Grosz, George
1893 – 1959

1893 geboren in Berlin
1909 Beginn des Studiums an der Kunstakademie in Dresden
1912 Rückkehr nach Berlin; Besuch der Kunstgewerbeschule
1913 erster Aufenthalt in Paris; Modellstudien im Atelier Colarossi; zeichnet für den „Ulk“ und die „Lustigen Blätter“
1914−1916 Militärdienst
1916−1917 lebt in Berlin
1917−1918 abermals Militärdienst; Verfahren wegen Widerstandes vor einem Militärgericht
1918 Rückkehr nach Berlin; Mitbegründer der Berliner Dada-Gruppe; erste Einzelausstellung in der Galerie Hans Goltz, München
1919 gründet mit John Heartfield die Zeitschrift „Die Pleite“; Dadaistische Theateraufführungen mit der Gruppe „Die neue Jugend“
1922 Reise über die skandinavischen Länder in die Sowjetunion
1923 Alfred Flechtheim wird sein Kunsthändler
1924−1925 Reisen nach Paris
1927 Aufenthalt in Marseille und Südfrankreich
1931 erste Einzelausstellung in den USA in der Weyhe Gallery, New York
1932 Aufenthalt in New York; Gastdozent an der Art Students League
1933 Übersiedlung nach New York, wohnt auf Long Island; eröffnet mit Maurice Stern eine Kunstschule
1933−1937 Lehrtätigkeit an der Art Students League
1935 mehrmonatige Reise durch Europa
1937−1939 Guggenheim-Stipendium
1937 Werke von Grosz werden in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München diffamiert
1940 Carol H. Beck-Medaille der Pennsylvania Academy of Fine Arts
1941−1942 Lehrer an der Kunstschule der Columbia University, New York
1951 Europareise
1954 mehrmonatiger Aufenthalt in Deutschland
1958 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin
1959 stirbt George Grosz kurz nach seiner Rückkehr in Berlin

Ohne Titel, 1920

Öl auf Leinwand
81 x 61 cm


©George Grosz, VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Walter Klein, Düsseldorf

Zu Beginn der 1920er-Jahre entstanden künstlerische Bewegungen, die durch die betont nüchterne Bildsprache eine markante Absage an den Expressionismus formulierten. Auch George Grosz wandte sich nach einer langen expressionistischen Phase einer sachlichen Bildsprache zu. 

Die Szene mit der gesichtslosen Puppe vor anonymen Architekturfassaden gehört zu den Hauptwerken des Künstlers aus seiner mechanisch-konstruktiven Periode. Wie in kaum einem anderen seiner Werke bezieht sich Grosz hier auffällig auf die Maler der „Pittura Metafisica“, Giorgio de Chirico und Carlo Carrà, die schon einige Jahre zuvor Visionen von künstlichen Körpern in menschenleeren Architekturen entworfen hatten. Doch anders als jene unterläuft Grosz jeglichen transzendentalen Überbau. Er sagt: „Meine Arbeiten sind als Trainingsarbeiten zu erkennen – ein systematisches Arbeiten am Ball – ohne Ausblick ins Ewige.“

Der Liebeskranke, 1916

Öl auf Leinwand
100 x 77 x 2,5 cm


Foto: Walter Klein, Düsseldorf, © VG Bild-Kunst, Bonn