Pressemeldung: Internationale Konferenz diskutiert moderne Kunst aus globaler Sicht

In dem Forschungsprojekt museum global untersucht die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, wie künstlerische Bewegungen aus aller Welt die westlich geprägte Kunstgeschichtsschreibung der Moderne ergänzen können. [...]

In dem Forschungsprojekt museum global untersucht die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, wie künstlerische Bewegungen aus aller Welt die westlich geprägte Kunstgeschichtsschreibung der Moderne ergänzen können. Hervorgehoben werden soll bei den langfristigen Forschungen besonders die Bedeutung der Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Asien, Australien, Afrika und Südamerika. Ziel ist es, die international bedeutende eigene Sammlung, die stark von der Klassischen Moderne Europas und der US-Nachkriegskunst geprägt ist, aus heutiger Perspektive neu zu beleuchten.

Auftakt des Forschungsunternehmens, das bis 2017 von der Kulturstiftung des Bundes unterstützt wird, ist eine internationale Konferenz, zu der die NRW-Landesgalerie 16 Expertinnen und Experten nach Düsseldorf eingeladen hat. Die Tagung „museum global? Multiple Perspektiven auf die Kunst, 1904-1950“ vom 20. bis 22. Januar im K20 am Grabbeplatz beschäftigt sich unter anderem mit dem hier kaum bekannten Surrealismus in Ägypten, dem Kubismus in der Türkei oder der Kunstmoderne des vergangenen Jahrhunderts in Indien sowie mit dem Entstehung von Kunstmuseen auf anderen Kontinenten. Die Konferenzteilnahme ist kostenfrei.

Museen wie die Tate, das MoMA, das Guggenheim und das Centre Pompidou haben ihren jeweiligen Sammlungen und Vermittlungsanspruch überprüft und neu definiert. In den großen staatlichen Museen Deutschlands hat allerdings bisher keine dem internationalen Niveau annähernd vergleichbare Diskussion über den Status der Sammlungen vor dem Hintergrund differenzierter Perspektiven auf die Weltkunst stattgefunden. „Aufgrund unserer starken Fokussierung auf die westliche Kunstgeschichte mit den Schwerpunkten Paris und USA erkennen wir gerade für die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen eine große Notwendigkeit, unsere Sammlungsgeschichte kritisch zu überprüfen“, erklärt Direktorin Marion Ackermann: „Hintergrund ist unser verändertes Wissen um die Welt, ein sich veränderndes Publikum, mit dem wir gemeinsam lernen wollen, sowie der Aspekt der ‚Transkulturalität‘, der Abschied also von der Vorstellung einer klar umgrenzten `Nationalkultur`.“ 

Das Forschungsprojekt endet im Herbst 2017 mit einer Ausstellung, die sowohl die Sammlung aus einer neu gewonnenen Perspektive als auch charakteristische „globale“ Kunst-Positionen aus dem Zeitraum 1904 bis 1950 präsentiert. Auch die Nationalgalerie Berlin wird das Thema museum global zeitgleich 2017 in einer Ausstellung aufgreifen.

Jeder Interessent kann der internationalen Konferenz live im Internet folgen: Erstmals plant die Kunstsammlung einen Livestream der gesamten Veranstaltung, der über den Youtube-Kanal und die Website der Kunstsammlung abrufbar sein wird. Die Vorträge finden hauptsächlich in englischer Sprache statt, für eine virtuelle Teilnahme auch an weiter entlegenen Orten ist daher nur ein Internetanschluss notwendig. Das Team der Kunstsammlung begleitet die Veranstaltung zudem in den sozialen Medien. Unter dem Hashtag #mglobal16 finden sich auf Facebook und Twitter alle aktuellen Informationen. Die Organisatoren wünschen sich über diese Öffnung ins Netz einen regen Austausch.

Die Konferenz wird gefördert von der VolkswagenStiftung.


museum global? Multiple Perspektiven auf die Kunst, 1904–1950 
K20 Grabbeplatz
20. – 22. Januar 2016

Teilnahme kostenfrei.

Anmeldung unter: museumglobal(at)kunstsammlung.de

Vollständiges Programm, Livestream und aktuelle Informationen:
www.kunstsammlung.de/museumglobal

Twitter: @K_SammlungNRW
Facebook: www.facebook.com/kunstsammlung

#mglobal16


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