Pressemappe zur Quadriennale: Auswertung der Flugdaten

Die Ausstellung „Auswertung der Flugdaten“ wirft ein Schlaglicht auf die Kunst der 80er Jahre aus Düsseldorfer Perspektive. Es werden Arbeiten von zehn heute international bekannten Künstlern [...]

K21 Ständehaus

AUSWERTUNG DER FLUGDATEN.

Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive

11.09.2010 – 30.01.2011

Kuratoren: Julian Heynen, Valeria Liebermann

Die Ausstellung „Auswertung der Flugdaten“* wirft ein Schlaglicht auf die Kunst der 80er Jahre aus Düsseldorfer Perspektive. Es werden Arbeiten von zehn heute international bekannten Künstlern präsentiert, die aus dem Umfeld der Akademie in Düsseldorf stammen. Ergänzt wird diese Auswahl mit Arbeiten von sieben Künstlern aus anderen Ländern, die ähnliche Haltungen, Ziele und Arbeitsweisen haben. Zu sehen sind fast 70 teils vielteilige Skulpturen, Installationen und Fotografien unter anderem von Richard Deacon, Katharina Fritsch, Andreas Gursky, Reinhard Mucha, Thomas Schütte und Jeff Wall.

Die 80er Jahre werden häufig als konservativ und in der Kunst als ereignislos verkannt. In Wirklichkeit kündigen sich in diesem Jahrzehnt radikale Umbrüche an. Der Ost-West-Konflikt löst sich langsam auf und das Zeitalter der Globalisierung wird in seinen Umrissen deutlich. Eine breitere Öffentlichkeit nimmt die zeitgenössische Kunst in bisher nie gekannter Weise wahr, sie wird nun zu einem wichtigen Teil der Kulturindustrie.

In Düsseldorf übt die Kunst der international ausgerichteten Szene der 60er und 70er Jahre etwa von Bruce Nauman, Daniel Buren, Marcel Broodthaers und anderen im Umkreis von Akademie und Galerien weiterhin ihren Einfluss aus. Jüngere Künstler wie Schütte, Mucha, Gerdes oder Fritsch vertrauen hier weniger dem scheinbaren Aufbruch einer neo-expressiven Malerei, wie sie damals weite Teile der deutschen Kunst bestimmt hat. Stattdessen versuchen sie, das kritische Potential der Avantgarde aufzunehmen, wollen es dabei aber nachhaltig erweitern und verändern. So erhalten beispielsweise das Bildhafte, die Metapher, die Erzählung, die Erinnerung und die Inszenierung ein neues Gewicht. In ihrer Kunst reflektiert diese späte Moderne sich selbst, öffnet sich aber gleichzeitig den Themen und Formen der zeitgenössischen Lebenswelt. Im Zentrum steht dabei die Skulptur in ihren verschiedenen Ausprägungen, aber auch die Fotografie, die von Düsseldorf aus ihre endgültige Positionierung als Bildende Kunst weltweit durchsetzt.

„War der Neo-Expressionismus wirklich der Ausweg aus der Krise der Moderne?“, fragt Kurator Julian Heynen: „Die Ausstellung zeichnet ein anderes Bild. Sie möchte eine reflektierende und sinnliche Kunst auf der Höhe des Epochenumbruchs der so genannten Postmoderne zeigen – und zwar in ihrer Vielfalt und in ihren Divergenzen.“

„Auswertung der Flugdaten“ wirft einen konzentrierten Blick auf ein Jahrzehnt, in dem die Düsseldorfer wie die deutsche Kunst von großer internationaler Bedeutung waren. Alle gezeigten Werke stammen aus den 80er Jahren; sie gehören zu den Schlüsselarbeiten, mit denen die Künstler damals das erste Mal an eine größere Öffentlichkeit traten. Die Ausstellung demonstriert, wie die Künstler in der „neuen Unübersichtlichkeit“ nach dem Ende der Avantgarden zentrale Aspekte der modernen Kunst neu interpretiert und somit bis heute wirkende Impulse für die nach-moderne Situation geben.

Beteiligte Künstler

Richard Deacon,

Peter Fischli & David Weiss

Katharina Fritsch

Isa  Genzken

Ludger Gerdes

Andreas Gursky

Candida Höfer

Harald Klingelhöller

Jeff Koons

Reinhard Mucha

Thomas Ruff

Thomas Schütte

Cindy Sherman

Thomas Struth

Jeff Wall

Franz West

 

Begleitpublikation zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint die Publikation Es geht voran. Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive, eine Dokumentation zur Düsseldorfer, deutschen und internationalen Kunstszene der 80er, 336 Seiten, 750 Abbildungen in Farbe,
Autorin: Brigitte Kölle, Prestel Verlag, Preis im Museum 29,90 EUR .


* Titel der Ausstellung nach dem gleichnamigen Gedichtband von Thomas Kling: „Auswertung der Flugdaten" © 2005 DuMont Buchverlag.

 

Förderer der Ausstellung

Die Ausstellung wird gefördert von der  Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West. Medienpartner ist das Handelsblatt.