Pressemeldung: "in orbit" für mutige Kunst-Kletter wieder benutzbar

Mutige Kunstliebhaber können die riesige Raum-Installation in orbit des Künstlers Tomás Saraceno unter der Glaskuppel des K21 ab sofort wieder besteigen. Durch die ungewöhnliche Sommerhitze der vergangenen Wochen war das Kunststoffmaterial der "Sphären", die als riesige Bälle die unterschiedlichen Lagen Sicherheitsnetze von in orbit auf Abstand halten, unerwartet stark beansprucht worden. [...]

Eine der insgesamt fünf Kugeln mit bis zu 8,50 Metern Durchmesser musste ausgetauscht werden, da das  Erschlaffen der "Sphäre" die Statik der begehbaren Rauminstallation verändert hatte. Wegen der notwendigen Instandsetzung war die fast 30 Meter über der Piazza des K21  schwebende Netz-Installation für mehrere Wochen geschlossen gewesen.

„Wir danken unseren Besuchern für ihre Geduld und entschuldigen uns bei denen, die wir mit der Schließung des spektakulären Kunstwerkes enttäuschen mussten“, sagte Kunstsammlungsdirektorin Marion Ackermann. Die absolute statische Zuverlässigkeit der Installation und damit die Sicherheit der Besucher habe in jedem Fall im Vordergrund gestanden. Nun sind die „Sphären“ technisch aufwendig verstärkt und damit stabiler geworden. „Jetzt können wieder alle, die mögen, unter der Kuppel des K21 wie schwerelos zwischen Himmel und Erde schweben“,  so Ackermann. Mindestens bis zum Herbst 2014 soll die Installation nun geöffnet bleiben.

Rund 10 000 Besucher hatten binnen der ersten vier Wochen nach der Eröffnung Ende Juni die weit gespannte Konstruktion aus drei Lagen mit insgesamt 2.500 Quadratmetern Stahlnetz besichtigt; viele von ihnen hatten in orbit auch bestiegen. 

Das Werk, bei dem sich  Assoziationen an die Feinheit von Spinnennetzen und Seifenblasen einstellen, hatte der aus Argentinien stammende Künstler in den vergangenen drei Jahren mit Ingenieuren, Architekten und Spinnen-Spezialisten als seine bisher größte Installation verwirklicht. Die genaue Beobachtung der Natur und die gedankliche Weiterentwicklung dieser Phänomene gehören zu den festen Kennzeichen im Werk des Künstlers, das die Grenzen von Kunst und Wissenschaft auflöst. In einem eigenen, abgedunkelten Raum, den Saraceno eingerichtet hat, können die K21-Gäste exotische Spinnenarten beim Weben beobachten.

Zu ihrer eigenen Sicherheit werden die Besucher von in orbit von Mitarbeitern der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in die Benutzung der Installation eingewiesen. So dürfen sich nicht mehr als 10 Personen gleichzeitig in den Netzen aufhalten. Feste Schuhe (Profilsohlen), die Benutzung eines bereit gestellten Overalls und ein Mindestalter von 12 Jahren sind Voraussetzung zur aktiven Nutzung von in orbit.