Vorschau

- Foto: Jens Willebrand
Das Ausstellungsjahr 2012
Eine umfangreiche Darstellung mit vielen internationalen Leihgaben zum Motiv des Fensterbildes seit der Klassischen Moderne, der Einblick in die bedeutende Klee-Kollektion sowie international beachtete Künstler wie Roman Ondák, Gillian Wearing und Thomas Schütte prägen das Ausstellungsprogramm des Jahres 2012 in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Einen Blick auf die lebhafte Kunstszene Polens werfen zudem die Ausstellung mit den Künstlern Wojciech Bąkowski und Piotr Bosacki sowie eine Präsentation der Künstlerin Katarzyna Kozyra.
2012
Thomas Schütte: Wattwanderung
16.06.2012 – 09.09.2012
K21 STÄNDEHAUS
Im Sommer 2012 zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in der „Bel Etage“ im 1. Obergeschoss von K21 Wattwanderung (2001) von Thomas Schütte. Die raumgreifende Arbeit, die sich schon seit 2004 in den Beständen der Kunstsammlung befindet, wird nun erstmals ausgestellt. Die Präsentationsform, die der Künstler entwickelt hat, ist ungewöhnlich: Das Konvolut von 138 Kupferstichen wird Blatt für Blatt an quer im Raum verspannten Wäscheleinen befestigt. Als eine Art Tagebuch verstanden, durchschreitet der Besucher Themen wie beispielsweise Selbstporträts oder Blumen, die Thomas Schütte in sehr unterschiedlich zeichnerischer Ausführung auf Papier gebannt hat.
Gillian Wearing
08.09. 2012 – 06.01.2013
K20 GRABBEPLATZ
Die Frage nach der Gestaltung der eigenen Existenz steht im Zentrum der Filme, Videos, Fotografien und Installationen der britischen Künstlerin Gillian Wearing (geb. 1963 in Birmingham, lebt in London). Als Mitglied der einst skandalträchtigen Young British Artists (YBAs) markiert Gillian Wearing, die 1997 mit dem Turner Prize ausgezeichnet worden ist, eine der stilleren und reflektierteren Positionen. Ein medienkritischer Blick auf Gesellschaft und Tabus, auf Fragen der Identität und kollektive Traumata stehen bei ihr im Vordergrund - und nicht die expressive Künstlergeste oder die Befindlichkeit der eigenen Person.
Gillian Wearing nutzt Fotografie und Film, um investigative Projekte zu realisieren, die sie in eine visuell überwältigende Bildsprache überführt. Berührend und analytisch zugleich eröffnen die Arbeiten einen eindringlichen Dialog zwischen Werk und Publikum und behaupten sich als zeitgenössische Weiterentwicklung des klassischen Mediums Porträt. Die Präsentation stellt die gesamte künstlerische Bandbreite von Fotografie und Video über Film und Installation von 1992 bis heute dar. Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Whitechapel Gallery London entwickelt wird, ist die erste Überblicksschau der britischen Künstlerin in Deutschland.
Die Ausstellung wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
100 mal Paul Klee
Geschichte der Bilder
29.09.2012 – 10.02.2013
K21 STÄNDEHAUS
Die Paul Klee-Sammlung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gehört zu den umfangreichsten Beständen mit Arbeiten dieses Künstlers in Deutschland. Der 1879 geborene Paul Klee lehrte an der Düsseldorfer Kunstakademie Anfang der 1930er Jahre, bevor er unter dem Druck der nationalsozialistischen Diktatur Ende 1933 emigrierte. Klee starb 1940 in der Schweiz. Den Grundstock für den Düsseldorfer Bestand bildeten 88 Werke, die das Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 1960 erworben hatte. Heute zählt die Sammlung 100 Arbeiten, die regional und international einen bedeutenden Anziehungspunkt darstellen.
Noch nie wurden in Düsseldorf seit Errichtung des Baus am Grabbeplatz 1986 alle 100 Werke gemeinsam der Öffentlichkeit präsentiert. Die einzigartige Möglichkeit, dem Publikum die vollständige Kollektion zu zeigen, bietet neue Erkenntnisse. Die Ausstellung wirft einen Blick auf das Engagement und Initiativen der Galeristen, durch deren Hände die Werke gingen und beleuchtet den diplomatischen Aspekt, den die Klee-Sammlung seit der Mitte der 1960er Jahre zu erfüllen hatte.
Die Klee-Sammlung gibt einen unvergleichlichen Einblick in das OEuvre dieses vielseitigen Künstlers. Dafür sorgte nicht nur das erste Konvolut an Werken, sondern auch die Erwerbungen seit den 1960er Jahren. Die Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und anderen farbigen Arbeiten vermitteln einen umfassenden Überblick in Klees nahezu unerschöpfliche Kreativität. Der Künstler reflektiert sensibel und mit scharfem analytischem Blick die Ereignisse seiner Zeit und erschafft auf diese Weise einen künstlerischen Kosmos, in dem sich Tragikomik, Leichtigkeit, Ernst, Ironie, Spiel und Kalkül vereinen.



