Marktanalyse: Welche Werke waren also wann zu welchen Preisen verfügbar? Das ist besonders interessant vor dem Hintergrund der aktuellen Preissteigerungen der großen alten oder jüngst verstorbenen Künstlerinnen.

Wissenschaftlich begleitet wurde dieses Projekt von Studentinnen des Kunstgeschichtlichen Instituts der Ruhr-Universität Bochum.


Die andere Seite des Mondes. Künstlerinnen der Avantgarde

22.10.2011 - 15.01.2012
K20 GRABBEPLATZ

Im Mittelpunkt der Ausstellung Die andere Seite des Mondes stehen acht Künstlerinnen, die in den 1920er und 1930er Jahren maßgeblich an den ästhetischen Neuerungen in Europa beteiligt waren. Durch ihr hohes künstlerisches Niveau, ihre zielstrebige Kontaktsuche und unbedingtes Engagement vernetzten sie sich stets im Zentrum der Avantgarde. Es sind Claude Cahun, Dora Maar, Sonia Delaunay, Florence Henri, Hannah Höch, Sophie Taeuber-Arp und die weniger bekannten Katarzyna Kobro und Germaine Dulac, deren Leben und Werke in der Ausstellung erstmals in dieser Zusammenstellung entdeckt werden können. Die Gesamtspanne ihrer künstlerischen Arbeiten umfasst unterschiedliche ästhetische Richtungen vom Dadaismus über den Konstruktivismus bis hin zum Surrealismus. Ebenso vielfältig sind die künstlerischen Mittel: Malerei, Fotografie, Collage, Film und Skulptur.

Die andere Seite des Mondes wendet sich den weiblichen Pionieren der Avantgarde zu: Künstlerinnen, die frühzeitig an den Bewegungen ihrer Zeit teilgenommen und die zur Begründung und Verbreitung neuer Stilrichtungen beigetragen haben. Beispielhaft für diese Riege der Pionierinnen steht Sophie Taeuber-Arp (1889-1943). Mit ihrem umfassenden Werk, das den Dadaismus und die geometrisch-abstrakte Kunst miteinander verknüpft und sogar in Randbereichen den Surrealismus berührt, gilt sie in den Kreisen von Cercle et Carré und Abstraction-Création als die "Verbindungen Schaffende" par excellence. Neben Piet Mondrian und Theo van Doesburg trägt sie zur Etablierung der konkreten Kunst in Europa bei und ist als weltoffene Persönlichkeit und Mitarbeiterin der französischamerikanischen Zeitschrift Plastique eine frühe Networkerin in Sachen avantgardistischer Kunst.

Zum Kreis dieser einflussreichen und kommunikativen Künstlerinnen zählen ebenso Hannah Höch (1889-1978), die mit ihren Collagen zu den Begründern des Berliner Dadaismus gehörte, sowie Sonia Delaunay (1885-1979). Letztere bereitete in Paris den Weg zur reinen Malerei und revolutionierte die Modeindustrie mit ihrem eigenen Label. Florence Henri (1893-1982) war die Repräsentantin des Neuen Sehens in Frankreich. Ob bei den Futuristen in Rom, den Kubisten in Paris oder im Bauhaus in Dessau – die reisefreudige, vielsprachige Florence Henri hielt sich immer dort auf, wo die Avantgarde zu Hause war. Dora Maar (1907-1997) und Claude Cahun (1894-1954) gelten als die radikalsten Vertreterinnen des frühen Surrealismus.

Fast alle der vorgestellten Künstlerinnen waren zeitweise eng miteinander befreundet, andere kannten sich indirekt durch ihre Werke. Die Wege, Querverbindungen, wechselnden Freundschaften und temporären Paarbildungen – kurz: die europaweiten Netzwerke dieser Künstlerinnen – sollen in den rund 230 Werken der Ausstellung sichtbar und erfahrbar werden.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art, Humlebæk Dänemark (Laufzeit: 14. Februar bis 28. Mai 2012). Medienpartner ist das Handelsblatt. Die Ausstellung findet mit freundlicher Unterstützung des Institut français Düsseldorf und des Polnischen Instituts Düsseldorf statt.


Jordan Wolfson

08.09.2011 – 15.01.2012
SCHMELA HAUS

Der 1980 geborene Amerikaner Jordan Wolfson, der als einer der spannendsten jungen Künstler seiner Generation angesehen werden kann, präsentiert im Rahmen seiner Einzelausstellung im Schmela Haus eine Auswahl von neueren und älteren Arbeiten. Durch die Auswahl wird es erstmals möglich, die Vielfalt des künstlerischen Schaffens in seiner Gänze kennenzulernen. Im Zentrum seines Werkes steht die Erforschung unseres kulturellen Unterbewusstseins sowie unserer Konsumkultur, die er mit filmischen, malerischen und fotografischen Arbeiten betreibt.

Um die kleine Werkschau an die besonderen Bedingungen des Schmela Hauses anzupassen, hat Jordan Wolfson in den vergangenen Monaten mehrfach das Gebäude besucht und für den Ort künstlerische Interventionen konzipiert, die die Wahrnehmung der Architektur verändern. Der Besuch im Schmela Haus wird durch diese Eingriffe, unabhängig von der Werkpräsentation, zu einem nachhaltigen Erlebnis. 


Big Picture (Orte / Projektionen)

19.03. – 20.11.2011
K21 STÄNDEHAUS

Mit der Ausstellung gibt die Kunstsammlung einen Einblick in ihren Bestand an Film- und Video-Installationen. Zu den Klassikern der jüngeren Kunstgeschichte in der stetig wachsenden Video-Sammlung zählen Steve McQueen, Shirin Neshat oder Rodney Graham. Die Auswahl aus dem eigenen Besitz wird mit Leihgaben internationaler Künstlerinnen und Künstler ergänzt. Bewusst konzentriert sich die Präsentation auf zwölf raumgreifende Arbeiten, die wegen der Größe ihrer Projektionsmaße nur selten gezeigt werden können. Eine eigens mit Stadler Prenn Architekten (Berlin) für das Untergeschoss von K21 Ständehaus entwickelte Architektur bietet auf insgesamt 1100 Quadratmetern einen Parcours, der die räumlich-physischen Aspekte der Projektionen zur Geltung bringt. Die genauen technischen Vorgaben der Künstler für die Installation rücken diese Arbeiten, die ohne aktuelle Präsentation nicht existierten, in die Nähe der „Aufführungskünste“ wie Tanz, Theater oder Musik.

Big Picture ist der Titel einer Arbeit des jung verstorbenen kalifornischen Künstlers Jason Rhoades (1965–2006): „Big picture“ meint aber auch „die große Übersicht“, die die Vorstellung einer großen Sammlung ermöglicht. Wenn Rhoades in ironischer Verkehrung und mit der Genauigkeit eines Kartographen einen großen Garten auf einem kleinen Flatscreen zeigt, gibt das den Takt vor für diese Ausstellung von Film- und Video-Installationen, die die unterschiedlichen Wirkungsweisen kinematografischer Installationen vor Augen führen. Die Präsentation konzentriert sich auf die Auswahl von zwölf Installationen, die zur Hälfte aus dem Besitz der Kunstsammlung stammen und zur Hälfte Leihgaben sind. Perspektivwechsel, Größen- und Gedankensprünge erzeugen jenseits des Kinos ein filmisches Klima, zu dessen stärksten Erfindungen Bilder vom Reisen, von Landschaft und Natur gehören.

Beteiligte Künstler: Jason Rhoades, Mark Lewis, Rodney Graham, Shirin Neshat, Dominique Gonzalez-Foerster, Corinna Schnitt, Natacha Nisic, Paul Pfeiffer, Steve McQueen, Kimsooja, Thomas Steffl, Richard T. Walker

Medienpartner: Handelsblatt


MOVE - Kunst und Tanz seit den 60ern

19.07. – 25.09.2011
K20 GRABBEPLATZ

Die Ausstellung MOVE – Kunst und Tanz seit den 60ern bietet erstmals einen Überblick über die historische und aktuelle Beziehung zwischen bildender Kunst, Tanz, Bewegung und Choreographie seit den frühen 1960er Jahren. Gezeigt werden von Künstlern, Tänzern und Choreographen realisierte Skulpturen und Installationen, die alle in ihrer Weise auf die Bewegungen der Ausstellungsbesucher Einfluss nehmen.

Die Ausstellung erkundet, wie Bewegung im Alltag zur treibenden Kraft bei der Entwicklung sowohl der zeitgenössischen Kunst als auch des Tanzes seit den 1960er Jahren gewesen ist. Sie überprüft, wie Bildende Künstler in den 1960er und den 1970er Jahren die Choreografie als Mittel eingesetzt haben, um das Publikum zu ermutigen, Kunst mit dem ganzen Körper zu erfahren. Währenddem benutzten in den vergangenen zwei Jahrzehnten zunehmend Künstler die Mittel von Tanz und Performance auch um herauszufinden, wie das Alltagsverhalten choreografiert und manipuliert wird.  

MOVE wurde von der Chefkuratorin der Hayward Gallery in London, Stephanie Rosenthal, kuratiert und umfasst Arbeiten von Janine Antoni, Pablo Bronstein, Trisha Brown, Boris Charmatz, Lygia Clark, William Forsythe, Simone Forti, Dan Graham, Christian Jankowski, Isaac Julien, Mike Kelley, Maria La Ribot, Xavier Le Roy & Mårten Spångberg, Robert Morris, Bruce Nauman, João Penalva, Tino Sehgal, Franz Erhard Walther und Franz West. In Düsseldorf ergänzen ausgewählte Werke aus der eigenen Sammlung die Ausstellung (Carl Andre, Robert Morris, Jackson Pollock u.a.).

Ein in die Ausstellung integriertes interaktives Archiv stellt das Thema Kunst und Tanz in einen erweiterten historischen Kontext. Die Auswahl umfasst über 170 Aufnahmen (Merce Cunningham, Allan Kaprow, Yvonne Rainer, Meg Stuart, Kazuo Shiraga, Atsuko Tanaka, Sasha Walz u.v.a.). Das Archiv wurde unter Mitwirkung von André Lepecki, Professor of Performance Studies at NYU (New York University), eigens für die Ausstellung entwickelt.

Realisiert in Kooperation mit der Hayward Gallery, London
Medienpartner: Handelsblatt
Das Bildungsprogramm der Ausstellung wird unterstützt durch die Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West


Aufruf zur Alternative

18.03. – 17.07.2011
SCHMELA HAUS

Mit der Ausstellung Aufruf zur Alternative eröffnet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen am 18. März 2011 das Schmela Haus als neuen Projektraum in der Düsseldorfer Altstadt. Acht zeitgenössische Arbeiten von Shaina Anand, Luca Frei, Group Material, Christine & Irene Hohenbüchler, Jenny Holzer, Sora Kim, Sarah Pierce und Kateřina Šedá reaktivieren das ehemalige Galeriehaus als Ausstellungsraum. Die Ausstellung mit ihren ortsspezifischen Installationen zeigt Verbindungslinien auf zwischen der Geschichte des Hauses, seiner einzigartigen Architektur und der heutigen Nutzung.

Der Galerist Alfred Schmela beauftragte das später nach ihm benannte Haus 1967 bei dem renommierten niederländischen Architekten Aldo van Eyck. Als erstes nur für diesen Zweck geplante Galeriegebäude der Bundesrepublik verbindet es raffiniert eine öffentliche Kunstgalerie und private Räume des Galeristen. Das Schmela Haus galt bereits damals als Inkunabel der modernen Architektur. Die ursprüngliche Intention und Funktion der Architektur wird durch die künstlerischen Arbeiten der Ausstellung reflektiert. Sie erschließen den Eingangsbereich, Galerie, Büroetage sowie den Wohnraum. Besucher erhalten erstmals Gelegenheit, das gesamte Haus kennen zu lernen und über die Kunst zu erleben.

Der Titel der Ausstellung Aufruf zur Alternative, ein Zitat von Joseph Beuys, steht programmatisch für die Arbeit der beteiligten Künstler. Sie zeichnen sich alle durch ein poetisch gesellschaftliches Engagement aus. Beuys formulierte seinen Aufruf 1978 in der Frankfurter Rundschau für Maßnahmen gegen die Wirtschafts- und ökologische Krise, militärische Bedrohungen sowie Bewusstseins- und Sinnkrisen. Die Arbeiten in der Ausstellung greifen die Pläne des umfassenden Protestes auf und aktualisieren sie künstlerisch und gesellschaftspolitisch. Das Schmela Haus bietet als historischer und sozialer Raum den Rahmen für ihre Neukonfiguration.

Zusätzlich zur Ausstellung findet sich eine Außeninstallation von Jenny Holzers Truisms an der Arriba Bar, Neustraße 27.

Beteiligte Künstler: Shaina Anand, Luca Frei, Group Material, Christine und Irene Hohenbüchler, Jenny Holzer, Sora Kim, Sarah Pierce und Kateřina Šedá. Sarah Pierce, Luca Frei und Christine und Irene Hohenbüchler stellen neue ortspezifische Installation für die Ausstellung her.


Thomas Struth -
Fotografien 1978 - 2010

26.02. – 19.06.2011
K20 GRABBEPLATZ

Der in Düsseldorf und Berlin lebende Fotokünstler Thomas Struth gehört zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Fotografie. Zahlreiche Ausstellungen während der vergangenen 15 Jahre in Europa, den USA, Japan und China haben den 1954 am Niederrhein geborenen Künstler international bekannt gemacht. Seine Arbeiten waren bereits 1992 auf der documenta IX in Kassel zu sehen. Während bisher jedoch lediglich einzelne Werk-Gruppen vorgestellt worden sind, gibt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nun erstmals in Europa einen repräsentativen Überblick über das Gesamtschaffen Struths.

Die in Kooperation mit dem Kunsthaus Zürich entstandene Ausstellung ist gegenüber der ersten Station in der Schweiz auf weit mehr als 100 Motive erweitert, wozu in Düsseldorf auch eine Reihe bisher nie gezeigter neuester Arbeiten des Fotokünstlers gehört. Besondere Aufmerksamkeit verdienen aber auch bisher nie in der Öffentlichkeit gezeigte frühe Werke, die zur Folge der Düsseldorfer „Straßen“ gehören. Die Schwarz-Weiß-Fotografien sind gemeinsam mit einer Auswahl seiner Dschungel-Bilder, den „Paradises“, als eigene Präsentation in der Grabbehalle von K20 zu sehen. Diese raumfüllende Bilder-Installation ist ausschließlich in Düsseldorf ausgestellt und vom Künstler selbst eingerichtet.

Thomas Struth studierte an der Kunstakademie Düsseldorf zunächst bei Gerhard Richter Malerei, ab 1976 bei Bernd Becher Fotografie. Im Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit steht  das präzise Sehen. Ob die frühen Düsseldorfer Straßenbilder oder das undurchdringliche Dickicht asiatischer Dschungel („Paradises“), ob großformatige Museumsszenen („Audiences“) oder die jüngsten Aufnahmen in technischen Groß-Anlagen: Immer wieder thematisiert Struth in seinen typischen Bild-Folgen das Verhältnis von Betrachter und Betrachtetem. Er vermeidet dabei jede Art von vordergründiger Dramatisierung seiner Motive, die er auf Reisen durch Europa, Amerika, Ostasien oder Australien findet. Damit gehört er zu den herausragenden Künstlern, die in der Zeit wahrer Bilderfluten dem Medium Fotografie zu neuer Intensität und Wirkungskraft verholfen haben.

Weitere Stationen der Ausstellung sind London (Whitechapel Gallery, 06.07. - 16.09.2011) und Porto (Museu Fundação Serralves, 14.10.2011 - 29.01.2012).

Die Ausstellung wird gefördert durch die NATIONAL-BANK.
Medienpartner ist das Handelsblatt.


Thomas Struth in Kooperation mit Frank Bungarten – Musik

In Kooperation mit dem Gitarristen Frank Bungarten präsentiert Thomas Struth Musik im Labor, dem Ausstellungsraum der Abteilung Bildung. Dieses Projekt bildet einen anregenden akustischen Kontrast zu den vielfältigen visuellen Eindrücken, die die Besucher beim Ausstellungsrundgang erfahren. Musik lässt sie die Kunstwerke der Sammlung in einem erweiterten Kontext sinnlich erleben. Zu hören ist eine Musikauswahl von Struth und Bungarten, die Werke unterschiedlicher Kulturen und Genres zusammenführt.

Als besondere Höhepunkte des Projekts finden im Mai Meisterkurse im Labor statt, bei denen hochkarätige Musiker Unterrichtseinheiten für Musikstudenten vor Publikum geben.