Pressemeldung: Beuys-Symposium diskutiert "Parallel- prozesse"

Ein wissenschaftliches Symposion begleitet vom 6. bis 9. Januar 2011 die Ausstellung „Joseph Beuys. Parallelprozesse“. Namhafte Beuys-Forscher, Kunsthistoriker und Philosophen [...]

Ein wissenschaftliches Symposion begleitet vom 6. bis 9. Januar 2011 die Ausstellung Joseph Beuys. Parallelprozesse. Namhafte Beuys-Forscher, Kunsthistoriker und Philosophen, Theaterwissenschaftler und Museumsfachleute kommen dazu im Trinkaus Auditorium der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen am Grabbeplatz und im Schmela Haus zusammen. Das Symposion ist Abschluss des Beuys-Kooperationsprojektes zwischen der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Kunstsammlung. Noch bis zum 16. Januar ist die große Beuys-Ausstellung mit ihren rund 300 Exponaten in K20 zusehen. Bisher waren dort mehr als 70 000 Besucher zu Gast.

Bei dem Expertentreffen mit fast 20 Vorträgen steht der weit gefasste Begriff desParallelprozesses im Werk von Joseph Beuys im Zentrum. Die häufig diskutierte Parallelevon Natur- und Gesellschaftsprozessen kommt ebenso zur Sprache wie Fragen, die sicheinzelnen Werkkomplexen widmen oder die den gedanklichen Überbau des Künstlers und seine verschiedenen Inspirationsquellen betreffen. Der Begriff des Parallelprozesseslässt sich auch als Beschreibung von Parallelphänomenen zu anderen Künstlern verstehen, die ideengeschichtlich mit Beuys korrespondieren oder durch die Wahl ihrer künstlerischen Materialien an sein Werk anknüpfen.

Das Symposion lotet die Aktualität des Künstlers aus, wobei die Interdisziplinarität der Vorträge den ausgreifenden Radius des Beuys-Werkes widerspiegelt. Das Oeuvre des Künstlers, mit herausragenden Environments und Werkgruppen in der Ausstellungpräsent, bildet den Dreh- und Angelpunkt der Reflexion: In ihnen hat Beuys seine Ideen des Erweiterten Kunstbegriffs und der Sozialen Plastik „aufgehoben“.

Der Eintritt ist frei.

Das Symposium wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

 

PROGRAMM
Donnerstag, 6. Januar 2011

K20 GRABBEPLATZ (Trinkaus Auditorium)
18.00 Uhr Eröffnung, Begrüßung, Einführung
19.00 Uhr Prof. Dr. Horst Bredekamp, Beuys als Mitstreiter der Form


Freitag, 7. Januar 2011
SCHMELA HAUS
10.00 Uhr Prof. Dr. Hans Dickel, Joseph und seine Söhne. Beuys-Rezeptionen in der zeitgenössischen Kunst
11.00 Uhr Prof. Dr. Antje von Graevenitz, Im Namen der Freiheit – und des Mitleids. Schelling als Inspirationsquelle für Beuys
12.00 Uhr Dr. Barbara Gronau, „man muss eine Art ständiges Theater spielen“. Performativität und Aufführung bei Joseph Beuys
15.00 Uhr Prof. Dr. Wolfram Hogrebe, Beuysianismus. Monopolprozesse und Parallelprozesse
16.00 Uhr Dr. Magdalena Holzhey, „Ich durchsuche Feldcharakter“. Zur Analogie zwischen chemischen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen
17.00 Uhr Dr. Melitta Kliege, Vom Prinzip Plastik zur Sozialen Plastik. Immaterielle Formfindungsprozesse als Sinnbild der Kunst


Samstag, 8. Januar 2011
SCHMELA HAUS

10.00 Uhr Dr. Dirk Luckow, Unerwartete Parallelen: Joseph Beuys und die amerikanische Anti-Form-Kunst
11.00 Uhr Dr. Isabelle Malz, Das unbestimmte Etwas zwischen den Dingen. Die Staubbilder von Joseph Beuys
12.00 Uhr PD Dr. Ulrich Müller, Ungleichzeitige Parallelprozesse. Joseph Beuys und Frank Lloyd Wright
15.00 Uhr PD Dr. Antje Quast, Am Nullpunkt der Katastrophe: Terremoto
16.00 Uhr Johannes Stüttgen, Die soziale Plastik und der ökologische Geldkreislauf
17.00 Uhr Dr. Kirsten Claudia Voigt, Gib mir Honig. Beuys liest Nietzsche


Sonntag, 9. Januar 2011
SCHMELA HAUS
Matinee Junger Beuys-Forscher
10.00 Uhr Dr. des Christine Demele, Das Bild und das Blatt. Zum Bildbegriff von Joseph Beuys und den Formprinzipien“ in Kunst und Natur
11.00 Uhr Benjamin Dodenhoff M.A., Schichtung als evolutionäres Entwicklungsmodell im Werk von Joseph Beuys
12.00 Uhr Ulf Jensen M.A., Aktion als Parallelprozess. Die bewegte Gestalt in der Kunst von Joseph Beuys