Pressemeldung: ZERO- Präsentation in Kunstsammlung am Grabbeplatz

Vor gut 50 Jahren katapultierten die Künstler der ZERO-Gruppe um Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker Düsseldorf und das Rheinland auf die Landkarte der internationalen Kunstszene. ZERO und den Künstlern in diesem Umfeld widmet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen nun einen prominenten Platz im K20 am Grabbeplatz. [...]

Die innerhalb der ständigen Sammlung in den kommenden Monaten zu sehende Präsentation zeigt mit herausragenden Werken, wie ZERO und verwandte künstlerische Bewegungen sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von allen vorhergehenden Kunst-Positionen vehement abgrenzten. Raum, Zeit, Farbe, Licht und Bewegung sind die Themen, mit denen sich nun die Kunst selbstbewusst behauptet und ihre Utopien und Visionen formuliert.

Wichtiger Anreger war der Italiener Lucio Fontana. Seine Concetti spaziali traten für eine raumbezogene Kunst ein: Folgerichtig versah er seine  Leinwände mit Schnitten und Löchern. Der Franzose Yves Klein erklärte die Farbe zum Absoluten: Raumgreifend und objekthaft ist die tiefblaue Farbe in seinem Schwammrelief sowie in seinem leuchtendroten Relief planétaire. In Italien trieb Piero Manzoni die Kunst auf einen „Nullpunkt“: Sein ganz in Weiß gestaltetes Bild Achrome von 1958 versinnbildlicht die kurz zuvor getroffene Aussage des Künstlers: „Unsere Welt ist ein Alphabet aus Erstbildern. Das Gemälde ist unsere Vorstellung von Freiheit.“

Hervorzuheben ist ein umnageltes Möbel-Objekt (Tisch/1963), das Günther Uecker als Kultur-Fetisch bezeichnet hat. Anders als bei den weißen Bildern, wo Nagelstrukturen im Spiel des Lichtes poetische Bilder hervorrufen, offenbaren die Nägel bei diesem Objekt ihre mögliche Aggressivität. In Abgrenzung zu ZERO steht der Tachismus des Malers K. O. Götz. Seine dem europäischen Informel verpflichtete Haltung behauptet sich selbstbewusst in dem Gemälde SPIK von 1960, dessen Titel lautmalerisch die schwungvolle Geste zu umschreiben scheint, die die Komposition dieses Bildes bestimmt.

Die ZERO-Präsentation ist durch eine vorübergehende Umhängung der ständigen Sammlung im K20 am Grabbeplatz möglich geworden und wird bis zum Jahresende im 2. Obergeschoss zu sehen sein.