Gegenwarts- kunst

Thomas Schütte, Bronzefrau (Nr. 6), 2001, Figur: patinierte Bronze, Tisch: Stahl, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010, Foto: Achim Kukulies
 

Im Jahr 2005 konnte die Privatsammlung von Simone und Heinz Ackermans mit 150 Arbeiten internationaler Gegenwartskunst durch das Land Nordrhein-Westfalen erworben werden, nachdem ausgewählte Arbeiten von 2002 bis 2005 bereits in K21 gezeigt worden waren. Der Schwerpunkt der Sammlung Ackermans liegt auf der Kunst seit den 1980er Jahren, auf figurativen Skulpturen, fotografischen Arbeiten, Installationen sowie Film- und Videoarbeiten. In der Sammlung finden sich etliche Werke von bekannten Künstlern aus Düsseldorf, wie Katharina Fritsch, Martin Honert, Reinhard Mucha, Thomas Ruff und Thomas Schütte, aber auch zahlreiche internationale Positionen wie Paul McCarthy, Jeff Wall, Jannis Kounellis, Steve McQueen, Tony Oursler, Rachel Whiteread und viele andere.

Mit der Sammlung Ackermans hielt eine jüngere Künstlergeneration Einzug in die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die heute bisweilen zu den prominenten Größen der internationalen Gegenwartskunst zählt. Dazu gehört etwa Thomas Schütte (*1954), der mit mehreren plastischen Arbeiten, darunter die beiden Bronzefiguren Große Geister (1999), und mit Grafiken in der Kunstsammlung vertreten ist. Wie Schütte startete auch die Bildhauerin Katharina Fritsch (*1956) in den 1980er Jahren von der Düsseldorfer Kunstakademie aus und entwickelte ein neues Konzept von Skulptur. Die Wiederbelebung der – in der Moderne verpönten- figurativen Plastik, sowie die Realisation von modellhaften Konstrukten, eröffneten in der so genannten Postmoderne neue Möglichkeiten der allegorischen Erzählung und Bedeutung in der Kunst. Fritsch, die mit Skulpturen wie  Mann und Maus (1991/92) und den lebensgroßen Figuren von Händler (2001), Doktor und Mönch  (beide 1997-99), in der Sammlung vertreten ist, vereint reale mit irrealen Elementen, die greifbar und doch gleichzeitig als Illusion begriffen werden können.

Ein anderer Bereich der Gegenwartskunst, insbesondere die europäische Malerei aus der  zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, war bereits in den 1980er und 1990er in die Kunstsammlung gelangt, so etwa Werke von Gotthard Graubner (*1930), Markus Lüpertz (*1941), Julian Schnabel (*1951) oder Per Kirkeby (*1938). Während Maria Lassnigs (*1919) Großes Sciencefictionselbstporträt (1996) als Schenkung aus Privatbesitz in die Sammlung kam, wurde das großformatige Gemälde Trauriger Gelber (1982) von Georg Baselitz (*1938) im Jahr 1987 von der Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gestiftet.

Eine bedeutende Rolle im Bereich der Gegenwartskunst in der Kunstsammlung nehmen die Arbeiten von Gerhard Richter (*1932) ein. Zwölf Gemälde aus unterschiedlichsten Werkphasen geben einen Einblick in Richters vielseitiges Schaffen, das Wahrnehmungsprozesse durch die Verunklärung des Bildgegenstandes hinterfragt. Das gilt für die so genannten „Vermalungen“ und die Grauen Bilder aus den frühen 1970er Jahren ebenso wie für das scheinbar harmlose Motiv Wolken (1978), ein Gemälde, das der Künstler ursprünglich zur Ausstattung eines Treppenhauses in einem Verwaltungsgebäude geschaffen hat. Die Skulptur 7 Stehende Scheiben (2002) erweitert die Gruppe der Werke von Gerhard Richter um eine wichtige installative Arbeit. Wie in seiner Malerei, etwa dem aus vier Bildern bestehenden Gemäldezyklus Silikat (2003), thematisieren auch die sieben freistehenden, bedampften Glasscheiben die Grenzen von Sichtbarkeit und Erkenntnis als zentrale Aspekte von Richters Werk.