Pressemeldung: Sechs Künstlerinnenräume in K21 komplett

Die Präsentation der Fotografien von Candida Höfer schließt die Reihe der Künstlerinnenräume im K21 Ständehaus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ab. In insgesamt sechs Räumen, die jeweils einer einzelnen Künstlerin gewidmet sind, werden bis zum 29. April 2012 die Werke von [...]

Die Präsentation der Fotografien von Candida Höfer schließt die Reihe der Künstlerinnenräume im K21 Ständehaus der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ab. In insgesamt sechs Räumen, die jeweils einer einzelnen Künstlerin gewidmet sind, werden bis zum 29. April 2012 die Werke von Rosemarie Trockel, Lee Bontecou, Nancy Spero, Charlotte Posenenske, Annette Messager und Candida Höfer vorgestellt. Nach der 2010 gezeigten Ausstellung „Intensif-Station“ baut die Kunstsammlung mit diesem Projekt ihren Sammlungsschwerpunkt der Künstlerräume im K21 weiter aus.

Im vergangenen Oktober hatte Rosemarie Trockel mit keramischen Arbeiten, die Themen wie Verletzlichkeit und Brutalität umkreisen, die Serie der Kabinett-Austellungen eröffnet. Den Schlussakkord setzte nun mit der Eröffnung am 7. März, dem KPMG Kunstabend,  die Fotokünstlerin Candida Höfer. Sie hat ihre sachlich-dokumentarischen Fotografien aus den Jahren 1973 bis 2011 im Ständehaus selbst installiert. Seit vielen Jahren konzentriert sich Candida Höfer auf die Fotografie von Innenräumen, meist kulturell geprägten Orten wie das Festspielhaus Recklinghausen (1997) oder das Museum für Völkerkunde, Dresden VI (2000). Frontal oder aus der Diagonale aufgenommen, versucht die Künstlerin, den besonderen Charakter des Raumes mit seinen prägenden Details einzufangen.

Die von Wissenschaft und Raumfahrt inspirierten dreidimensionalen Wandarbeiten der amerikanischen Künstlerin Lee Bontecou, von der die Kunstsammlung ein Hauptwerk besitzt, sind in K21 ebenso zu sehen wie die War Series von Nancy Spero. Diese Gouachen sind eine persönliche und kritische Reflexion des Vietnamkrieges als Ausgeburt männlicher Allmachtsfantasien. Ganz nach dem Willen des „Benutzers“, in diesem Fall der Kunstsammlung, können die Skulpturen aus Wellpappe von Charlotte Posenenske im Ausstellungsraum angeordnet werden. Ihre somit „demokratischen“ Kunstwerke, die mächtigen Vierkantrohre Serie DW, verzichten auf einen persönlichen Stil und betonen ganz den Aspekt industrieller Fertigung.

Die Französin Annette Messager verwendet für ihre Installationen häufig Alltagsmaterialien und  -techniken. So bewegt sich bei Sous vent (2004/2010) im Ständehaus das halbtransparente Seidentuch wie die Oberfläche eines schwarzen Ozeans über einer Landschaft aus aufleuchtenden Lichtinseln. Immer wieder werden damit einzelne Gegenstände wie Puppen, Schuhe oder Masken sichtbar und erinnern an Verdrängtes oder Unterbewusstes, das ab und an schemenhaft an die Oberfläche gelangt.