Reinhardt, Ad
1913 – 1967

1913 geboren in Buffalo
1931−1935 Studium der Literatur und Kunstgeschichte an der Columbia University, New York
1936–1937 Malerei-Studium an der National Academy of Design und der American Artists School
1944–1945 Militärdienst
1947-1967 Lehrtätigkeit am Brooklyn College
1952–1956 arbeitet er für die Kunstzeitschrift ARTnews
1966 Retrospektive im Jewish Museum in Brooklyn
1967 erhält Guggenheim-Stipendium; Ad Reinhardt stirbt in New York

Black Painting, 1960–1966

Öl auf Leinwand
152,4 x 152,4 x 1,7 cm


Erworben 2012

Erworben durch die Freunde der Kunstsammlung im Jahr 2012 ©Ad Reinhardt, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf

Ad Reinhardt nimmt eine der wohl radikalsten Positionen innerhalb der amerikanischen Malerei ein. Seit 1960 konzentrierte sich der Künstler ausschließlich darauf, das „letzte Bild“ zu schaffen. Reinhardt selbst hat die etwa fünfzig Last Paintings der Serie als die „heroischen, schwarzen, quadratischen ‚Durchbruch‘-Bilder“ bezeichnet. Alle sind quadratisch, ihr Maß bezieht sich auf das des Menschen. Sie haben eine samtige, fast körperlose Oberfläche und wirken zunächst vollkommen schwarz. Erst bei längerer Betrachtung werden minimale Farbdifferenzen sowie Formen sichtbar. Um die Felder zu unterscheiden, hat Reinhardt dem Schwarz Anteile von Buntfarben beigemischt. Hier ist die Leinwand in drei gleichgroße vertikale Blöcke geteilt, auf der wiederum eine ebensolche Form horizontal gelagert ist. Auf diese Weise entsteht ein griechisches Kreuz mit gleichlangen Schenkeln. Nichts verweist auf eine Realität außerhalb der Malerei, alles aber auf deren Konstanten: Farbe, Form, Proportionen. Das Bild konnten die Freunde 2012 aus einer amerikanischen Privatsammlung erwerben.

Ad Reinhardt’s oeuvre is one of the most radical positions in American painting. Since 1960, the artist has concentrated exclusively on creating the “last painting.” Reinhardt himself described the roughly fifty Last Paintings in the series as the “heroic, black, square ‘breakthrough’ paintings.” They are all square and have a human scale. They have a velvety, almost bodiless surface and initially appear completely black. Only when viewed for a longer period of time do minimal color differences and shapes become discernible. In order to distinguish the different fields, Reinhardt added chromatic colors to the black. Here, the canvas is divided into three vertical blocks of equal size, on which a similar form is horizontally mounted. In this way, a Greek cross with shanks of equal length is created. Nothing refers to a reality outside painting, but everything refers to its constants: color, form, proportions. The painting was acquired by the Friends from a private American collection in 2012.