Wall, Jeff
*1946

1946 geboren in Vancouver, Kanada
1970 Magister Artium am Department of Fine Arts der University of British Columbia, Kanada
1970−1973 Forschungsaufenthalt für eine Dissertation am Courtauld Institute of Art in London
1974−1975 Dozent am Department of Art History des Nova Scotia College of Art and Design in Halifax, Nova Scotia
1976−1987 Dozent am Centre for the Arts der Simon Fraser University, Vancouver
1978 erste Einzelausstellung in der Nova Gallery, Vancouver
1981 Teilnahme an der Ausstellung „Westkunst“ in Köln
1982 Teilnahme an der „documenta 7“, Kassel
1987 Teilnahme an der „documenta 8“, Kassel
1987−1999 Dozent am Department of Fine Arts der University of British Columbia, Vancouver
1996 Kunstpreis der Stadtsparkasse München
1997 Teilnahme an der „documenta 10“, Kassel
1998 Teilnahme an der „24. Biennale“, São Paulo
1999−2000 Lehrstuhl für Fotografie an der Kunstakademie in Düsseldorf
2002 Hasselblad Foundation International Award in Photography; Teilnahme an der „documenta 11“, Kassel
2003 Roswitha Haftmann-Preis
2005 Einzelausstellung „Jeff Wall Photographs 1978−2004“ im Schaulager, Basel, und der Tate Modern, London
2007 Retrospektive am Museum of Modern Art in New York mit anschließenden Stationen in Chicago und San Francisco
2014−2015 Ausstellung im Stedelijk Museum, Amsterdam, Kunsthaus Bregenz, und Louisiana Museum, Humlebæk

Jeff Wall lebt und arbeitet in Vancouver, Kanada und Los Angeles, USA

Morning Cleaning, Mies van der Rohe Foundation, Barcelona/ Morgendliche Reinigung, 1999

Edition 2/2, Cibachrome in Leuchtkasten
187 x 351 cm


©Jeff Wall, 2020

Für die Präsentation seiner Werke nutzt Jeff Wall Leuchtkästen, in denen Bild- und Lichtquelle zusammenschmelzen. Seine Fotografien sind keine direkten Aufnahmen einer gesehenen Realität, sondern sind bis ins Detail zum „richtigen Bild“ komponiert.

Wall bedient sich der Bildtechnik des Films beziehungsweise des Kinos, um seine inszenierten Bilder zu erstellen. Diese Vorgehensweise bezeichnet er selbst als „Cinematografie“. Für „Morning Cleaning“ setzt er die Prozedur der täglichen Reinigung des deutschen Pavillons, der 1929 nach Plänen des Architekten Ludwig Mies van der Rohe für die Weltausstellung in Barcelona errichtet worden war, in Szene. Indem er durch den dargestellten Akt der Reinigung die klaren Strukturen der Architektur in Unordnung bringen lässt, spielt er eine künstlerische Ordnung gegen eine alltägliche Ordnung aus. Das Bild des Reinigens kippt um in einen ironischen Kommentar zum Ideal der Reinheit, das von der Klassischen Moderne propagiert wurde.