Provenienz-forschung

Foto: Jens Willebrand
Foto: Jens Willebrand
 

Gegenstand und Anlass

Die Erforschung der Herkunft der Kunstwerke, der Werdegang eines Gemäldes, einer Zeichnung, einer Skulptur etc., gehört zu den zentralen Aufgaben jedes Museums und aller öffentlichen Sammlungen. Das Schicksal eines Werkes seit seinem Entstehen kann Aufschluss über seine Bedeutung geben. Die als Provenienzforschung bezeichnete Wissenschaft erhielt besondere Bedeutung mit der Washingtoner Erklärung der „Jewish Claims Conference“ vom Dezember 1998. Es folgte eine „Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“. Die Museen und öffentlichen Sammlungen haben sich damit verpflichtet, die Provenienz­forschung besonders auf die Werke in ihrem Bestand zu richten, die die Besitzer in den Jahren zwischen 1933 bis 1945 gewechselt haben.

Ausgangslage

Auch in der Kunstsammlung war und ist die Recherche zur Provenienz ihrer Bestände ein zentrales Aufgaben­gebiet. Bereits Gründungsdirektor Werner Schmalenbach bemühte sich, die Herkunft der ihm anvertrauten und von ihm erworbenen Werke zu klären. Seine Arbeit setzte Armin Zweite fort. Auch heute wird Provenienzforschung in der Kunstsammlung aktiv betrieben.

 

Vorgehen

Für die Recherchen stehen seit Herbst 2009 mit finanzieller Unterstützung der Berliner Arbeitsstelle für Provenienzforschung zwei Kunsthistorikerinnen zur Verfügung. Sie haben die Bestände systematisch überprüft: So wurden die mit dem Erwerb angelegten Bildakten der Kunstwerke gesichtet, in denen u.a. Briefwechsel und Fotografien aufbewahrt werden. Bildrückseiten wurden untersucht, um Etiketten und andere Aufschriften auszuwerten. Schließlich führten umfassende und gezielte Literatur- und Archivstudien im In- und Ausland zu vielfachen Provenienzhinweisen. Weitere Reisen in Europa wie Nordamerika sind bereits geplant. Alle Ergebnisse werden in einer eigens konzipierten Datenbank zusammengeführt.

Um ihr Engagement in der Provenienzforschung auch weiterhin erfolgreich fortsetzen zu können, hat die Kunstsammlung einen Folgeantrag zur Finanzierung bei der Arbeitsstelle für Provenienzfor­schung gestellt.