Vorschau: Programm 2019 für K20 und K21

Zu den Highlights des Ausstellungsprogramms 2019 gehört die große Ausstellung mit Werken des weltbekannten chinesischen Künstlers Ai Weiwei, die ab Mitte Mai (bis 1. September 2019) im K20 und K21 als den beiden Häusern der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen zu sehen sein wird. Im Mittelpunkt stehen mehrere raumfüllende Installationen, die die enge Verbindung von Kunst und Politik im Werk dieses bedeutenden Künstlers sichtbar machen. Einen ganz eigenen Blick auf den Maler Edvard Munch wirft der norwegische Erfolgsautor Karl Ove Knausgård. Der Schriftsteller richtet für die Kunstsammlung im Herbst eine Ausstellung mit selten oder nie gezeigten Werken des Künstlers aus dem Depot des Munch-Museums in Oslo ein. Die rund 130 Gemälde und Arbeiten auf Papier sind ab dem 12.10.2019 im K20 zu sehen. Das Ausstellungs-Jahr beginnt mit einer am 8.2.2019 im K21 öffnenden Präsentation junger Absolventinnen und Absolventen der Kunstakademie in Düsseldorf, die dort ihr Studium 2018 abgeschlossen haben. Hiermit startet eine Kooperation zwischen der renommierten Kunsthochschule und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Ai Weiwei © Ai Weiwei Studio

 

Übersicht der Ausstellungen und Projekte der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen 2019


K20

Ai Weiwei

18.5. – 1.9. 2019
K20 / K21

"Everything is art. Everything is politics" so brachte der international bekannte Gegenwartskünstler Ai Weiwei das Grundprinzip seiner Arbeitsweise auf den Punkt. Dieses Motto „Alles ist Kunst, alles ist Politik“ ist auch Leitmotiv der umfangreichen Ausstellung, die die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ab Frühjahr 2019 zeigt. Im Mittelpunkt steht dabei die enge Verzahnung von politischem Engagement und künstlerischer Arbeit Ai Weiweis. Die Ausstellung mit raumfüllenden Installationen und Werken aus den vergangenen zehn Jahren ist in den beiden Häusern der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20 und K21 zu sehen. Mit seinen regimekritischen Äußerungen gegenüber der Regierung in China und als lange verfolgter Dissident wird Ai Weiwei zumeist als politischer Kunst-Aktivist wahrgenommen, der sich in seinen jüngsten Arbeiten mit Migration als Massenphänomen und Beispiel einer grundsätzlichen menschlichen Krise beschäftigt.

 

Beste Freunde
50 Jahre Freundeskreis der Kunstsammlung
Nordrhein-Westfalen

5.6. – 7.7.2019
K20

Im kommenden Sommer zeigt die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen unter dem Titel „Beste Freunde. 50 Jahre Freundeskreis der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen“ eine ganz besondere Ausstellung. Die Gesellschaft der Freunde der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen wird 50 Jahre alt. Erstmals gemeinsam in einer Ausstellung stellt die Landesgalerie aus diesem Anlass alle Kunstwerke vor, die der Freundeskreis in den vergangenen Jahrzehnten für das Museum erworben hat. Die Bilanz umfasst über 30 Bilder und Skulpturen sowie etwa 30 Fotoarbeiten.  Aber es geht nicht allein um Kunstwerke: Dokumentiert wird auch, dass es die Gesellschaft der Freunde war, die durch ihre Bereitschaft, einen wesentlichen Teil der Baukosten zu übernehmen, den Anstoß für die Realisierung des seit langem benötigten Erweiterungsbaues für das K20 gegeben hat, der dann 2010  eröffnet wurde. Ohne diese Erweiterung wäre der Museumsbetrieb in seiner heutigen Form nicht möglich geworden.

Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgård

[Arbeitstitel]

12.10.2019 – Ende Februar 2020
K20

Er gilt als der bekannteste und wichtigste norwegische Autor der Gegenwart: Karl Ove Knausgård. Sein sechsbändiger autobiographischer Roman zählt weltweit zu den meist diskutierten Buch-Veröffentlichungen der vergangenen Jahre. Nun hat sich der Schriftsteller dem Werk des Malers Edvard Munch genähert. Mit seiner überraschenden Auswahl selten oder sogar nie gezeigter Werke entdeckt der gefeierte Autor einen bislang "unbekannten" Munch. Die Ausstellung findet in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen parallel zur Frankfurter Buchmesse statt, die 2019 Norwegen als Gastland vorstellt. Der auch in Kunstgeschichte ausgebildete Schriftsteller hat etwa 130 Gemälde, Arbeiten auf Papier und Skulpturen aus dem Archiv und dem Kunstdepot des Munch Museum in Oslo ausgewählt und mit Leihgaben aus internationalen Museen ergänzt.  Er öffnet damit eine nie zuvor gesehene Perspektive auf den wohl bedeutendsten Maler der skandinavischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts. Knausgårds Munch-Projekt ist eine Ausstellung des Munch Museum in Oslo in Zusammenarbeit mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.


K21

Planet 58.
Absolvent_innen der Kunstakademie Düsseldorf 2018

8.2. – 31.3.2019
K21

Die Ausstellung "Planet 58" zeigt aktuelle Werke von Absolventinnen und Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf. Alle teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler haben 2018 ihr Studium an der international renommierten Kunsthochschule abgeschlossen und präsentieren nun jeweils eine bis drei Arbeiten im musealen Raum. Die Schau, die die gesamte Ausstellungsfläche im Untergeschoss des K21 einnimmt, folgt keiner thematischen Vorgabe, sondern zeigt fast 60 künstlerische Positionen in ihrer gesamten Breite. Neben zahlreichen Gemälden sind Skulpturen, Installationen, Fotografien, Grafiken, Videos und Performances zu sehen. Der Titel der Ausstellung ist frei gewählt und geht auf eine Arbeit eines beteiligten Künstlers zurück. "Planet 58" spielt mit dem Gedanken des Unerforschten, des Zukünftigen und verweist auf den Übergang von der Studienzeit zur eigenständigen, freien künstlerischen Laufbahn. Auch für das Museum stellt "Planet 58" Neuland dar: Zum ersten Mal öffnet sich das Haus jungen Künstlerinnen und Künstlern in diesem Umfang. Damit beginnt eine Kooperation zwischen der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen und der Kunstakademie Düsseldorf: Parallel zum alljährlichen Rundgang der Kunstakademie zeigt die Kunstsammlung im K21 eine Ausstellung mit Werken der Akademie-Absolvent/innen des Vorjahres. Mit dieser sich jährlich fortsetzenden Ausstellungsreihe möchte die Kunstsammlung NRW den jungen Künstlerinnen und Künstlern der Akademie eine Plattform und dem Publikum einen Einblick in die aktuellen künstlerischen Entwicklungen in Düsseldorf bieten.

Ed Atkins. Ye Olde Food

23.2. – 16.6.2019
K21 Bel Etage

Der britische Künstler Ed Atkins (*1982, Oxford) gilt als Pionier einer jungen Künstlergeneration, die die tiefgreifenden Veränderungen der Lebenswirklichkeit durch die rasante Entwicklung  der digitalen Medien reflektiert. Bekannt geworden ist Atkins insbesondere durch eine Reihe computeranimierter Videos, in denen er die Potentiale, Versprechen und Ideologien der von ihm verwendeten Technologien kritisch hinterfragt. Ausgangspunkt seiner Arbeiten ist zumeist die paradoxe Fähigkeit neuer Bildtechniken, die materielle Welt auf radikal entmaterialisierte Weise realistisch wiederzugeben. Mit Motion Capture animierte Avatare demonstrieren in seinen Videos einerseits totale Künstlichkeit, während sie gleichzeitig ein beunruhigendes Maß an Lebensnähe suggerieren: Sie werden zum Weinen gebracht, schauen dem Betrachter in die Augen oder sprechen ihn an. Atkins Arbeiten untersuchen die Auswirkungen virtueller Welten auf die physisch greifbare Realität des Betrachters und laden dazu ein, die Beziehung zur digitalisierten  Informationskultur neu zu befragen. In seiner Einzelausstellung im K21 präsentiert der Künstler aktuelle für die Sammlung erworbene Videoarbeiten, die er zusammen mit weiteren Werken in den Räumen der Bel Etage neu inszeniert.  

Carsten Nicolai

28.9.2019 – 19.1.2020
K21

K21 zeigt eine Übersichtsausstellung des Künstlers und Musikers Carsten Nicolai (geb. 1965, lebt in Berlin). Nicolai arbeitet seit den frühen 1990er Jahren an der Schnittstelle von bildender Kunst, Musik und Naturwissenschaften. Mit elektronischem Klang- und Lichtmaterial erzeugt er minimalistische Installationen, Sound-Performances und Darstellungen von physikalischen Phänomenen, die Systeme und Strukturen der Medienwelt reflektieren. Als Musiker ist Nicolai unter dem Pseudonym Alva Noto einer der bekanntesten Vertreter der  zeitgenössischen elektronischen Musik. Seit seiner Teilnahme an der documenta X (1997) und an den Venedig-Biennalen 2001 und 2003 wird er auch als bildender Künstler weltweit ausgestellt. Begleitend zu Nicolais Ausstellung im Untergeschoss findet auf der Piazza von K21 eine Reihe von elektronischen Live-Konzerten und Performances statt.

Banu Cennetoglu

6.7. – 10.11.2019
K21 Bel Etage

Die Künstlerin Banu Cennetoglu (geb. 1970, lebt in Istanbul) setzt sich mit der politischen, sozialen und kulturellen Dimension der Konstruktion, Repräsentation und Verteilung von Wissen auseinander. Sie untersucht, welche gesellschaftlichen Ereignisse wie festgehalten und im kollektiven Gedächtnisses verankert Teil des ideologischen Korpus werden und macht die damit verbundene Wirkungsmacht sowie das Einflusspotenzial deutlich. Die Künstlerin sammelt, archiviert, vergleicht und klassifiziert verschiedene Repräsentationsformen und untersucht, wie spezifische Momente der Geschichte festgehalten und materiell sichtbar gemacht werden. Dabei nutzt Cennetoglu diverse Medien wie Fotografie, Installation oder Druckerzeugnisse. Das Herzstück ihrer Ausstellung im K21 bildet eine filmische Installation, in der die Künstlerin ihr komplettes bildbasiertes Archiv, entstanden zwischen dem 10. Juni 2006 bis zum 21. März 2018, uneditiert chronologisch über 128 Stunden und 22 Minuten ablaufen lässt. Sie verzahnt so ihre persönlichen und beruflichen Erlebnisse mit Ereignissen, die als Teil des kollektiven Gedächtnisses verstanden werden. Sie räumt jedem Ereignis denselben Raum ein und misst ihm somit die Bedeutung bei.

Kuratiert von Anna Goetz