Dingfest.

"Dingfest": Hände betasten eine Skulptur von Leunora Salihu, Foto: Wilfried Meyer
 

Tastbare Skulpturen

20.02. – 28.07.2013
K20 GRABBEPLATZ (Labor)

"... wie die Malerei durch das Auge, so sollte die Plastik durch die Hand als etwas Abtastbares wahrgenommen werden können", postulierte Ewald Mataré 1928.

Parallel zur Ausstellung Die Bildhauer. Kunstakademie Düsseldorf, 1945 bis heute lädt das Labor zum Berühren ausgewählter Skulpturen von Hede Bühl, Tony Cragg, Hubert Kiecol, Ewald Mataré, Wilhelm Mundt und Leunora Salihu ein. Denn besonders plastische Werke fordern aufgrund ihrer Formgebung sowie ihrer Material- und Oberflächenbeschaffenheit oft geradezu dazu heraus, sie durch Ertasten zu erkunden – ein Reiz, dem man in Museen aus konservatorischen Gründen in der Regel nicht folgen darf.

Das Tasten gehört zu den grundlegenden Erfahrungen des "Begreifens" und den primären Voraussetzungen zum "Erfassen" der Welt. Nicht von ungefähr verweist eine Vielzahl von Wörtern, mit denen eine geistige Aneignung zum Ausdruck gebracht werden soll, auf die Tätigkeit der tastenden Hand. Über den Nahsinn des Tastens überzeugen wir uns von dem Wahrheits- und Wirklichkeitsgehalt des Gegenübers.

Das Projekt Dingfest soll nicht nur Blinden und Sehbehinderten neue Möglichkeiten geben, sich der Bildenden Kunst anzunähern und ihr Verständnis von zeitgenössischer Bildhauerei zu bereichern. Es bietet auch sehenden Besuchern die seltene Gelegenheit, die haptischen Qualitäten eines Kunstwerks zu begreifen, seine räumlichen Dimensionen körperlich zu ertasten und den künstlerischen  Produktionsprozessen nachzuempfinden.


Förderer und Kooperationspartner

Das Labor wird gefördert von der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland und der Stadtsparkasse Düsseldorf.

In Kooperation mit dem Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik, Landesverband Nordrhein-Westfalen, und dem LWL Berufsbildungswerk Soest – Förderzentrum für blinde und sehbehinderte Menschen.