K21 Philosophisch betrachtet…
Workshop
So, 2.8.
12 – 13.30 Uhr
Entgelt: 8 € (je Termin), 28 € (4er-Ticket) plus Eintritt
Keine Vorkenntnisse erforderlich, Anmeldung vor Ort
Teilnehmendenzahl begrenzt
Mit unserem philosophischen Format versuchen wir, das Unsagbare, Fremde, Andere in der Begegnung mit der Kunst zu vergegenwärtigen und im Polylog zur Sprache zu bringen … oder aber gemeinsam zu schweigen und uns betrachtend berühren zu lassen von den Eigenwilligkeiten der Werke der Ausstellungen und Sammlungspräsentationen. Hier sind wir auf der Suche nach neuen Formen der Vermittlungspraxis.
Holly Herndon und Mat Dryhurst: Protokollkunst und Philosophie der Verwobenheit
Die künstlerische Praxis von Holly Herndon und Mat Dryhurst, insbesondere im Projekt Starmirror, lässt sich als Protokollkunst begreifen: eine Kunst, die nicht primär Objekte produziert, sondern Regeln, Infrastrukturen, Beziehungen und Wellen gestaltet. Im Zentrum steht dabei ein Geflecht aus Stimmen, Daten, Modellen und sozialen Prozessen. Dieses Geflecht ist weder rein technisch noch rein menschlich – es ist Ausdruck einer radikalen Interdependenz. Um diese Praxis zu verstehen, werden wir an diesem Tag Teil eines ideellen Chors mit einem Terzett aus den Solist*innen Hildegard von Bingen (Sopran und Vitalitätsdenkerin), die im 12. Jahrhundert eine kosmologische Vision notiert, in der alles Sein durch eine lebendige Kraft miteinander verbunden ist, Sadie Plant (Mezzosopran und Netzwerktheoretikerin), die 1997 in Zeros + Ones klarstellt, dass Subjektivität, Technologie und Geschichte konsequentals Geflecht gedacht werden müssen und schließlich Benjamin Bratton (Bariton und Infrastukturtheoretiker), der 2015 in The Stack: On Software and Sovereignty der Frage nachgeht, wie unsichtbare Protokolle und Infrastrukturen bestimmen, wer spricht, sieht und handelt. Für Bratton ist die heutige Welt durch einen planetarischen „Stack“ aus technischen Schichten organisiert, in dem Software, Plattformen und Infrastrukturen neue Formen von Souveränität und Macht hervorbringen. Wir freuen uns auf Sie, auch wenn Sie ihre Stimme schonen wollen.
Mit Philosoph und Kunstvermittler Georg Herzberg
Termin:
So, 2.8., 12 – 13.30 Uhr