Pressemeldung: 100 mal Klee für NRW

Als 100. Werk des Künstlers Paul Klee (1879-1940) hat die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf das Aquarell „Polyphone Strömungen“ erworben. Das 1929 entstandene Blatt stammt aus dem Nachlass des Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe und konnte direkt aus Familienbesitz angekauft werden. [...]

Als 100. Werk des Künstlers Paul Klee (1879-1940) hat die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf das Aquarell „Polyphone Strömungen“ erworben. Das 1929 entstandene Blatt stammt aus dem Nachlass des Bauhaus-Architekten Ludwig Mies van der Rohe und konnte direkt aus Familienbesitz angekauft werden. Durch seine unerschöpfliche Kreativität als Zeichner und Maler zählt Klee zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Die Klee-Kollektion der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ist der größte Bestand mit Werken dieses Künstlers in einem deutschen Museum.

„Da das Aquarell aus dem Besitz der Familie Mies van der Rohes stammt, ist es bisher nur äußerst selten öffentlich gezeigt worden“, erklärt die Künstlerische Direktorin der Kunstsammlung, Marion Ackermann. Klee-Aquarelle dieser Größe und Qualität sind auf dem Kunstmarkt kaum je zu finden: „Damit stellt dieser Ankauf einen besonderen Glücksfall zum diesjährigen 50. Gründungstag der Kunstsammlung des Landes dar.“ Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen war im August 1961 nach einem Ankauf der Landesregierung NRW von 88 Zeichnungen, Aquarellen und Gemälden Paul Klees gegründet worden.

Während seiner Zeit als Lehrer am Bauhaus schuf Paul Klee die „Polyphonen Strömungen“. In ihnen wird die strenge Formensprache der legendären Kunstschule von schwingenden Linien und an Pflanzen erinnernde Strukturen aufgelockert. Der Titel des Blattes mit seinen blaurosa Farbtönen verweist auf Klees grundsätzliches Anliegen, Gesetzmäßigkeiten aus der Musik in die Bildende Kunst zu übertragen. „Zudem findet sich in dem Blatt ein deutlicher Nachhall der Ägyptenreise, die der Künstler 1928/29 unternommen hatte. Die abstrakten Strukturen der Felder am Nilufer scheinen in den geschichteten Farblagen dieser Komposition anzuklingen“, so Sammlungsleiterin Anette Kruszynski. Das Werk fügt sich „ganz hervorragend“ in den Düsseldorfer Bestand der Klee-Werke aus den späten 1920er Jahren. Im Vergleich zu anderen, durchweg kleineren Aquarellen dieses Künstlers stellen die „Polyphonen Strömungen“ mit einer Größe von 45 mal 30 Zentimetern zudem eine bemerkenswerte Rarität im Schaffen Klees dar.

Ab Herbst 2012 wird die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ihre 100 Klee-Werke mit einer Ausstellung in K21 Ständehaus der Öffentlichkeit präsentieren. Paul Klee war 1933 mit dem Machtantritt des NS-Regimes aus seiner Lehrtätigkeit an der Kunstakademie in Düsseldorf entlassen worden.