Presemeldung: "Ein Traum" – Kraftwerk war mit zehn Auftritten zu Gast

Mit zehn von Fans und Musikkritik bejubelten Auftritten in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen haben die weltweit gefeierten Elektro-Pioniere Kraftwerk in Düsseldorf ihr Gesamtwerk präsentiert. Bis zum 20. Januar 2013 [...]

Mit zehn von Fans und Musikkritik bejubelten Auftritten in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen haben die weltweit gefeierten Elektro-Pioniere Kraftwerk in Düsseldorf ihr Gesamtwerk präsentiert. Bis zum 20.  Januar 2013 stellte Kraftwerk in der Konzertreihe "Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8 " an acht Abenden jeweils eines ihrer legendären Musikalben ins Zentrum. Ergänzt wurde jede Performance vor rund 870 Zuhörern aus dem In- und Ausland in der Grabbehalle von K20 durch eine Auswahl weiterer Kompositionen aus dem Gesamtwerk. Mittels erstmals in Düsseldorf eingesetzter High-Tech-Elektronik war der neue  Kraftwerk-Sound sogar als dreidimensionale „Klangplastik“ hörbar.

Nach Konzerterfolgen rund um den Globus war das von internationalem Medienecho begleitete Programm in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen der erste Auftritt von Kraftwerk in ihrer Heimatstadt Düsseldorf seit 1991. Als erste wissenschaftliche Tagung zu Kraftwerk überhaupt untersuchte ein gemeinsam mit der Universität Düsseldorf organisierter Kongress die unverwechselbare Ästhetik und die immense Wirkungsgeschichte der Formation. 

Der von Kraftwerk seit den frühen siebziger Jahren entwickelte Electro-Sound hat in den folgenden Jahrzehnten gleichsam als Klang des digitalen Zeitalters die verschiedensten Musikstile wie Electro,  Synthpop, Hip-Hop und insbesondere Techno in der ganzen Welt beeinflusst. 

Mit speziell für die Auftritte entwickelten 3-D-Video-Projektionen sind die Konzerte von Kraftwerk ein Gesamtkunstwerk aus Bild und Ton und damit  ein Teil der Kunst- und Museumswelt geworden. Aufgrund  ihrer großen Seltenheit gelten Kraftwerk-Konzerte als ganz besondere Ereignisse. 
 
Mit der chronologisch angelegten Konzertreihe an acht Abenden bringt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen das 1970 von Ralf Hütter und Florian Schneider in Düsseldorf gegründete elektronische Projekt Kraftwerk an den Ort der eigenen Geschichte zurück: "Wichtige Wurzeln von Kraftwerk – eines der einflussreichsten Phänomene der Kunst- und Musikwelt – liegen in der aufbrechenden Düsseldorfer Kunstszene der 1960er Jahre, wo die Grenzen der Kunstgattungen gesprengt worden sind", betont die Direktorin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und Kuratorin der Düsseldorfer Kraftwerk-Performances, Marion Ackermann. "Bezüge zu Künstlern der europäischen Avantgarde wie Kandinsky, Malewitsch oder Mondrian, zum Konstruktivismus und Minimalismus, sind bei Kraftwerk unübersehbar. Auch das verbindet die Gruppe mit unserem Haus. Mit den von der Musikkritik rundum gefeierten Abenden ist für die Kunstsammlung ein Traum in Erfüllung gegangen." 

Der eigenen Historie folgend, wurden die Alben bei den Konzerten in der Kunstsammlung in chronologischer Reihenfolge aufgeführt: 1 Autobahn (1974), 2 Radio-Aktivität (1975), 3 Trans Europa Express (1977), 4 Die Mensch-Maschine (1978), 5 Computerwelt (1981),  6  Techno Pop (1986), 7 The Mix (1991), 8 Tour de France (2003). 

Das Konzept für die Performance des Gesamtwerks von Kraftwerk "1 2 3 4 5 6 7 8" im Kunstkontext mit synchroner 3-D-Projektion hatten Kraftwerk-Mastermind Ralf Hütter und die Galeristin Monika Sprüth gemeinsam entwickelt. 

Im Herbst 2011 fand die von Matthias Mühling kuratierte Ausstellung "Kraftwerk 3-D  Video Installationen" im Kunstbau des Lenbachhauses in München statt. Im April 2012 präsentierte Klaus Biesenbach im New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) die international beachtete Kraftwerk-Retrospektive "1 2 3 4 5 6 7 8". Die Konzerte waren, wie später auch in Düsseldorf,  bereits wenige Minuten nach ihrer Ankündigung ausverkauft.  Vom 6. bis zum 14. Februar ist "Kraftwerk – The Catalogue 1 2 3 4 5 6 7 8" in der Londoner Tate Modern (Kuratorin: Catherine Wood) zu erleben. 

"Kraftwerk – Die Mythenmaschine hieß programmatisch der wissenschaftliche Kongress mit über 300 Teilnehmern, bei dem der Düsseldorfer Medienwissenschaftler Dirk Matejovski die Überwindung der medialen Grenzen durch Kraftwerk analysierte. Die minimalistischen Songtexte der Elektropioniere untersuchte der Germanist Jochen Hörisch (Universität Mannheim); der Münchner Kunsthistoriker Matthias Mühling machte die enge ästhetische Beziehung von Kraftwerk als Wanderer zwischen Pop- und Hochkultur zur Kunst etwa von Piet Mondrian oder Gerhard Richter zum Thema.

Gefördert wurde die Konzertreihe in der Grabbe Halle von K20 von den Stadtwerken Düsseldorf. "Die Stadtwerke Düsseldorf engagieren sich für die Kunst und Kultur in unserer Stadt. Die Kraftwerk-Konzertreihe war ein musikalisches Highlight, das auf großes Interesse gestoßen ist", so Rainer
Pennekamp, Vorstandsmitglied der Stadtwerke Düsseldorf. 

Aus Anlass der Shows in Düsseldorf ist im NRW Forum bis zum 30. Januar die Fotoausstellung KRAFTWERK / ROBOTER / FOTOGRAFIE PETER BOETTCHER zu sehen.  

Außerdem ist eine limitierte Edition in schwarzer Box mit dem Gesamtkunstwerk von Kraftwerk "Der Katalog - 12345678" Digital Remaster in deutschsprachiger Version erschienen.