Amerikanische Kunst nach 1945

Jackson Pollock, Number 32, 1950, Lackfarbe auf Leinwand, 269 x 457,5 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, © Pollock-Krasner Foundation/ VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Jackson Pollock, Number 32, 1950, Lackfarbe auf Leinwand, 269 x 457,5 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, © Pollock-Krasner Foundation/ VG Bild-Kunst, Bonn 2010
 

Einen weiteren herausragenden Akzent in der Kunstsammlung setzt mit etwa 40 Arbeiten die amerikanische Kunst nach 1945. Das monumentale Werk Number 32 von Jackson Pollock (1912–1956) aus dem Jahr 1950 ist eines der wenigen wandfüllenden „Drip Paintings“ des Künstlers und gehört zu den bedeutendsten Beispielen der abstrakten expressionistischen Malerei. Zu den vier Werken von Robert Rauschenberg (1925–2008) zählt das 1957 entstandene Wager, eines der größten und komplexesten seiner „Combine Paintings“.

Die Reihe der amerikanischen Kunst setzt sich mit Beispielen von Ellsworth Kelly, Robert Morris, Sol LeWitt, Mark Rothko, Julian Schnabel, Frank Stella, Andy Warhol und anderen fort. Ein wichtiges Einzelstück ist eine unbetitelte Arbeit von Cy Twombly aus dem Jahr 1959. Das Werk zeichnet sich durch die für den Künstler charakteristische skripturale Gestik aus, die alles negiert, was bildnerische oder malerische Systeme traditionell ausmacht. Auch die Wandzeichnung von Sol LeWitt  Scribbles: (KF), Wall Drawing # 1227 (2007) zählt zu den hervorstechenden Werken der Kunstsammlung. Der Künstler hat sie dem Museum testamentarisch zugedacht. In Zusammenhang mit der temporären monumentalen Installation, die Richard Serra 1992 in der Kunstsammlung eingerichtet hatte, wurde das in Wachskreide ausgeführte großformatige Blatt The New York Times Manufactures Censorship (1989) erworben.

Inside-out von Robert Rauschenberg sowie eine Arbeit (1959/60) von Lee Bontecou (*1931) gehörten bis 1990 zu den wenigen dreidimensionalen Stücken in der Kunstsammlung. Heute ergänzen wichtige skulpturale Arbeiten vor allem aus der Konzeptkunst und der „Minimal Art“ den Bestand. Dazu zählt die Bodenskulptur Roaring Forties 48 (1988) von Carl André sowie zwei in ihrer Formensprache kompromisslos strenge Werke von Donald Judd (1928–1994). Weitere raumgreifende Arbeiten stammen von John Chamberlain, Sol LeWitt, Richard Serra, Tony Smith  und von Barnett Newman. Dessen Skulptur Zim Zum II (1969/1985) soll der Betrachter beim Durchschreiten physisch erfahren. Die körperliche Wahrnehmung – von Raumkontraktion und Raumausweitung  regt zur Selbstreflexion an. Sie ist ein wichtiges Merkmal, das auch für Arbeiten von anderen Künstlern, die zur gleichen Zeit wie Newman tätig waren, charakteristisch ist.