Franz West

Seit den 1970er Jahren entwickelt Franz West Objekte an der Grenze zwischen Kunstwerk und Gebrauchsgegenstand. Seine prothesenartigen Skulpturen aus Gips wie auch diverse Sitz- und Liegemöbel dienen als Instrumente physischen und psychischen Erlebens: In der Regel soll der Ausstellungsbesucher sie benutzen und seinen Körper in Beziehung zu den Objekten setzen. In seinen Skulpturen schlägt sich die Beschäftigung des Künstlers mit der Psychoanalyse nieder. So lässt Devianz (›abweichendes Verhalten‹) Assoziationen mit der berühmten Couch als Behandlungsort des Patienten zu, seine Paßstücke beschrieb er 1996 als »Darstellung von Neurosen«. West hebt die Kunst von ihrem Sockel und fordert den Betrachter auf, seine distanzierte Haltung aufzugeben und zum Akteur und damit Teil des Werkes zu werden.