K21
Kunstsammlung
Nordrhein-Westfalen

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Aktuell: OPEN SPACE und "Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen" bleiben bis zum 24. März geöffnet

Wegen des großen Erfolgs ist der OPEN SPACE zwei Wochen länger geöffnet: Bis zum 24.3. können Sie dort weiterhin Kaffee trinken, Zeitung lesen, freies WLAN nutzen, in Büchern und Katalogen stöbern, sich mit Freunden treffen, mit Siebdruck experimentieren oder an Veranstaltungen teilnehmen.

Bis zum 24.3. ist außerdem im K20 die Präsentation "Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen" zu sehen. Das Konvolut von 88 Werken Paul Klees, der von den Nationalsozialisten als "entartet" diffamiert wurde, bildet den Grundstock der Kunstsammlung. Im Zentrum der Schau steht die kulturpolitisch motivierte Reise, die die Klee-Sammlung zwischen 1966 und 1985 an nahezu 40 Orte auf der ganzen Welt führte.

Neben vielen Führungen durch die Ausstellung gibt es ein umfangreiches Programm im OPEN SPACE mit Diskussionen, Workshops und einem "langen Abend" am 23.3. zum Abschluss. Die Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie in unserem Kalender unter PROGRAMM.

OPEN SPACE, Architektur und Gestaltung: raumlaborberlin, Foto: Achim Kukulies
OPEN SPACE, Architektur und Gestaltung: raumlaborberlin, Foto: Judith Winterhager
Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen: Installationsansicht, Foto: Achim Kukulies

museum global

Ausgehend von einer kritischen Beschäftigung mit der eigenen Sammlung konzentriert sich die Ausstellung "museum global" im K20 auf ausgewählte Beispiele einer transkulturellen Moderne jenseits des "westlichen" Kanons. Mit Mikrogeschichten aus Japan, Georgien, Brasilien, Mexiko, Indien, dem Libanon oder Nigeria (1910 bis 1960) hinterfragt das Museum nicht nur eine eurozentrische Kunstgeschichte, sondern auch seine eigenen Perspektiven.

Den Prolog für das umfassende Ausstellungprojekt bildet die Präsentation "Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen". Ein Konvolut von 88 Werken Paul Klees, der von den Nationalsozialisten als "entartet" diffamiert wurde, bildet den Grundstock der Kunstsammlung. Im Zentrum der Schau steht die kulturpolitisch motivierte Reise, die die Klee-Sammlung zwischen 1966 und 1985 an nahezu 40 Orte auf der ganzen Welt führte.

Im letzten Raum des Rundgangs wird in einem Epilog gezeigt, wie um 1960 durch neue Ausstellungsformate wie die Documenta sowie durch rege Sammlungspolitik der Museen ein Kanon der "westlichen" Moderne definiert und um zeitgenössische Positionen erweitert wurde.

Begleitend zur Ausstellung wurde mit raumlaborberlin der OPEN SPACE eingerichtet. Hier laden eine Bühne, ein Café, eine Infostation sowie eine Siebdruckwerkstatt zu Diskussion und Austausch ein. Mit einem Eingang über den Grabbeplatz öffnet sich das Museum erstmals dem Stadtraum.

Das Forschungsprojekt wurde initiiert und wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundesaußenministers Heiko Maas.


Hinweis: Die Ausstellung "Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne" ist seit dem 10. März geschlossen. Weiterhin geöffnet bleiben der OPEN SPACE sowie die Ausstellung "Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen". (bis zum 24. März 2019)

 

 

Die Ausstellung

Paul Klee.
Eine Sammlung auf Reisen

13.10.2018 —
24.3.2019 (verlängert)

Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen: Führung durch die Paul Klee Ausstellung im Museo Calouste Gulbenkian, Lissabon, 7. 11. 1972, Foto: Carlos Coelho da Silva
Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen: Installationsansicht Kunstsammlung NRW, Foto: Achim Kukulies
Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen: Installationsansicht Kunstsammlung NRW, Foto: Achim Kukulies
Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen: Installationsansicht Kunstsammlung NRW, Foto: Achim Kukulies
Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen: Weltkarte mit den Reisestationen der Düsseldorfer Klee-Sammlung (1966-1985), Grafik: Henning Krause
Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen: Ausstellungsansicht "Paul Klee. Obrazy, kresby, akvarely" im Sternberg Palais, Prag 1969, Foto: National Gallery in Prague 2018
Paul Klee. Eine Sammlung auf Reisen: Ausstellungsansicht "Paul Klee" im Centraal Museum Utrecht, 1971, Foto: Centraal Museum Utrecht / A.F.S.J. Hulskamp

1960 erwarb das Land Nordrhein-Westfalen 88 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen von Paul Klee. Der Ankauf galt als ein Akt der Wiedergutmachung für den Künstler, der als Professor der Düsseldorfer Kunstakademie 1933 von den Nationalsozialisten entlassen worden war. Das Konvolut, der Grundstock der 1961 gegründeten Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, ist nun Ausgangspunkt für die Befragung der Sammlung: Von 1966 bis 1985 nämlich reisten die Bilder um die Welt und waren u.a. 1966 in Jerusalem, 1969 in Prag, 1972 in Rio de Janeiro und 1979 in New Delhi zu sehen. Das „Universalgenie“ Klee und seine Werke waren dabei erklärtermaßen Botschaft und Botschafter der neuen Bundesrepublik Deutschland, was bislang unbekannte Materialien aus Archiven und aus den gastgebenden Institutionen eindrucksvoll bezeugen.

Ausgewählte Stationen der Ausstellungstournee (1966-1985)

Jerusalem
1966

Die Reisen der Klee-Sammlung begannen 1966 in Israel. Erst ein Jahr nach der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen dem Staat Israel und der Bundesrepublik Deutschland, als noch kein offizielles Abkommen den kulturellen Austausch zwischen den beiden Ländern regelte, wurden 60 Arbeiten aus dem Düsseldorfer Konvolut in Jerusalem und danach in Tel Aviv präsentiert. Mit der Ausstellung war die Hoffnung verbunden, ein freundschaftliches Verhältnis zu Israel aufzubauen. Darüber hinaus sollte sich die Kunstsammlung international als Institution etablieren.

Prag
1969

Nach zwei Stationen in Israel wurde die Klee-Sammlung auf Reisen in die Ostblockstaaten geschickt. Werner Schmalenbach, der erste Direktor der Kunstsammlung Nordrhein Westfalen hoffte, dass man mit der Ausstellung die "liberalen Kräfte" vor Ort stärken könnte. Auch auf der Bundesebene wurden die Reisen begrüßt. Die Ausstellung in Prag, die ursprünglich für den Spätsommer 1968 vorgesehen war, musste um ein Jahr verschoben werden. Wegen der sowjetischen Invasion zur Niederschlagung des Prager Frühlings war die Sicherheit der Bilder zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. Im historischen Sternberg Palais wurden vom 10. April bis zum 31. Mai 1969 insgesamt 62 Bilder der Klee-Sammlung gezeigt.

Rom
1970

In der italienischen Hauptstadt wurden insgesamt 200 Werke der Düsseldorfer Klee-Sammlung in der Galleria Nationale d'Arte Moderna (Nationalgalerie für Moderne Kunst) gezeigt. Mit 5000 Besuchern bei der Eröffnung, einem ausverkauftem Katalog nach 6 Tagen Laufzeit sowie zahlreichen Presse- und Fernsehberichten, wurde sie zu einem bedeutenden kulturellen Ereignis.

Tokio
1970/1980

Wie in kaum einem anderen Land wurden Paul Klees Werke in Japan schon in den 1910er Jahren wahrgenommen. Die Anerkennung mündete in gleich zwei Reisen der Düsseldorfer Klee-Sammlung nach Tokio. Im Rahmen der weltweiten Wanderausstellung „50 Jahre Bauhaus“ wurde die Klee-Sammlung im National Museum of Modern Art in Tokio gezeigt, zehn Jahre später reisten die Werke noch einmal in die japanische Hauptstadt, wo sie im Rahmen einer umfassenden Paul Klee Ausstellung im Seibu Museum of Art präsentiert wurden.

São Paulo
1972

Bereits bei der zweiten Biennale 1953 in São Paulo konnte man die Werke von Paul Klee in einer Sonderausstellung sehen. Im Museu de Arte São Paulo erhielten die Bilder 1972 eine besondere Bedeutung und Aufmerksamkeit: die Ausstellung fand am 50. Jahrestag der „Semana de Arte Moderna“ – einem Schlüsselereignis der brasilianischen Moderne – statt.

Kairo
1979

Unter dem Titel "Paul Klee. 60 Works from the Modern Art Museum Düsseldorf" wurden die Werke von Paul Klee in Ägypten gezeigt. Kairo blieb die einzige Ausstellungstation in Afrika. Die von dem damaligen Direktor der Kunstsammlung Werner Schmalenbach in Erwägung gezogene Reise nach Johannisburg hat nicht stattgefunden.

Manila
1982

Dokumente und Korrespondenzen aus den 80er Jahren verdeutlichen die zu dieser Zeit noch verbreitete Perspektive eines europäischen Museums, dass Länder wie die Philippinen, Afrika oder Australien als eher ungewöhnliche Orte zur Ausstellung westlicher Kunst wahrgenommen wurden. Jenseits der etablierten Kunst- und Kulturzentren entwickelte sich im Dialog zwischen der Botschaft der BRD in Manila und dem Auswärtigen Amt in Bonn ein bedeutsames Ausstellungsprojekt. Die Besucher konnten einen ganz neuen Einblick in die westliche Kunstproduktion erhalten, als zum ersten Mal die Werke von Paul Klee in ihrem eigenen Land ausgestellt wurden. In Anbetracht der Tatsache, dass Klee in den Philippinen wenig bekannt war, wurden die insgesamt 7000 Besucher als ein großer Erfolg angesehen.

Wellington
1983

Um hohe Transport- und Versicherungskosten zu verringern, wurden gleich drei Ausstellungstationen in Neuseeland geplant: in Auckland, Wellington und Christchurch. Besonders in Wellington hat man ein vielseitiges Vermittlungsprogramm angeboten, um Paul Klees Werk dem Publikum näher zu bringen. Es gab einen Wettbewerb für Plakatgestaltung für Schulkinder, eine Vortragsreihe zu Paul Klee und ein Kinoprogramm mit deutschen Filmen der 1930er Jahre. Von Neuseeland wanderte die Schau weiter nach Kanada, Holland und Luxemburg. 1985, nach der Fertigstellung des Museumsgebäudes am Grabbeplatz in Düsseldorf, endete die weltweite Tournee der Düsseldorfer Klee- Sammlung.

OPEN SPACE

10.11.2018 —
24.3.2019 (verlängert)

OPEN SPACE: Kiosk, Café und Siebdruckwerkstatt, Foto: Achim Kukulies
OPEN SPACE: Siebdruckwerkstatt, Fotos: Judith Winterhager
OPEN SPACE: Infostation mit einem Archiv der Stimmen (Interviews mit den Kuratorinnen) und der Möglichkeit zur Recherche und Vertiefung, Foto: Judith Winterhager
OPEN SPACE, Eingang am Grabbeplatz, Foto: Kunstsammlung NRW

Mit dem OPEN SPACE richtet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zusammen mit raumlaborberlin im K20 einen kostenfrei zugänglichen Treffpunkt und Verhandlungsort ein. Über einen direkten Zugang vom Grabbeplatz aus öffnet sich das Museum damit erstmalig in Richtung Stadt und Stadtgesellschaft. Vier Monate lädt das Museum mit einer flexiblen Bühne, einem Café, einer Siebdruckwerkstatt sowie einer Infostation rund um das Forschungs- und Ausstellungprojekt „museum global“ zu öffentlicher Diskussion und informeller Begegnung ein. Hier können Besucherinnen und Besucher in Kontakt mit dem Team der Kunstsammlung sowie Gästen aus unterschiedlichen Disziplinen treten, mit künstlerischen Techniken experimentieren oder sich einfach mit Freunden treffen.

Täglich findet ein abwechslungsreiches, in weiten Teilen kostenloses Programm statt, das gemeinsam mit diversen Partnern initiiert wurde. In Gesprächen, Lesungen, Workshops und verschiedenen Führungsformaten werden dort neben künstlerischen und kunstwissenschaftlichen Aspekten Fragen nach der gesellschaftlichen Rolle des Museums in einer Zeit zunehmender Diversität und politischer Kontroversen diskutiert.

Programm

Diskurs

Die aktuellen Gespräche, Lesungen oder Vorträge, die im OPEN SPACE stattfinden, werden alle aufgezeichnet und können in einer sich erweiterten Mediathek auf dieser Seite nachgeschaut werden.

Seit 2015 als Forschungs- und Ausstellungsprojekt angefangen, finden sich auf unserer Museums-Website weitere Informationen und Dokumente.

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