Ausstellungen und Projekte 2017

 
Otto Dix, Liegende auf Leopardenfell, 1927, Öl auf Tafel, Herbert F. Johnson Museum of Art, Ithaca, NY © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Otto Dix – Der böse Blick

11.02. – 14.05.2017
K20 Grabbeplatz

Otto Dix (1891-1969), berühmter Maler und berüchtigter Bürgerschreck, verbrachte von Herbst 1922 bis November 1925 intensive Schaffensjahre in Düsseldorf. Als Mitglied der revolutionären Künstlergruppe Das Junge Rheinland entwickelte er seine kritische Handschrift, die ihn in der Kunst des 20. Jahrhunderts unverkennbar macht. Dieser künstlerisch wie menschlich prägenden Phase widmet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen die Ausstellung Otto Dix – Der böse Blick. Gezeigt werden ca. 200 Gemälde, Aquarelle und Grafiken aus nationalen und internationalen Sammlungen.

Als der mittellose Dix im Oktober 1921 das erste Mal aus Dresden nach Düsseldorf kam, erhoffte er sich im Rheinland Ausstellungsmöglichkeiten und lukrative Porträtaufträge. Mit großem Ehrgeiz und noch größerer Arbeitswut entwickelte er sich in den folgenden drei Jahren vom expressiv-veristischen Dadaisten zum neusachlichen Porträtisten: Schonungslos fixierte er seine Mitmenschen auf der Leinwand. Als er 1925 – charakterlich und künstlerisch gereift – nach Berlin ging, eilte ihm sein gesellschaftskritischer Ruf voraus. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen präsentiert mit Otto Dix – Der böse Blick die erste monografische Ausstellung über diese außerordentlich produktiven Jahre des Künstlers. Im Anschluss reist die Ausstellung weiter zur Tate Liverpool.

 
Marcel Broodthaers, Section Publicité du Musée d’Art Moderne, Département des Aigles, 1972, Vielteilige Installation © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Marcel Broodthaers.
Eine Retrospektive

04.03. – 11.06.2017
K21 Ständehaus

Marcel Broodthaers. Eine Retrospektive ist eine große Überblicksschau über das vielfältige Werk des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers (1924-1976), der im Umfeld von Pop, Minimal und Konzeptkunst eine kritische, eigenwillige Position formuliert. Innerhalb kürzester Zeit fand Broodthaers in der avantgardistischen Kunstszene großen Anklang mit institutionskritischen, installativen und kinematografischen Arbeiten, auf denen seine tragende Bedeutung für die bildende Kunst im 20. und beginnenden 21. Jahrhundert basiert.

Organisiert von The Museum of Modern Art, New York und dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid.

»WEGEN UMBAU GEÖFFNET«
Eine Kunstsammlung wird neu verhandelt

Januar 2017 – August 2018
K20 Grabbeplatz, Labor

Die Auswirkungen der Globalisierung und die digitale Ausrichtung der Gesellschaft verlangen Neupositionierungen der Kunstmuseen weltweit, denn mit diesen Umbrüchen verändern sich auch Interessenund Orientierungen ihres Publikums. Vor diesem Hintergrund initiiert das Projekt »WEGEN UMBAU GEÖFFNET« eine experimentelle Form der Zusammenarbeitzwischen dem Museum und seinen Besuchern. In einer eigens für das Projekt entworfenen Ausstellungsarchitektur erkunden Besuchergruppen in Workshops Kunstwerke der Moderne und Fragen des kunsthistorischen Kanons, aber auch Methoden der Präsentation und Vermittlung im Museum. Am Ende entsteht eine gemeinsam konzipierte Ausstellung. Das Projekt bietet die Möglichkeit, sich auf neue Weise mit den von derInstitution Museum verkörperten Kunst- undKulturformen auseinanderzusetzen unddiese für sich zu nutzen.


Tomás Saraceno – in orbit

Ab Ende Februar 2017
K21 Ständehaus

Seit 2013 befindet sich die riesige, begehbare Rauminstallation in orbit unter der Kuppel des K21 Ständehaus. Der Künstler Tomás Saraceno spannte in mehr als 25 Metern Höhe über der Piazza des Museums eine Konstruktion aus nahezu transparente Stahlnetzen, in denen sich Menschen bewegen können. Tomás Saraceno steht in der Nachfolge von Jules Verne und des amerikanischen Architektur-Visionärs Richard Buckminster Fuller. Er sieht in der Gestaltung von Wolkenstädten eine Antwort auf die zunehmende Unbewohnbarkeit der Erde. Nach mehrmonatiger Renovierungsphase wird die international gefeierte Installation Ende Februar wieder eröffnet.


K21 Künstlerräume

ab März 2017
K21 Ständehaus

Das K21 Ständehaus ist seit 2010 ein Ort für internationale Künstler und für Sammlungsbestände mit  Gegenwartsbezug. Über drei Etagen hinweg halten 22 fortlaufend wechselnde Räume Begegnungen mit  raumbezogener Kunst bereit. Ausgewählte Künstler sind eingeladen, ihre Arbeiten für die Dauer von einem Jahr zu zeigen und dabei in einen Dialog mit der Architektur und den Positionen aus der Sammlung zu treten. Die neuen Installationen legen einen Schwerpunkt auf bühnenhafte Inszenierung und architektonische Erweiterung des Raumes: Alexandra Bircken, Ulla von Brandenburg, Gego, Eva Kot´átková und die Beuys Schülerin Inge Mahn.


Art et Liberté:
Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938 – 1948)

15.07 – 15.09.2017
K20 Grabbeplatz

Art et Liberté: Umbruch, Krieg und Surrealismus in Ägypten (1938 – 1948) ist die erste umfassende Museumsausstellung der in Kairo aktiven Gruppe Art et Liberté (Kunst und Freiheit). Das surrealistische Kollektiv aus Schriftstellern und bildenden Künstlern engagierte sich kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Königreich Ägypten im Kampf gegen Faschismus, Nationalismus und Kolonialismus. Mit einer neuen Definition von Surrealismus etablierte die Gruppe eine zeitgenössische Bildsprache, die mehr im Globalen als im Lokalen wurzelt.

Futur 3 Annäherung an die ungekannte Zukunft

F3 Schmela Haus
donnerstags, 19.00 Uhr (außer in den Ferien)

Mit Futur 3 lädt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen alle an Kunst und Kultur Interessierten zu Dialog,  Debatte und Diskussion ein. An ausgewählten Donnerstagabenden (außer in den Ferien) finden Begegnungen mit internationalen Gästen statt, die in unterschiedlichen Konstellationen und Themensträngen Fragen zur Zukunft von Museum, Stadt, Gesellschaft, Kunst und Wissenschaft erörtern.


Vorschau 2018

Die exzentrische Moderne

14.04. – 12.08.2018
K20 Grabbeplatz

Mit der Ausstellung Die exzentrische Moderne hinterfragt die Kunstsammlung die großen Erzählungen der westlichen Moderne und die eigene Sammlungsgeschichte. Gezeigt werden künstlerische Praktiken, die außerhalb Europas und Nord-Amerikas im Austausch mit oder unabhängig von der sogenannten "klassischen Moderne" entstanden sind und von der traditionellen westlichen Kunstgeschichtsschreibung nur wenig berücksichtigt wurden.

Informationen zum Forschungsprojekt museum global

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