2012

100 x Paul Klee -
Geschichte der Bilder

29.09.2012 - 21.04.2013 (verlängert)
K21 STÄNDEHAUS

Der Ankauf von 88 Werken Paul Klees (1879 - 1940) durch das Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 1960 war der Anstoß zur Gründung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Heute zählt die auf 100 Arbeiten angewachsene Klee-Sammlung zu den umfangreichsten Beständen dieses Künstlers in Deutschland und ist ein international bedeutender  Anziehungspunkt. Erstmals werden nun im K21 alle Werke gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert: Im Mittelpunkt der  Ausstellung steht nicht nur das Schaffen Klees, sondern auch die oft wechselvolle Geschichte dieser Bilder. Der Künstler lehrte seit Anfang der 1930er Jahre an der Düsseldorfer Kunstakademie und emigrierte unter dem Druck der  nationalsozialistischen Diktatur Ende 1933 in die Schweiz.

Die Gemälde, Zeichnungen und Aquarelle geben einen unvergleichlichen Einblick in das OEuvre dieses höchst vielseitigen  Künstlers und vermitteln einen umfassenden Überblick über Klees nahezu unerschöpfliche Kreativität. Beispiele seiner  Anfänge als Zeichner aus der Zeit bald nach der Jahrhundertwende finden sich ebenso wie Werke, die seine Erfahrungen der legendären Tunisreise 1914 widerspiegeln. Präzise komponierte Gemälde stehen für Klees 1919 begonnene Ölmalerei; geometrisch-konstruktivistische Werke sind in der Zeit seiner Lehrtätigkeit am Bauhaus in Weimar und Dessau entstanden. Zeichnungen und Ölgemälde in zeichenhaft verschlüsselter Bildsprache geben Einblick in das Spätwerk Klees. Der Künstler reflektierte sensibel und mit scharfem Blick die Ereignisse seiner Zeit und schuf zugleich einen künstlerischen Kosmos, in dem sich Tragikomik und Ironie, Leichtigkeit und Ernst, Spiel und Kalkül vereinen.

Einen Einblick in den Schaffensprozess geben in der Ausstellung die Vorder- und Rückseiten von einzelnen Werken: Klee legte großen Wert auf das verwendete Material und erzielte damit besondere Effekte. Seine Gemälde versah der Künstler  zudem mit speziellen Rahmungen und machte damit deutlich, dass er sie als Objekte verstand. Aufmerksamkeit bekommt auch der Sammler, durch dessen Hände der überwiegende Teil der heutigen Düsseldorfer Klee-Sammlung gegangen ist: Der US-Industrielle G. David Thompson trug bis zum Ende der 1950er Jahre die Kollektion zusammen, trennte sich dann aber überraschend von allen Werken. Einen weiteren Ausstellungsschwerpunkt bilden die Galeristen, die mit den Werken der Düsseldorfer Klee-Sammlung Handel trieben. Einzelne Werke haben sich ehemals im Besitz illustrer Persönlichkeiten befunden. Klebezettel auf den Rückseiten von Gemälden geben Auskunft über die internationalen Ausstellungen, in denen  die Düsseldorfer Klee-Werke zu sehen waren: Sie berichten auch von der "diplomatischen Mission", die die Arbeiten Klees seit Mitte der 1960er Jahre in vielen Ländern der Welt zu erfüllen hatte.

Kuratorin: Anette Kruszynski


Big Picture III (Szenen/Figuren)

14.04.2012 – 27.01.2013
K21 STÄNDEHAUS

Im Mittelpunkt des dritten Teils der Übersicht (engl.: "big picture") über die Sammlung raumgreifender Installationen steht die Frage: Was ist Darstellen? In der eigenwilligen Architektur des 2011 umgestalteten Untergeschosses von K21 zeigt eine konzentrierte Auswahl von Arbeiten, wie sich Ideen von Rolle, Identität und Selbst in der Gegenwartskunst artikulieren. Die Bandbreite reicht von der Performancekunst über wirklichkeitsnahe Formen wie das Interview bis zu Anleihen bei Film und Kino. Ausgewählte Leihgaben ergänzen den thematischen Parcours der Sammlungspräsentation.

Beteiligte Künstler:
Vito Acconci, Eija-Liisa Ahtila, Peggy Buth, Keren Cytter, Hanne Darboven, Jeanne Faust, Christoph Girardet und Matthias Müller, Stefan Hablützel, Nan Hoover, Paul McCarthy, Imi Knoebel, Tony Oursler, Pia Stadtbäumer.

Kuratorin: Doris Krystof
Kuratorische Assistenz: Maria Anna Bierwirth


Gillian Wearing

08.09.2012 – 06.01.2013
K20 GRABBEPLATZ

Die britische Künstlerin Gillian Wearing (geb. 1963 in Birmingham, lebt und arbeitet in London) erkundet in ihrem Werk das Verhältnis von Öffentlichem und Privatem, Fiktion und Realität sowie die Beziehung zwischen Künstler und Betrachter.

Die performativen Fotografien und Filme der Turner Prize Gewinnerin von 1997 basieren auf persönlichen Bekenntnissen, privaten Fantasien und Traumata. Darstellerische Techniken, die vom Theater, vom Film und vom Fernsehen entlehnt sind, kommen zum Einsatz. Um Darsteller für ihre Arbeiten zu finden, gibt Gillian Wearing häufig Anzeigen auf. Unterschiedliche Masken und Verkleidungen gewähren den Schutz der Persönlichkeit.

Wearing richtet die Kamera aber auch auf sich selbst. In ihren Selbstporträts zeigt sie sich als ihre Mutter, ihr Vater oder Bruder. Mit einer Reihe von jüngsten Arbeiten hat Wearing ein besonderes Familienalbum geschaffen. Indem sie sich als Diane Arbus, Robert Mapplethorpe, Andy Warhol, Claude Cahun sowie August Sander präsentiert, verwandelt sie sich ihre künstlerischen Vorbilder an. Wearing hinterfragt ihre eigenen Vorstellungen von Identität ebenso, wie die der anderen. "Wir alle spielen Theater", der deutsche Titel eines Klassikers der Rollensoziologie (Erving Goffman), markiert - vor dem Hintergrund von Reality TV und Web 2.0 - eine herausragende Position der Gegenwartskunst, deren komplexes und berührendes Werk mit dieser großen Einzelausstellung erstmals im deutschsprachigen Raum vorgestellt wird.

Der Überblick reicht von Wearings ikonischem Frühwerk Signs that Say What You Want Them to Say and Not Signs that Say What Someone Else Wants You to Say (1992 - 93) bis zu ihrer jüngsten Videoarbeit Bully (2010). In dem mit der Künstlerin erarbeiteten Ausstellungsparcours sind Videoarbeiten (mit deutscher Untertitelung), Fotografien, Skulpturen und, erstmals außerhalb von Großbritannien, die raumgreifende Installation Family History (2006) zu sehen.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit der Whitechapel Gallery, London, und ist im Anschluss in der Pinakothek der Moderne, München, zu sehen.

Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Kuratorin: Doris Krystof


Thomas Schütte

Wattwanderung

16.06. - 09.09.2012
K21 STÄNDEHAUS

Das Werk Wattwanderung setzt sich aus 138 einzelnen Radierungen zusammen, die auf einer Spannleine aufgehängt sind. Der Titel unterstreicht die Idee des Wanderns und des Entdeckens. Das Bildnis des Meeres assoziiert Ebbe und Flut, die Bewegung von einem Bild zum anderen. Die Motive bestehen zum großen Teil aus Portraits, Frauen und Blumen, Themen, die sich seit vielen Jahren wie Leitfäden durch das Oeuvre von Thomas Schütte (geboren 1954, lebt in Düsseldorf) ziehen. Die einzelnen Blätter verstehen sich auch als eine Art Tagbuch, in dem der Künstler 2001 die dramatischen und die banalen Geschehnisse des Alltags festhält.

Viele der Radierungen sind mit Wörtern untermalt. Durch diese Wortspiele wirft der Künstler ernste Themen und Fragen auf: "Desaster des Friedens", "Wie sieht eine Seele aus", "Ground zero wie geht es weiter" oder "Atmen nicht vergessen". Die unterschiedlichen Bilder und Wörter lösen Assoziationen aus; Bilder aus der eigenen Welt werden wachgerufen. Durch die Reise zwischen den Bildern entfaltet sich die passive Bildanschauung zu einer aktiven Bildaufnahme, in der der Betrachter selbst Position zu beziehen hat.

Zudem stellt der Künstler in der Bel Etage des Ständehauses zwei neue Skulpturen erstmals vor. Die neu entstandenen, großformatigen Arbeiten ("Krieger", 2012) sind zusätzlich zur Wattwanderung als "Überraschung" für das Publikum geplant.

Kuratoren: Florence Thurmes in Zusammenarbeit mit Marion Ackermann


Fresh Widow. Fenster-Bilder seit Matisse und Duchamp

31.03. - 12.08.2012
K20 GRABBEPLATZ

Seit Jahrhunderten gehört das Fenster zu den besonders beliebten Motiven der Kunst. Bilder vom "Zimmer mit Aussicht", in dem das Fenster die Schwelle zwischen Innen- und Außenraum markiert, dienen dabei seit jeher auch der Reflexion über das Medium Malerei selbst. Die Beobachtung, dass der Blick auf ein Bild dem durch ein offenes Fenster gleiche, schrieb der Renaissance-Gelehrte Leon Battista Alberti bereits 1435 in seiner Abhandlung über die Malerei nieder. Er schuf damit eine Metapher, die Jahrhunderte lang die Vorstellung von einem Bild prägte, das durch die Regeln der Zentralperspektive organisiert ist und – wie das Fenster – einen Ausschnitt, den Teil eines Ganzen sichtbar macht.

Zwar blieb das Fenster auch im 20. Jahrhundert ein beliebtes Bildmotiv, immer häufiger aber wurde es isoliert gezeigt, ohne Bindung an eine Architektur, ohne Ausblick in eine Landschaft, ohne sehnsüchtig in die Ferne schauende Rückenfigur. Robert Delaunay, Henri Matisse und Josef Albers erprobten in ihren Fenster-Bildern eine Malerei, die nicht mehr allein dem Abbilden von Wirklichkeit verpflichtet ist, sondern die Flächigkeit des Bildträgers betont und sich auf Farbe, Linie und Form sowie deren Interaktion konzentriert.

Mit dem verkleinerten Nachbau eines französischen Fensters, dessen Scheiben mit schwarzem Leder abgeklebt und damit undurchsichtig sind, markierte Marcel Duchamp 1920 so lakonisch wie eindringlich diesen Abschied: Fresh Widow verkündet mit seinem sprachspielerisch auf "French Window" bezogenen Titel programmatisch den Verlust des Ausblicks und öffnet den Weg zu Neuem. Das Fenster erblindet oder – wie in den Bildern von René Magritte – zerspringt sogar. Immer häufiger verweigert es fortan den Blick auf die Welt, um einer neuen Bildwirklichkeit Raum zu geben.

Seit 1950 konzentrierten sich auch Künstler wie Ellsworth Kelly, Eva Hesse, Robert Motherwell, Gerhard Richter, Christo, Isa Genzken, Brice Marden, Günther Förg, Toba Khedoori, Jeff Wall, Sabine Hornig, Olafur Eliasson und Jochem Hendricks in Phasen intensiver Arbeit und ausgehend vom Motiv des Fensters auf grundlegende Fragestellungen und Phänomene: auf die reduzierte Form des Fensters und seine formale Ähnlichkeit mit dem Raster und der gerahmten Bildtafel; auf die Rahmung und damit das Lenken des Blicks; auf Transparenz und Spiegelung, Licht und Schatten; auf das Verschleifen von Öffnung und Fläche und schließlich auf die Befreiung von jeder Materialität.

Die 100 Gemälde, Zeichnungen, Objekte, Skulpturen, Fotografien und Projektionen in der Ausstellung Fresh Widow. Fenster-Bilder seit Matisse und Duchamp stehen stellvertretend für die verblüffende Vielfalt und Verschiedenartigkeit der von 1912 bis heute entstandenen "Bild"-Entwürfe. Eindrucksvoll dokumentieren sie, wie die Künstler die neue Freiheit zu nutzen wussten.

Die Ausstellung wurde großzügig unterstützt von der Stiftung Kunst Kultur und Soziales der Sparda-Bank West, von Velux Deutschland GmbH, von der Kunststiftung NRW sowie von unserem Medienpartner Handelsblatt.

Kuratorin: Maria Müller-Schareck in Zusammenarbeit mit Melanie Vietmeier


Wojciech Bąkowski - Piotr Bosacki

DA SIĘ WYTRZYMAĆ
IT’S BEARABLE
   

03.02. - 10.06.2012
SCHMELA HAUS

Wojciech Bąkowski und Piotr Bosacki, die beide an der Kunstakademie in Poznań (Posen) studiert haben, zählen derzeit zu den am meisten diskutierten jüngeren Künstlern Polens. Vielfach haben die beiden besonders in den Bereichen von Literatur und Musik zusammengearbeitet. Im Schmela Haus präsentieren sich die in Poznań lebenden Künstler nun erstmals bei einer Einzelausstellung in einer Institution außerhalb Polens. Ihre neuesten Arbeiten aus den vergangenen zwei Jahren sind dabei eng im Zusammenspiel mit der besonderen Raumstruktur des architektonisch bemerkenswerten des ehemaligen Galeriehauses zu sehen.

Wojciech Bąkowskis Arbeit wurzelt in der Literatur und der Musik: Zu dem bisherigen Werk des 1979 geborenen Künstlers gehören neben zahlreichen Arbeiten auf Papier auch gezeichnete Filme, interaktive Sound-Skulpturen und -Installationen sowie Performances. In all seinen Arbeiten entwirft er eindringliche, zwischen Alltagsbeobachtung und Halluzination schwebende Welten von großer Direktheit. Der zwei Jahre ältere Piotr Bosacki geht von der Musik und anderen Regelsystemen aus. Er entwickelt Kompositionen und animierte Filme, aber auch Objekte, in deren Konstruktion sich Rationalität und Analyse mit Inkonsequenz und Alltäglichkeit verbinden.

Bąkowski hat für diese Ausstellung eine den Raum beherrschende Sound-Skulptur geschaffen, die als Form sowie als Tongenerator mit der Unvollständigkeit spielt und den Betrachter/Hörer körperlich in sich einbindet. Er wählte dazu eine mannshohe, auf der Seite liegende Pyramide. Eine weitere neue Arbeit besteht aus einem animierten Film, der mit minimalen Mitteln eine hohe Spannung aufbaut und symbolhaft durch Blicke aus einem Fenster die Aufrechterhaltung sozialer Bindungen umkreist. Auch in einer dreifachen Videoskulptur geht es schließlich um Nähe und Entfernung, um Gemeinsamkeit und Vereinzelung.

Bosacki zeigt zum ersten Mal vollständig eine Trilogie von animierten Filmen, die in einer Mischung aus Vorlesung und Selbstgespräch ebenso spekulative wie alltägliche Fragen in Wort und Bild umkreisen. Mit zwei kinetischen Objekten verfolgt er auf andere Weise seine Interessen an Regelsystemen und deren Störung. Nur während der Dunkelheit und damit außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten der Ausstellung ist von der Straße her sein Film With No Sound als ebenso komischer wie philosophischer Zeichentrickfilm zu sehen.

Die Arbeiten von Bąkowski und Bosacki werden im Schmela Haus eng miteinander verknüpft gezeigt. In den Blickpunkt rückt damit ihre generationstypische Auseinandersetzung mit einer plan- und ziellos erscheinenden Realität - ohne jedoch ein existentielles und  individuelles Engagement und eine philosophisch-poetische Durchdringung aufzugeben.

Kurator: Julian Heynen


Roman Ondák - Within Reach of Hand or Eye

25.02. - 28.05.2012
K21 STÄNDEHAUS

Roman Ondák (geb. 1966, lebt in Bratislava) gilt spätestens seit seiner viel beachteten Arbeit im Tschechischen und Slowakischen Pavillon auf der Biennale von Venedig 2009 als einer der wichtigsten jüngeren Künstler, die Traditionen der konzeptuellen, der prozessorientierten und Installationskunst auf völlig eigenständige Weise aufgreifen und weiterentwickeln. Seine teils subtilen Eingriffe in reale Alltagssituationen können die unterschiedlichsten Formen annehmen. Sie reichen von kurzen oder längeren Auftritten von Personen über Objekte sowie Zeichnungen und Notizen bis zur Beteiligung des Publikums. Auch wenn er in einigen seiner Arbeiten Phänomene rund um die Kunst und das Museum untersucht, interessiert ihn vor allem „das alltägliche Verhalten der Menschen“ und „die Qualität hinter den Objekten“ (R. O.). Seine Kunst richtet sich so mit ihrer humanistischen Einstellung bei aller Bescheidenheit in der Form auf die Breite und die Komplexität der Realität selbst.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine neue Installation mit dem Titel The Hill Seen from Afar (2011). Es handelt sich um einen künstlichen Hügel mit einem Miniaturbaum auf der Spitze, der die gewohnten Perspektiven durcheinander bringt. Mitten im Kunstraum erscheint ein Stück Natur, das die Wahrnehmung des Betrachters ins Zentrum stellt. Geht es hier um ein Kunstwerk, das mit seinem besonderen Maßstab die Blicke auf sich zieht, oder eben um einen „Hügel, den man aus der Entfernung betrachtet“? Wieso befindet sich der Hügel dann direkt vor einem? Wo findet die  Entfernung statt? Nur im Kopf des Betrachters? Solche und viele andere Fragen, die aus „Gullivers Reisen“ entsprungen sein könnten, werden von einem hoch attraktiven Objekt ausgelöst, das gleichzeitig eine Skulptur aus eigenem Recht ist.

Die beiden anderen Arbeiten in der Ausstellung sind mit The Hill Seen from Afar thematisch verbunden. Sie greifen auf Aktionen bzw. Installationen der letzten Jahre zurück und versetzten sie in einen neuen Aggregatzustand. Bei Across That Place (2008 – 2011) hatte Ondák in der einstmals den USA gehörenden Panama Kanalzone Menschen aufgefordert, zu einem Steinehüpfen am Kanal zusammenzukommen. Mit Videos, Plakaten, Zeichnungen, Fotos, Gemälden, Landkarten, Postkarten und Briefen wird diese spielerische „Überwindung“ der beiden Hälften des Kontinents Amerika und der ehemaligen Kolonialherrschaft als ebenso reales wie poetisches Ereignis kolportiert.

Eclipse (2011) schließlich stellt eine das Oberste zu unterst kehrende Installation zurück auf den Boden. Ausgangspunkt ist eine lebensgroße, traditionelle Dachkonstruktion, die der Künstler kopfüber in einem modernen Ausstellungsraum errichtet und mit metallenen Platten von der Decke des Raumes belegt hatte. Die Reste dieses absurden Bauwerks liegen nun als Material einer Erinnerung oder als Lager für eine neue Konstruktion an einem anderen Ort. In einer Art Guckkasten erscheint außerdem ein Ausblick auf das ursprüngliche Werk in einer ungeklärten Situation zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Realität und Fiktion.

„In Reichweite von Hand oder Auge“ – der Titel der Ausstellung stellt Fragen nach der Wahrnehmung der Welt, nach Distanz und Nähe, nach den Grenzen und den Möglichkeiten des eigenen Wissens und Einflusses.

Kurator: Julian Heynen