Pressemeldung: »Das Kleine Studio« – Erste Museums-Werkstatt für Frühpädagogik

Kulturministerin Ute Schäfer hat heute das »Kleine Studio« in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eröffnet. Die bundesweit erste ständige Werkstatt für frühpädagogische Projekte in einem Kunstmuseum richtet sich an Kinder ab drei Jahren. [...]

Kulturministerin Ute Schäfer hat heute das »Kleine Studio« in der  Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eröffnet. Die bundesweit erste ständige Werkstatt für frühpädagogische Projekte in einem Kunstmuseum richtet sich an Kinder ab drei Jahren.

"Kindern so früh und so weit wie möglich die Türen zu Kunst und Kultur zu öffnen, ist eines der zentralen kulturpolitischen Ziele des Landes. Ich bin mir sicher, dass dies im ‚Kleinen Studio’ gelingen wird. Wer in der Kindheit lernt, dass Kunst Spaß macht, wird auch als Erwachsener Museen und Ausstellungen besuchen", erklärte Schäfer.

Auf Jungen und Mädchen im Kindergartenalter warten ab dem 6. November 2012 im Ständehaus Angebote, die ganz Paul Klees Beschreibung kindlicher Kreativität entsprechen: Alle Aktivitäten sind auf spielerische und offene kreative Prozesse ausgerichtet. Grundlage für dieses spezielle Bildungsprogramm für Kinder zwischen drei und sechs Jahren ist die Erkenntnis, dass sich Kinder in ihren frühen Jahren häufig mehr für das gestalterische Vorgehen selbst als für ein bestimmtes Ergebnis interessieren. Die Ausstattung im »Kleinen Studio« ist extra für die Allerjüngsten zugeschnitten: Nicht nur kleine Möbel oder rollbare, flexible Malwände, sondern auch allerlei "Alltagsmaterial" wie Steine, Muscheln, Seile, Draht und natürlich auch Ton und Farbe warten auf ihren Einsatz.

"Die Anregung und aktive Tätigkeit der Sinne ist für Kinder von grundlegender Bedeutung bei der Entwicklung ihrer Persönlichkeit. Das sinnliche Empfinden kommt in unserer technisierten und von digitalen Medien geprägten Umwelt oft zu kurz", erklärt die Leiterin der Abteilung Bildung in der Kunstsammlung, Julia Hagenberg: "Hier bietet die Auseinandersetzung mit Kunst eine besondere Chance, die körperliche Wahrnehmung und die Sinnesbildung von Kindern ab drei Jahren zu fördern."

In den Workshops werden alltägliche Erfahrungen der Kinder mit künstlerischen Themen verknüpft, verschiedenste bildnerische Ausdrucksformen angeregt und das Erlebte sprachlich reflektiert. So geht es beispielsweise vor dem Hintergrund des Werkes von Imi Knoebel um das "Aufräumen", Hans-Peter Feldmanns Karussell aus Puppen und Gegenständen regt das Thema Licht und Schatten an oder Paul Klees Gemälde Heroische Rosen wird als Plan eines geheimnisvollen Labyrinths gedeutet.

Im Zentrum der pädagogischen Arbeit steht die Selbstbildungsfähigkeit der Kinder; ihre natürliche Neugier und ihr Forscherdrang sollen begleitet und gefördert werden. Ziel der Arbeit im »Kleinen Studio« ist es, museale Bildungsarbeit mit aktuellen frühpädagogischen Ansätzen zu verknüpfen und den Kindern auf diese Weise einen entwicklungsgemäßen Zugang zur Kunst und zum Museum zu eröffnen.