Pressemeldung: Noch mehr "böser Blick" – Dix-Ausstellung verlängert

Die Ausstellung "Otto Dix- Der böse Blick" in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen wird wegen des anhaltenden großen Publikumsinteresses um zwei Wochen verlängert: Die noch bis zum 28. Mai geöffnete Schau [...]

Die Ausstellung Otto Dix- Der böse Blick in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen wird wegen des anhaltenden großen Publikumsinteresses um zwei Wochen verlängert: Die noch bis zum 28. Mai geöffnete Schau schildert die drei wichtigen und erfolgreichen Schaffensjahre, die Otto Dix bis 1925 in Düsseldorf verbracht hat. Mehr als 65 000 Besucher haben die seit Mitte Februar geöffnete Ausstellung mit ihren rund 230 Gemälden, Aquarellen und Grafiken bisher gesehen. 

In seiner Düsseldorfer Zeit entwickelte Otto Dix (1891-1969) einen unverkennbaren, als neusachlich bezeichneten Stil. Erstmals umfangreich stellt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen die Werke aus dieser kurzen, aber äußerst intensiven Phase in den Mittelpunkt und macht ihre internationale Strahlkraft erlebbar. Die Ausstellung untersucht die Zusammenhänge von individueller künstlerischer Produktivität, ästhetischen und gesellschaftlichen Fragestellungen sowie die Einflüsse von Unterstützern und persönlichen Lebensumständen.

Der junge Maler und Grafiker aus Dresden kam im Oktober 1921 nach Düsseldorf: Er war ein zwar mittelloser, allerdings nicht mehr ganz unbekannter Künstler, der sich im Rheinland bessere Ausstellungsmöglichkeiten und Aufträge erhoffte. Mit größtem Ehrgeiz wandelt er sich in den kommenden drei Jahren vom expressiv-veristischen Dadaisten zu einem kritischen Porträtisten der Neuen Sachlichkeit, der seine Mitmenschen schonungslos im Bild fixiert. Als er  – persönlich und künstlerisch gereift – 1925 nach Berlin umsiedelt, eilt ihm der Ruf seines „bösen Blicks“ voraus.

Die drei Jahre in Düsseldorf waren für Dix von immenser Produktivität und einer ganzen Reihe herausragender künstlerischer Phasen geprägt: So entstand bis 1923 der Großteil aller je von ihm geschaffenen Aquarelle. Ab 1922 besuchte er die Düsseldorfer Kunstakademie; ausgesprochen wichtig war ihm der Unterricht in druckgrafischen Techniken. Die dort erlernte Aquatinta-Technik setzte er etwa für seinen berühmten und in der Ausstellung in K20 vollzählig präsentierten Radierzyklus Der Krieg (1924) ein, in dem Dix drastisch mit der modernen Kriegsmaschinerie abrechnet. In dieser Zeit entstanden auch zahlreiche Hauptwerke der Farblithografie – darunter Kupplerin, Matrose mit Mädchen oder Leonie.