Scully, Sean
*1945

1945 geboren in Dublin
1949 Umzug nach London
1965−1968 Studium am Croydon College of Art, London
1968−1972 Studium an der Newcastle University
1972−1973 Studium an der Harvard University, Cambridge, Massachusetts
1973−1975 unterrichtet an der Chelsea School of Art und am Goldsmiths College of Art, London
1973 erste Einzelausstellung in der Rowan Gallery, London
1975 Übersiedlung in die USA
1977 erste Einzelausstellung in New York in der Duffy-Gibbs Gallery
1977−1983 Lehrer an der Princeton University, New Jersey
1983 Guggenheim Fellowship; erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft; Stipendium des National Endowment for the Arts
1985 erste Einzelausstellung in einem amerikanischen Museum, dem Carnegie Museum of Art, Pittsburgh
1992 Reise nach Marokko, wo Scully im Auftrag der BBC einen Film über Henri Matisse dreht
1993 erste Ausstellung der „Catherine Paintings“ im Modern Art Museum of Fort Worth, Texas
1994 richtet sich ein Atelier in Barcelona ein
1995 Retrospektive mit Stationen in Washington, Atlanta, Barcelona, Dublin und Frankfurt
1999 richtet sich ein neues Atelier in Chelsea, New York ein
2000 Ehrenmitglied des London Institute of Arts and Letters
2001−2002 Ausstellung „Gemälde, Pastelle, Aquarelle, Fotografien 1990 – 2000“ der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, mit Stationen im Haus der Kunst, München, und im IVAM Institut Valencià d‘Art Modern
2002−2007 Professor für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste, München
2003 erhält die Ehrendoktortitel für Bildende Künste des Massachusetts College of Art, Boston, und der National University of Ireland, Dublin
2006 die Dublin City Gallery The Hugh Lane eröffnet eine Sean Scully Gallery
2008 Ehrendoktor der Universitas Miguel Hernández, Valencia
2010 erhält den Ehrendoktortitel Doctor of Letters der Newcastle University, Newcastle

Sean Scully lebt und arbeitet in New York, Barcelona und in der Nähe von München

Wall of Light Light / Mauer lichten Lichts, 1999

Öl auf Leinwand, zweiteilig
274,3 x 304,8 cm


Sean Scully ©Sean Scully, 2020, Foto: Walter Klein, Düsseldorf

Der Streifen, horizontal und vertikal, selten diagonal gesetzt, ist seit den späten 1960er-Jahren das alleinige Bildmotiv in der Malerei Sean Scullys. Das Thema der Bilder ist, so Scully, „die Art, wie die Streifen gemalt sind …“. 

Lichte Farbigkeit, Leichtigkeit und Wärme beherrschen die Stimmung von „Wall of Light Light“. Die Bildfläche ist hier aus zwei Leinwänden zusammengesetzt, die Streifen zu zweien oder dreien gruppiert. Wie die Steine innerhalb eines Mauerwerks sich zueinander fügen und im Verbund dessen Stärke und Struktur bewirken, so sind auch hier die farbigen Streifen zu einer Mauer zusammengefügt, einer „Mauer lichten Lichts“, das aus der Tiefe zu strahlen scheint. Die Farben erscheinen partiell wie ausgewaschen. Scully mischt sie durch Überlagerung der Schichten so lange, bis sie sich mit einer emotionalen Stimmung decken. Diese verblichenen Farben stehen in irritierendem Widerspruch zur Monumentalität des Bildaufbaus. Scullys Bilder lassen landschaftliche und auch gegenständliche Assoziationen zu. So evoziert „Wall of Light Light“ Erinnerungen an die verwitterten, von Fenstern und Türen strukturierten Fassaden, die der Maler seit Jahren in seinen Fotografien festhält.