Pressemeldung: Paul Klee war auch "Objektkünstler"

Paul Klee, bisher weltbekannt als Schöpfer von Zeichnungen und Gemälden, war weit mehr als das: In vielen Fällen hat der Künstler seine Werke als dreidimensionale Arbeiten betrachtet. Dies geschah durch die gleichwertige Gestaltung der Vorder- und Rückseite einzelner Bilder, durch die Montage [...]

Paul Klee, bisher weltbekannt als Schöpfer von Zeichnungen und Gemälden, war weit mehr als das: In vielen Fällen hat der Künstler seine Werke als dreidimensionale Arbeiten betrachtet. Dies geschah durch die gleichwertige Gestaltung der Vorder- und Rückseite einzelner Bilder, durch die Montage verschiedenster Materialien von Pappe bis Tüll oder gar die bewusste Einbeziehung der Rahmung, sagte die Sammlungsleiterin an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Dr. Anette Kruszynski. Als eine weitere Methode habe Klee bei manchen Aquarellen oder Tuscharbeiten die starken wellenartigen Verwerfungen des getrockneten Papiers ganz klar als bildnerische Mittel genutzt. „Lange Zeit hat man diese Dinge, die Klee bewusst einkalkuliert hat, nicht richtig wahrgenommen“, erklärte die Expertin.

In der Ausstellung 100 x Paul Klee. Geschichte der Bilder  (K21 Ständehaus, 29. 9. 2012 bis 10.2. 2013) dokumentiert die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen unter anderem diese überraschende Strategie des Künstlers. Hier wird beispielsweise das Klee-Werk „43“ (1928) mit bemalter Vorder- und reliefartiger Rückseite zu sehen sein.

„War der Aspekt der Dreidimensionalität im Werk Klees bisher unter Experten eher eine These, eine bloße Vermutung, so hat die Vorbereitung unserer Ausstellung hier weiter Klarheit geschaffen“, betonte die Museums-Kuratorin. Dieser „konsequente Weg“ Klees vom Zeichner über den Maler bis zum Objektkünstler ab etwa 1919 hat nach den Worten der Kunsthistorikerin einen verständlichen Hintergrund: „Dies war seine persönliche Antwort auf die von vielen Künstler im frühen 20. Jahrhundert gestellte Frage nach der Zukunft des traditionellen Tafelbildes.“ Der Dadaist Kurt Schwitters habe beispielsweise auf dieselbe künstlerisch-ästhetische Fragestellung mit seinen berühmten Collagen aus unterschiedlichsten Materialien geantwortet.

 

100 x Paul Klee. Geschichte der Bilder
29. September 2012 – 10. Februar 2013
K21 STÄNDEHAUS
Pressekonferenz: Freitag, 28.09.2012, 11.00 Uhr