Raum- installationen

Imi Knoebel, Genter Raum, 1979/80, 449 lackierte Holzteile in variabler Anordnung, Maße variabel, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, © Imi Knoebel/VG Bild-Kunst, Bonn
 

Rauminstallationen und Künstlerräume gehören zu den Schwerpunkten der Kunstsammlung, die seit einigen Jahren kontinuierlich ausgebaut werden.

Mit dem Erwerb der Section Publicité du Musée d'Art Moderne, Département des Aigles (1972) von Marcel Broodthaers (1924–1976) gelangte im Jahr 1999 eine Inkunabel der Installationskunst in den Fokus der Kunstsammlung. Broodthaers’ „Fiktion eines Museums“ ist eine vierteilige Installation, die spielerisch und anarchisch die Hierarchien des Museums, die Bedeutung visueller Zeichen und das Verhältnis von Raum und Werk hinterfragt.

Rauminstallationen machen den jeweiligen Bezug von Kunstwerk und Ort, aber auch das Ausstellen und Zeigen selbst zum Bestandteil der Kunsterfahrung. Auch der Genter Raum (1979/1980) von Imi Knoebel (*1940), ein Arrangement aus 449 lackierten Holzplatten, das an Malewitschs Suprematismus anknüpft, vollzieht die Übertragung von Farbe, Abstraktion und Malerei in die Dreidimensionalität eines begehbaren Raumes.

Viele Rauminstallationen der Sammlung sind in den vergangenen Jahren im K21 Ständehaus ausgestellt gewesen, wo zahlreiche von den Arkadengängen abgehende Räume zur Präsentation geschlossener Ensembles einladen. Das Spektrum reicht von der europäischen Version des TV-Garden (1972/77-2002) von Nam June Paik (1932-2006) über El Caso (1988) von Christian Boltanski (*1944), My Grandfather's Shed (1994) von Ilya Kabakov (*1934), den Werken von Paul McCarthy (*1945), Thomas Schütte (*1954) oder die raumgreifende Figurengruppe Plaza (1996) von Juan Muñoz (1953–2001), eines der so genannten „Konversationsstücke“ des Künstlers; 27 identische Figuren scheinen lebhaft miteinander zu kommunizieren und bilden einen offenen Kreis, so dass sich der Betrachter eingeschlossen und zugleich auf Distanz gehalten fühlt.

Den ehemaligen Plenarsaal von K21 Ständehaus besetzt seit 2002 Das Deutschlandgerät (1990/2002) von Reinhard Mucha (*1950), eine monumentale Installation, die im Jahr der Wiedervereinigung für den Deutschen Pavillon zur 44. Biennale in Venedig entstanden ist.

Seit Juli 2010 rückt eine Präsentation den Sammlungsschwerpunkt Rauminstallationen in den Fokus: Die K21 Künstlerräume zeigen eine Auswahl von raumbezogenen Installationen aus dem eigenen Sammlungsbestand, der durch etliche Leihgaben und eigens für den Ort geschaffene Rauminstallationen bereichert wird.

Das Konzept der K21 Künstlerräume ist auf die Ausstellung Intensif-Station zurückzuführen, die 2010 parallel zur Wiedereröffnung von K20 stattfand und in der die Rauminstallationen der Kunstsammlung in einer vorher nicht dagewesenen Dichte dem Publikum präsentiert wurden. Besonders das titelgebende Werk Intensif-Station (2010) von Thomas Hirschhorn, einer über zwei Räume angelegte Großinstallation, prägte das spätere Konzept: Alle eingeladenen Künstlerinnen und Künstler richten ihre Werke selbst ein, gewinnen dabei eine Haltung zur Architektur und der Geschichte des Hauses und lassen diese Eindrücke wiederum in die Verwirklichung ihrer Ideen einfließen.

Die Präsentationen in den K21 Künstlerräumen wechseln in regelmäßigen Abständen. Eine Übersicht über die aktuellen Künstlerräume erhalten Sie hier:

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