Atkins, Ed
*1982

1982 geboren in Oxford
2001–2002 Studium Kunst und Design am Oxford Brookes University,
2002–2009 Studium der Bildenden Kunst am Central St. Martin’s College of Art and Design und an der Slade School of Fine Art, London
2008 erhält den Chelsea Arts Club Trust Special Project Award
2012 erhält den Paul Hamlyn Foundation Award und The Jerwood / Film and Video Umbrella Award
2013 Einzelausstellung im MoMA PS1, New York; Julia Stoschek Collection, Düsseldorf
2015–2016 Berliner Künstlerprogramm des DAAD, Berlin
2017 Einzelausstellung im Martin-Gropius-Bau, Berlin; Museum für Moderne Kunst, Frankfurt
2019 Einzelausstellung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Ed Atkins lebt und arbeitet in Berlin

Good wine, 2017

HD Video, Ton (Stereo), 16 Min. Loop, Exemplar2/8 + 2 AP
Maße variabel


©Ed Atkins, 2020

Der britische Künstler Ed Atkins ist für seine computergenerierten Arbeiten bekannt. Die Protagonisten in seinen Videoarbeiten sind Avatare, künstlich geschaffene Personen wie aus einem Computerspiel. Anders als aus der virtuellen Welt gewohnt, lässt Atkins jedoch seine Protagonisten empfinden, zeigt sie weinend und zerbrechlich. 

Seine Avatare versuchen sogar, durch Blicke und Sprechen direkten Kontakt zu ihrem Betrachter aufzunehmen. Was im digitalen Raum nicht vorkommt, wie etwa Depression, Einsamkeit und Tod, greift der Künstler in seinen Arbeiten auf und thematisiert das Verdrängte in einer sentimentalen poetischen, aber zugleich verstörenden realistischen Sprache. So wird die märchenhafte Kulisse bestehend aus einer hügeligen Landschaft mit Weg, einem Klavier und einer alten Hütte in seiner Videoarbeit „Good wine“ massiv gestört, indem ein Junge gekleidet wie aus dem 16. Jahrhundert stöhnend außer Atem minutenlang vergeblich im Kreis auf dem Weg durch die Landschaft läuft, dann taucht plötzlich ein überdimensioniertes Baby auf. Ein sterbender Mann setzt sich mit letzter Kraft an das Klavier und stimmt einen melancholischen Akkord an. Atkins spielt hier mit bekannten filmischen und literarischen Mustern und lässt auf verwirrende Weise Zeitgenossenschaft, Fiktion und Historizität aufeinandertreffen, um für sein Werk exemplarische wie auch neue Themen in den Fokus zu rücken.