Fontana, Lucio
1899 – 1968

Concetto spaziale, 65 T 46 (Attese), 1965

Tempera auf Leinwand
118 x 148 cm


Erworben 1984

Erworben durch die Gesellschaft der Freunde im Jahr 1984 © VG Bild-Kunst, Bonn

Obschon es eigentlich gleichgültig ist, ob Linien mit dem Lineal, mit dem Bleistift oder mit dem Messer gezogen werden: Es musste einer kommen, der sich des Messers zum ersten Mal in neuer Weise bediente, und das war Lucio Fontana. Er ist unter den vielen Künstlern, die in diesem Jahrhundert die Destruktion als künstlerisches Ausdrucksmittel betrieben, derjenige, der seine Zerstörungen emotionslos, mit extremer „Kälte“, vollzog: unexpressiv, ohne jeden Affekt, als reine Bildereignisse. Mit diesen Bildern wurde Fontana die „Vaterfigur“ jener breiten Strömung nach der Jahrhundertmitte, die von den Neo-Geometrikern bis zur Op Art – und damit nicht zuletzt auch bis zur Gruppe ZERO in Düsseldorf – reichte. Die Freunde haben dieses zehnschnittige Bild 1984 für die Kunstsammlung erworben.

Although it does not really matter whether lines are drawn with a ruler, a pencil, or a knife: There had to be someone who would use the knife for the first time in a new way, and that someone was Lucio Fontana. Among the many artists who used destruction as an artistic means of expression in the twentieth century, it was he who carried out this destruction emotionlessly, with extreme “coldness”: unexpressively, without any affect, as pure pictorial events. With these paintings, Fontana became the “father figure” of that broad movement after the middle of the century that ranged from neo-geometry to op art—and thus not least of all to the ZERO group in Düsseldorf. The Friends acquired this painting with ten cuts for the Kunstsammlung in 1984.