Christian Boltanski

Christian Boltanski, El Caso, 1988, 40 Fotografien, 40 Keksdosen, 52 Lampen, Kabel, Leintücher, Holzregale, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Installationsansicht im K21, Foto: Achim Kukulies, © VG Bild-Kunst, Bonn
 

El Caso, 1988

Die Erinnerung, das Vergessen und der Tod sind zentrale Themen Christian Boltanskis. Er möchte den anonymen Toten und den verschwundenen Menschen ein Denkmal setzen. Dafür bedient er sich der Form des Archivs – Ort der Überlieferung von Geschichte. In seinen »Archiven der Erinnerung« verwendet Boltanski seit 1969 stets Blechschachteln, Fotos und Archivlampen.

Die im K21 gezeigte Installation El Caso (»Der Kriminalfall«) ist der Name einer spanischen Boulevardzeitung, die ihr sensationslustiges Publikum mit der detaillierten Beschreibung von Verbrechen lockt. Daraus stammen die Fotografien von Frauen, Männern und Kindern, die – ohne Unterscheidung – sowohl Opfer als auch Täter zeigen. Die Tatortfotografien sind in den Blechdosen aufbewahrt. Die Leinentücher in den Regalen lassen an Leichenschauhaus und Gerichtsmedizin denken.