Pressemeldung: Erfolg der Wolfgang Tillmans Ausstellung

Die Werkschau des international angesehenen Fotokünstlers Wolfgang Tillmans, ein „Gastspiel“ der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Warschau, war ein voller Erfolg: Mehr als 18 000 Besucher haben innerhalb von nur 10 Wochen die Ausstellung in der Nationalen Kunstgalerie Zachęta im Herzen der polnischen Hauptstadt gesehen. [...]

Die Werkschau des international angesehenen Fotokünstlers Wolfgang Tillmans, ein „Gastspiel“ der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Warschau, war ein voller Erfolg: Mehr als 18 000 Besucher haben innerhalb von nur 10 Wochen die Ausstellung in der Nationalen Kunstgalerie Zachęta im Herzen der polnischen Hauptstadt gesehen. „Unsere polnischen Kolleginnen und Kollegen waren völlig überwältigt von dem Erfolg – und vor allem auch vom Andrang so vieler junger Menschen“, berichtet Ausstellungskuratorin Isabelle Malz aus Warschau. Fast 400 Exemplare des aufwändig als Künstlerbuch gestalteten zweisprachigen Katalogs seien gekauft worden. Schon bei der Eröffnung Mitte November war das große Interesse an der von der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eingerichteten Schau „Zachęta Ermutigung“ deutlich geworden: Wegen des großen Andrangs musste die Nationale Kunstgalerie zeitweise geschlossen werden. Zahlreiche polnische Medien hatten über das Ereignis berichtet.

Die erste Einzelausstellung des 1968 in Remscheid geborenen Künstlers in Polen zeigte etwa 100 Arbeiten aus den vergangenen zehn Jahren. Die Präsentation gehörte zum Festival-Programm der Kultursaison NRW in Polen 2011/2012 und ist mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen realisiert worden.

„Der große Erfolg der Tillmans-Ausstellung hat eindrucksvoll gezeigt, dass die Kultur­saison NRW wunder­bare Einblicke in unser Kulturland gewähren konnte. Die Kunstsammlung NRW hat mit dieser großen Einzelausstellung hervorragend als Kulturbotschafter des Landes überzeugt. Ab diesem Frühjahr wird polnische Kunst und Kultur in Nordrhein-Westfalen gezeigt. Darauf freuen wir uns schon sehr, denn: Der kulturelle Austausch gehört zu den wichtigsten Instrumenten der Völkerverständigung", sagte Kulturministerin Ute Schäfer.

Neben abstrakten, das fotografische „Material“ befragenden Arbeiten war auch eine konzentrierte Auswahl der ‚Weltbilder’ von Tillmans zu sehen, die in den letzten zwei Jahren auf Reisen durch verschiedene Kontinente entstanden sind. Tillmans installative Arbeit aus der truth study centre-Familie, in der wie in einem Dokumentationsarchiv Fotografien, Zeitungsartikel, Fotokopien und Offsetdrucke gemeinsam präsentiert wurden, stellt die Frage nach der Interpretation von Bildern in der Mediengesellschaft.  

„Ein übergreifendes Thema ist die Ermutigung, den eigenen Augen zu trauen, wenn man die Welt betrachtet, den eigenen Vorurteilen zu misstrauen, aber dem eigenen Instinkt hinsichtlich der Stichhaltigkeit einer Idee zu trauen“, sagt der Künstler über seine Arbeit. Damit nimmt Tillmans programmatisch den Namen des traditionsreichen Warschauer Ausstellungsortes auf, denn „Zachęta“ bedeutet auf Deutsch „Ermutigung“.

Die Kooperation der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen mit Polen hat für die Direktorin der Landesgalerie, Marion Ackermann, einen guten Grund. „Besonders gute, eigenwillige, stark mit der Geschichte und Tradition ihres Landes verbundenen, aber doch radikal auf die Gegenwart bezogene Künstlerinnen und Künstler kommen von dort.“ Gerade eröffnet wurde im Schmela Haus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen die Ausstellung DA SIĘ WYTRZYMAĆ – IT’S BEARABLE der beiden jungen polnischen Künstler Wojciech Bąkowski und Piotr Bosacki (bis 10.6. 2012).