Joseph Beuys

Joseph Beuys, Palazzo Regale, 1985, 2 Vitrinen, bestückt mit Objekten, 7 Messingtafeln, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
Joseph Beuys, Palazzo Regale, 1985, 2 Vitrinen, bestückt mit Objekten, 7 Messingtafeln, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, © VG Bild-Kunst, Bonn 2010
 

Die Grenzen zwischen den traditionellen Gattungen wie Malerei, Skulptur oder Zeichnung haben Künstler aus ganz unterschiedlichen Gründen immer wieder herausgefordert. Ein bedeutender Künstler, der aus den spezifischen Eigenschaften des verwendeten Materials seine Inhalte kreierte, war Joseph Beuys (1921–1986). Im Jahr 1992 ist es gelungen, das Spätwerk Palazzo Regale (1985) für die Kunstsammlung zu erwerben. Diese große Installation stellt das individuelle Vermächtnis des Künstlers dar und ist zugleich eine Dokumentation von Machtfülle und die biographische Summe eines facettenreichen Künstlerlebens.

Heute gehören etwa 80 Installationen, Vitrinen, Zeichnungen und Collagen von Beuys aus den Jahren 1944 bis 1985 der Kunstsammlung. Das Environment fat up to this level I (1972) ist von geradezu minimalistischer Klarheit und steht für einen zentralen Aspekt in dessen umfassendem künstlerischen Konzept. Die Anordnung zeigt drei aufrecht stehende Zinkplatten mit einer in den Raum greifenden Eisenstange. Diese Offenheit regt zur gedanklichen Vollendung der Skulptur an, fordert das Vorstellungsvermögen des Einzelnen heraus und stellt die Frage nach Definition und Position des Individuums. Die materiellen Komponenten der Arbeit sind, dem theoretischen Ansatz des Künstlers folgend, als Energieträger zu begreifen.