Pressemeldung: Kunstsammlung zeigt selten ausgestellte Bissier-Arbeiten

Einen seltenen Einblick in ihren umfangreichen Besitz mit Werken des Künstlers Julius Bissier (1893 - 1965) bietet bis zum Herbst die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Der Schwerpunkt der Präsentation in der Bel Etage des K21 liegt dabei [...]

Einen seltenen Einblick in ihren umfangreichen Besitz mit Werken des Künstlers Julius Bissier (1893 - 1965) bietet bis zum Herbst die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen. Der Schwerpunkt der Präsentation in der Bel Etage des K21 liegt dabei auf Bissiers geometrisch-abstraktem Werk. Gezeigt wird bis zum 20. Oktober eine Auswahl an Tuschen und Druckgraphiken sowie filigranen Miniaturen aus dem Spätwerk des Künstlers. Die hochempfindlichen Arbeiten auf Papier mit ihren sensiblen Farben können aus konservatorischen Gründen nur selten präsentiert werden. Auch bisher nie gezeigte Leinwandarbeiten, eine wenig bekannte Seite des Künstlers aus den frühen 1950er Jahren, sind in dieser neuen Sammlungspräsentation zu sehen. Die Kunstsammlung besitzt viele hundert Werke, die aus dem Nachlass des Künstlers im Jahr 1970 in die Sammlung gekommen sind.

Bissier wandte sich der Tuschemalerei zunächst vor dem Hintergrund seiner langjährigen Beschäftigung mit der Kunst und Philosophie Ostasiens zu. Auf diese Weise brachte er auch sein Interesse an Zeichen und Schrift zum Ausdruck. Die in ihrer Formelhaftigkeit stark reduzierten Tuschen der späten 1930er Jahre sind das Ergebnis der stetigen Vertiefung dieser Inhalte. In den Tuschen angelegt ist auch die Auseinandersetzung mit der Natur und dem Organischen. Ab den 1940er Jahren  erweiterte er sie um das Thema der geometrischen Form.

In seinen Holzschnitten und großformatigen Leinwandarbeiten der frühen 1950er Jahre wagte Julius Bissier die intensivste und entschiedenste Beschäftigung mit der Geometrie. Er begegnete dieser jedoch, anders als Künstlerkollegen wie Joseph Albers oder Max Bill, mit Momenten natürlicher Unwillkürlichkeit. Bissier bemühte sich, die Formen lebendig werden zu lassen und durchbrach immer wieder die Strenge der Kontur durch großzügige und rhythmische Gesten.                             

Ebenfalls in der Präsentation zu sehen ist eine Werkgruppe der sogenannten „Miniaturen“, die der Künstler ab 1955 geschaffen hat. Diese Werke zeichnen sich durch ihr kleines Format, die Nutzung des Entstehungsdatums als Titel der Arbeit und das Einschreiben von einzelnen symbolhaften Buchstaben und Formen aus. Erinnern die ersten Arbeiten dieser Gruppe noch an die schwarzen Tuschen, so werden die Motive über die Jahre amorpher und fließender, die Farben heller und transparenter.