Paik, Nam June
1932 – 2006

1932 geboren in Seoul, Korea
1945−1950 Studium der Musik- und Kompositionslehre
1956 Abschluss des Studiums der Musik- und Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität von Tokio
1956−57 Studium der Musikgeschichte an der Universität München bei Thrasybulos Georgiades
1957−58 Studium der Kompositionslehre an der Musikhochschule Freiburg bei Wolfgang Fortner
1958−1963 Arbeit im Studio für elektronische Musik des WDR in Köln
1963 erste Einzelausstellung in der Galerie Parnaß, Wuppertal
1976 Einzelausstellung im Kölnischen Kunstverein und Stedelijk Museum, Amsterdam
1977 Teilnahme an der „documenta 6“, Kassel
1987 Teilnahme an der „documenta 8“, Kassel
1993 Teilnahme an der „45. Biennale“, Venedig, Deutscher Pavillon (mit Hans Haacke); Goldener Löwe
1996 Schlaganfall
1997 Teilnahme an der großen Kunstausstellung „Die Epoche der Moderne - Kunst im 20. Jahrhundert“ im Martin-Gropius-Bau, Berlin
1998 Verleihung des Kyoto-Preises
2001 erhält den Wilhelm-Lehmbruck-Preis, Duisburg
2006 stirbt Nam June Paik in Miami Beach, Florida

Selection

TV-Garden / TV Garten, 1974-1977/2002

Edition 2/3, 120 Fernseher, 600 Grünpflanzen, diverse Materialien
Dimensionen variabel


©Nam June Paik Estate, Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf

„This is a glimpse of a video landscape of tomorrow,...“ / „Dies ist ein kleiner Einblick in die Video-Landschaft von morgen, ...“. So beginnt der Film „Global Groove“ von Nam June Paik, der inmitten einer Installation mit diversen Grünpflanzen auf Fernsehern zu betrachten ist. 

Das 28 Minuten lange Video wurde von dem in Korea geborenen Musiker, Philosophen und sogenannten Vater der Videokunst 1974 aus dokumentarischen Szenen, Programmzitaten und eigenen Filmen collagiert. Das in verschiedene Sequenzen eingeteilte Video nimmt das „Zappen“ durch die Fernsehprogramme und für den Künstler generell die Zukunft des Fernsehens vorweg. Thematische Gegensatzpaare wie Ost/West, Klassisch/Modern, U-/E-Musik bilden eine multi-kulturelle Koexistenz. Auch das heute schon inflationär gebrauchte Wort „Global“ im Titel bezeugt die visionäre Kraft des Künstlers, der Ende der 1970er-Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf lehrte. Bereits 1963 hatte Paik das Massenmedium Fernsehen in seine Kunst integriert. Für ihn bedeuteten „diese klitzekleinen Bewegungen von Elektroden die heutige Umwelt“. Die skulpturale Medienlandschaft „TV-Garden“ entwickelte Paik für die „documenta 6“ (1977) in Kassel. Der Betrachter kann diesen natürlichen Erfahrungsraum, in dem die farbigen Mattscheiben wie Blüten der Pflanzen erscheinen, auch als Ort der Kontemplation nutzen.