Oppermann, Anna
1940 – 1993

1940 geboren als Regina Heine in Eutin
1962−1968 Studium an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
1976−1978 Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
1977 Teilnahme an der „documenta 6“;Kassel
1980 Teilnahme an der „39. Biennale“, Venedig
1982−1990 Professorin an der Bergischen Universität Wuppertal
1984−1985 große Retrospektiven im Hamburger und Bonner Kunstverein
1987 Teilnahme an der „documenta 8“, Kassel
1990−1993 Professorin an der Hochschule der Künste Berlin
1991 richtet Dauerinstallation ein „Pathosgeste - MGSMO - Mach große, schlagkräftige, machtdemonstrierende Objekte!“ Altonaer Rathaus, Hamburg
1993 stirbt Anna Oppermann in Celle

Anders sein (»Irgendwie ist sie so anders …«), 1970–1986

Diverse Materialien (57 Leinwände, 3 kolorierte Fotoleinwände, ca. 200 Zeichnungen und Notizen, ca. 500 s/w Fotografien, Farbfotos, Polaroids, Fotografien, ca. 20 plastische Objekte, ca. 30 Fundstücke, Efeu, Gras, Eicheln, Kastanien, Steine uvm.
Maße variabel


Anna Oppermann ©Courtesy Nachlass Anna Oppermann und Galerie Barbara Thumm 2020, Foto: Achim Kukulies, Düsseldorf

Als offene Bild- und Denkprozesse sind die über Jahre hinweg entwickelten raumfüllenden Installationen von Anna Oppermann zu verstehen, die exemplarisch, zugleich auch einzigartig für die Kunst der 1970er-Jahre stehen.

Oppermanns Ensembles entstehen durch die Anhäufung und assoziative oder analytische Anordnung von mehreren hundert Einzelteilen: vorgefunden, gesammelt oder für das Werk geschaffen. Im Fall von „Anders sein (»Irgendwie ist sie so anders …«)“ wirkt die Verdichtung und die aus unterschiedlichen Perspektiven fotografierte Wiederholung von Bildelementen fast manisch. Die komplexe Arbeit handelt von weiblicher Selbstdarstellung, Rollenbild und Verstellung, zudem auch von Oppermanns eigenen Verständnis als Künstlerin. Sie selbst schildert ihre künstlerische Intention: „Die Form des Ensembles ist mein Interaktionsangebot. Einigen scheint es subjektivistisch, autistisch, monoman. Dabei wäre ich gerne Vermittler zwischen den verschiedenen Disziplinen, zwischen Ratio und sinnlicher Wahrnehmung, zwischen Kunst und Wissenschaft, Normalbürger und Außenseiter.“