Hans-Peter Feldmann

Für die Reihe der Künstlerräume hat Hans-Peter Feldmann zwei separate Räume gestaltet die gemeinsam präsentiert werden.

 
Installationsansicht Künstlerraum Hans-Peter Feldmann, Foto: Achim Kukulies, © VG Bild-Kunst, Bonn

In seinem neu gestalteten Künstlerraum erweckt Hans-Peter Feldmann im visuellen Gedächtnis bewahrte Bilder zu neuem Leben. Derzeit arbeitet der in Düsseldorf lebende Künstler bevorzugt mit alten Gemälden. Auf Kunstauktionen ersteigerte Landschaftsbilder, wie man sie aus dem Wohnzimmer der Großeltern kennen mag, arrangiert er zu einem Fries, der sich an den Horizontlinien der Bilder ausrichtet. Die ungewöhnliche Hängung überrascht und das etwas langweilige und beschauliche Einzelwerk wird, eingebettet in die ungewöhnliche Reihung, Teil eines kleinen und humorvollen Kunstereignisses.

Die Veränderung der Sichtweise auf das Gewohnte ist auch Thema der übergroßen Frauenköpfe – einer großartigen neuen Werkreihe des Künstlers. Feldmann wählte vier Frauen aus bekannten Bildwerken der Kunstgeschichte aus und ließ ihre Köpfe von einem jungen Künstler noch einmal malen, aber extrem vergrößert und an den Seiten eng beschnitten. So transformieren die Gesichter zu purer körperlicher Präsens – und kein Detail gibt Hinweise auf ihre Herkunft. Es ist allein dem visuellen Gedächtnis des Betrachters überlassen, ob er diese „alten Bekannten“ wieder erkennt. Die dritte Arbeit des Raumes ist eine viereckige Lichtprojektion. Zwei Haken an der oberen Kante deuten darauf hin, dass es sich um ein Bild handeln könnte. Oder ist hier nur die Spur eines Gemäldes geblieben, also der helle Fleck, den ein Bild hinterlässt, wenn man es von der Wand abnimmt? So oder so, es bleibt eine Einladung an den Betrachter, die Leerstelle mit seinen Bilderinnerungen zu füllen.


#32
Online-Magazin der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

making of: Hans-Peter Feldmann

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Hans Peter Feldmann bei der Installation der Arbeit „Schattenspiel“, Foto: Ralph Goertz

Trödel, Spielzeug, Fotos und Damenhandtaschen samt deren Inhalt: Hans-Peter Feldmann ist ein Sammler, der keinen Unterschied macht zwischen Original und Reproduktion, Fundstück und selbst produziertem Werk. „Die Kunst ist ja schon da“, lautet seine Devise. Für Das Schattenspiel montiert der Düsseldorfer Künstler diverse Alltagsgegenstände auf kleine, rotierende Karussells und projiziert deren Silhouette auf die dahinterliegende Wand. Flüchtige Schattenbilder gleiten in immer neuen Konstellationen vorüber und lassen ihre technische Herkunft und die Profanität der Objekte in Vergessenheit geraten. Wie in Platons berühmtem Gleichnis, in dem die Menschen gebannt die Schatten auf der Höhlenwand betrachten, anstatt sich der Realität zu stellen, kann man sich dem Zauber von Feldmanns gespenstischer Scheinwelt nur schwer entziehen.