Pressemeldung: Struth-Retrospektive beendet: 60 500 Besucher

60 500 Besucher haben die große Retrospektive des Fotokünstlers Thomas Struth in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gesehen. Ausgestellt waren bei dem ersten repräsentativen Überblick über das Gesamtschaffen des in Düsseldorf und Berlin lebenden Künstlers mehr als 100 Werke [...]

60 500 Besucher haben die große Retrospektive des Fotokünstlers Thomas Struth in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen gesehen. Ausgestellt waren bei dem ersten repräsentativen Überblick über das Gesamtschaffen des in Düsseldorf und Berlin lebenden Künstlers mehr als 100 Werke unter dem Titel Thomas Struth – Fotografien 1978 bis 2010. Besondere Aufmerksamkeit der Ausstellungsbesucher fanden jüngste, meist großformatige Motive aus dem Innenleben komplizierter technischer Großanlagen. Nie zuvor in der Öffentlichkeit gezeigte frühe Schwarz-Weiß-Fotografien aus der Folge der „Straßen“ waren gemeinsam mit einer Auswahl Dschungel-Bilder, den „Paradises“, als eigene Präsentation in der großen Grabbehalle von K20 zu sehen. Diese raumfüllende Bilder-Installation hatte der Künstler ausschließlich für Düsseldorf eingerichtet. Genau 90 Anwohner der zwölf von Struth fotografierten Düsseldorfer Straßen hatten in den beiden letzten Ausstellungswochen die Einladung der Kunstsammlung zu einem Gratis-Besuch der Schau angenommen.

Parallel zur Ausstellung präsentierte Struth das Projekt „Musik“ in Kooperation mit dem Gitarristen Frank Bungarten im Labor, dem Ausstellungsraum der Abteilung Bildung. Zu hören war dabei eine Musikauswahl der beiden Künstler, die Werke unterschied­licher Kulturen und Genres zusammengeführt haben. Als besondere Höhepunkte des Projekts fanden im Mai Meisterkurse im Labor statt, bei denen hochkarätige Musiker vor dem Museumspublikum Unterricht gegeben haben.

Nächste Stationen der Struth-Retrospektive, die seit Ende Februar am Düsseldorfer Grabbeplatz zu sehen war, sind die Whitechapel Gallery in London (6. Juli – 16. September) und das Museu de Serralves, Museu de Arte Contemporânea in Porto (14. Oktober 2011 – 29. Januar 2012).  

Der 1954 geborene Fotokünstler gehört zu den international bedeutendsten Vertretern der deutschen Fotografie. Zahlreiche Ausstellungen während der vergangenen 15 Jahre in Europa, den USA und verschiedenen asiatischen Staaten haben ihn bekannt gemacht. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf zunächst bei Gerhard Richter Malerei, ab 1976 bei Bernd Becher Fotografie. Seine Arbeiten waren bereits 1992 auf der documenta IX in Kassel zu sehen. Struth zählt zu den herausragenden Künstlern, die in der Zeit wahrer Bilderfluten dem Medium Fotografie zu neuer Intensität und Wirkungskraft verholfen haben. Immer wieder thematisiert der Künstler in seinen typischen Bild-Folgen das Verhältnis von Betrachter und Betrachtetem und fragt damit nach der Rolle des Einzelnen in der Gesellschaft.

Die Ausstellung wurde gefördert durch die NATIONAL BANK.
Medienpartner: Handelsblatt