Foto und Video

Bernd und Hilla Becher, Hochofenköpfe, 1963-95, 15 schwarz-weiß-Fotografien, je 40 x 30 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, © Hilla Becher
Bernd und Hilla Becher, Hochofenköpfe, 1963-95, 15 schwarz-weiß-Fotografien, je 40 x 30 cm, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, © Hilla Becher
 

Die Bedeutung, die die künstlerische Fotografie in den vergangenen zwei Jahrzehnten gewonnen hat, reflektieren die Werke Bernd und Hilla Bechers (1931–2007 und *1934), von denen die Kunstsammlung sechs Serien und drei Einzelwerke erworben hat. Die seit den 1960er Jahren entstandenen Arbeiten des Künstlerpaares zeigen Industriebauten wie Hochöfen oder Wassertürme als „anonyme Skulpturen“, wobei sie die subjektive Einflussnahme auf den Abbildungsprozess vermeiden. Damit sind die Bechers zu wichtigen Anregern der heutigen Fotokunst geworden.

Eine ganz andere Sichtweise als die Arbeiten der Bechers und ihrer inzwischen international anerkannten Schule von Fotografen prägt die Werke von Katharina Sieverding (*1944). Der mit transzendentalen Bezügen aufgeladene Stauffenberg-Block I-XVI/1969 (1969) thematisiert vor dem Hintergrund der deutschen Vergangenheit die Verantwortung des Individuums gegenüber der Gesellschaft. Ein ganz besonderer Höhepunkt in der Kunstsammlung ist das inzwischen zu einer Inkunabel der Fotokunst avancierte Morning Cleaning, Mies van der Rohe Foundation, Barcelona (1999) des kanadischen Künstlers Jeff Wall (*1946). Der monumentale Leuchtkasten zeigt, wie während der morgendlichen Reinigung die klare Struktur der inzwischen als „klassisch“ geschätzten Architektur in Unordnung gebracht wird. Wall spielt die künstlerische Ordnung der Moderne gegen eine alltägliche Ordnung aus. Seine für die Postmoderne charakteristischen Arbeiten sind von einem hochkomplexen Geflecht aus historischen Bezügen geprägt.

Eine Auswahl aus dem Bereich der neuen Medien, also von Video- und Filmarbeiten, ist in der Kunstsammlung im Aufbau. Zu den bisher etwa 90 Positionen des Bestandes gehören Produktionen von Bruce Nauman (*1941) und Marina Abramovic (*1946). Ein besonderes Werk von Nam June Paik (1932–2006) ist dauerhaft im K21 Ständehaus installiert: Der TV-Garden (1974–77/2002) des koreanischen Video-Pioniers, eine raumfüllende Ansammlung aus Grünpflanzen und Monitoren, eine Symbiose aus Technik und Natur lädt den Betrachter zur meditativen Kontemplation ein.