Calder, Alexander
1898 – 1976

1898 geboren in Lawnton, Pennsylvania
1915–1921 Studium Maschinenbau, New Jersey
1922 Besuch der Abendklassen im Zeichnen an der New York Public School
1923–1925 Unterricht an der Art Students League, New York
1926 fertigt seine erste Drahtplastik; erste Reise nach Paris; beginnt mit der Arbeit an „Cirque Calder“
1928 erste Einzelausstellung in der Weyhe Gallery, New York; besucht Pariser Atelier von Joan Miró
1931 tritt der Gruppe Abstraction-Création bei; Marcel Duchamp besucht Calder in seinem Atelier und entwickelt den Begriff „Mobile“ für dessen Arbeiten
1933 Umsiedlung nach Connecticut
1937 Teilnahme an der Weltausstellung; entwirft Quecksilberbrunnen für den spanischen Pavillon
1938 erste Retrospektive in der George Walter Smith Gallery, Massachusetts
1939 erhält Auftrag für ein Mobile für das Museum of Modern Art, New York
1942 wird zu gemeinsamer Ausstellung mit André Breton und Marcel Duchamp eingeladen
1943 Retrospektive im Museum of Modern Art, New York
1949 installiert sein bisher größtes Mobile im Philadelphia Museum of Art
1951 Premiere des Films „Works of Calder“ von Herbert Matter im Museum of Modern Art, New York mit Filmmusik von John Cage
1952 Teilnahme an der „26. Biennale“, Venedig; gewinnt großen Preis für Skulptur
1953 Teilnahme an der 2. Biennale, São Paulo
1955 Teilnahme an der „documenta 1“, Kassel
1957 monumentales Mobile für den John F. Kennedy Flughafen in New York entsteht
1959 Teilnahme an der „documenta 2“, Kassel
1959–1976 große Einzelausstellung in Amsterdam, London, New York und München
1964 Teilnahme an der „documenta 3“, Kassel
1971 Calder erhält Goldmedaille für Skulptur von der American Academy of Arts and Letters
1974 Verleihung des Grand Prix National des Arts et des Lettres durch den französischen Kulturminister
1976 stirbt Alexander Calder in New York City

Ohne Titel, 1936

Stahlbleche, Stahldraht, Holzkugel, schwarz, grau, rot bemalt


Alexander Calder ©2020 Calder Foundation New York/Artists Right Society (ARS), New York, Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf

Der Amerikaner Alexander Calder kam 1926 nach Paris und befreundete sich dort mit Mondrian, Léger und Miró. Seine ersten plastischen Versuche stellten Figuren, Seiltänzer und Zirkusakrobaten aus Draht dar. Die Skulptur „Ohne Titel“ von 1936 ist ein kleines Standmobile (Stabile), das sowohl eine Extension mit Kugel aufweist, aber auch amorphe Formen als Basis und Standelemente besitzt. 

Es gehört zu einer kleinen Gruppe von Werken, die durch leichte Pendelbewegungen Klang erzeugen. Bringt man die Holzkugel in Schwingung, ertönt ein vernehmlicher Gong. Calder selbst bezeichnete diese Art der Skulptur als „noisemobile“. „Ohne Titel“ vereint auf sehr ansprechende und interessante Weise verschiedene Werkphasen des Künstlers. Es verweist auf seine Anfänge und seine Beschäftigung mit Drahtskulpturen und auf die luftbewegten klangerzeugenden Mobiles der Folgezeit. Die Formgebung der einzelnen Standelemente vereint sowohl die Hinwendung Calders zur Abstraktion als auch die organische Formensprache, wie sie ebenso bei Hans Arp und Joan Miró zu finden ist. In der konzentrierten Gesamtanlage der Skulptur lassen sich bereits die großen Stabiles der Folgezeit erahnen.